Die unterfränkischen Volksmusiktage in der Kirchenburg Mönchsondheim haben Tradition. Auch bei der neunten Auflage strömten die Besucher aus nah und fern, genossen die fränkischen Spezialitäten und lauschten den Volkmusikdarbietungen der zahlreich gastierenden Gruppen. Auf der Suche nach jüngeren Volksmusikern oder Tänzern zeigte sich jedoch schnell, dass Singen, Tanzen und Spielen eher den älteren Franken vorbehalten scheint.

"Allenfalls bei den Krametsvögeln aus Werneck", gestand Museumsleiter Reinhard Hüßner auf die Frage nach jungen Interpreten ein, dass die jüngere Generation eher rar vertreten sei. Und auch die Krametsvögel bewegten sich eher im "Mittelalter", denn Christine Drescher, Alexandra Friedrich, Johanna Renner und Klaus Rottmann sind alle zwischen 40 und 50 Jahre alt. Anton Böhm, "leider der Leiter" der Gruppe, bewegt sich sogar schon jenseits der 50.

Das Quintett aus dem Wernecker Ortsteil Vasbühl fand sich im Musikverein zusammen. "Man könnte doch auch mal was singen", war 1988 eine Idee, um die anstehende Fränkische Weihnacht zu bereichern. Die Sänger erkannten schnell, dass Singen doch viel mehr Spaß macht als angenommen und zu den wohl schönsten Nebensachen der Welt gehört. Die Folge: Es wurde zum bis dahin geistlichen auch fränkisches Liedgut ins Repertoire aufgenommen.

Geübt wird einmal wöchentlich, etwa ein Dutzend Auftritte kommen im Jahr zustande. Bei geistlichen Singen greifen die Fünf auch mal zu ihren Blasinstrumenten, die sie im Musikverein spielen. Ansonsten verlassen sie sich auf ihre fein aufeinander abgestimmten Singstimmen und die leise Begleitung von Klaus Rottmann auf der Gitarre. "Wir singen alles, was uns gefällt", stellt Anton Böhm fest, der mit seiner tiefen Stimme den Gegenpol zu den Frauenstimmen setzt.

Der Gruppenname "Krametsvögl" leitet sich ursprünglich von einem Flurnamen ab, bezeichnet aber auch die Wacholderdrossel. Da sich diese Vögel auch auf frisch gemähten Wiesen (Krummet) nach Nahrung umsehen, ist auch dieser Zusammenhang möglich.

Nachwuchs war auch bei der Fränkischen Stubenmusik zu beobachten, die ihre Besucher im ehemaligen Tanzsaal des Museumsgasthofes Schwarzer Adler unterhielt. Am Hackbrett zeigte Lydia Drews Charlotte Abramowski und ihrem Bruder Lauritz den Umgang mit dem Hackbrett. Charlotte saß mit dem Cello im Sextett und spielt ansonsten Querflöte.

"Jeder, der Lust hat, kann auf dem Dorfplatz die Frasee (Francaise) mittanzen", hieß es auerdem in der Einladung zu den Volksmusiktagen. Und die Besucher hatten reichlich Lust, denn auf dem Tanzboden drängten sich die Tänzer regelrecht zu den Klängen der Hellmsermer Dorfmusikanten.

Den festlichen Abschluss des Volksmusiktages begingen die Hellmsermer Dorfmusikanten, die Winzersinggruppe Iphofen, die Fränkische Hausmusik, die Krametsvögel sowie die Saitenmusik Frank und Iris Bluhm wie in den Vorjahren in der kleinen Dorfkirche, wo sich die Zuhörer auf den Sitzplätzen drängten.