GNODSTADT

In Gnodstadt wird es wieder zünftig

Auch wenn die Narren momentan klar den Ton angeben: Wenn der Name Gnodstadt fällt, dann fällt Vielen sofort der Tag des Bieres ein, dann zählen manche die Tage rückwärts bis zum nächsten Mal: Seit 1998 lädt Sebastian Rank in seine Hausbrauerei, es gibt Deftiges zu hören und Deftiges zu essen, es wird gefeiert und geschunkelt, man rückt zusammen.
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Zünftig: Seit 1998 geht es zum Tag des Bieres beim Düll in Gnodstadt hoch her. Auf dem Bild stoßen 2002 Zuckerfee Daniela Rienecker, Michael Glos und Franz Brosch an, der mit Brauereichef Sebastian Rank zu den Vätern der Veranstaltung zählt. Foto: Archiv-Foto: Monika Schulz
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Auch wenn die Narren momentan klar den Ton angeben: Wenn der Name Gnodstadt fällt, dann fällt Vielen sofort der Tag des Bieres ein, dann zählen manche die Tage rückwärts bis zum nächsten Mal: Seit 1998 lädt Sebastian Rank in seine Hausbrauerei, es gibt Deftiges zu hören und Deftiges zu essen, es wird gefeiert und geschunkelt, man rückt zusammen.

Am Freitag, 17. April (19.30 Uhr) kommt der Bayerische Bauernverbands-Präsident Walder Heidl nach Gnodstadt, nachdem im Vorjahr Hubert Aiwanger den Saal gerockt hat. Entstanden ist das Spektakel einst auf Empfehlung der Brauereiverbände, alljährlich zum Jubiläum des Reinheitsgebots von 1516 einen „Tag des Bieres“ abzuhalten. „Die Idee war, dass wir zeigen, was wir können, wie groß unsere Bier-Vielfalt ist“, erinnert sich Sebastian Rank.

Freibier-Gäste

In Gnodstadt gab es in den beiden ersten Jahren Freibier und kostenlosen Schweinsbraten. „Da hatten wir Gäste, die sonst im ganzen Jahr nie da waren“, erinnert sich der Düll-Seniorchef. Damals wie heute macht es die Mischung: Zu scharfzüngigen Reden gibt es Festbier, deftiges Essen, Blasmusik. „Einer der Väter des Programms war der damalige CSU-Landtagsabgeordnete Franz Brosch. Wir wollten beide zünftige Reden, da hat er mir immer jemand vermittelt.“

Das ging auch mit Nachfolger Otto Hünnerkopf so weiter – bis 2013, als im September Landtag und Bezirkstag neu gewählt wurden. Da hat Rank Tamara Bischof eingeladen, wollte die Landrätin ein Grußwort sprechen lassen. „Das ist das Normalste auf der Welt“, findet der Gastgeber. Doch Bischof kam nicht zu Wort, weil Otto Hünnerkopf gefordert hatte, dann auch deren Bezirkstags-Gegenkandidatin Christine Bender (CSU) ein Grußwort sprechen zu lassen. Das wollte Rank nicht und machte dafür bei der Begrüßung umso deutlicher, wer in Gnodstadt Herr im Haus ist. Und dass es um den Tag des Bieres geht und nicht um irgendeine Partei.

Der Eklat war da – und als Rank sich mit Blick auf 2014 weigerte, die CSU wie von Hünnerkopf schriftlich gefordert als Mitveranstalter zu akzeptieren, zauberte er mit Hubert Aiwanger den Chef der Freien Wähler aus dem Hut. Ein Glücksgriff, weil der Niederbayer nicht nur gut reden kann, sondern sich nachher an viele Tische setzte und sich mit den Festbesuchern unterhielt. „Ich hatte viel Rückmeldung, dass das gut angekommen ist“, so Rank.

Otto Hünnerkopf hatte an dem Abend dann irgendwie einen absolut unaufschiebbaren Termin. Und danach offensichtlich keine Lust auf ein klärendes Gespräch: Stattdessen wurde für dieses Jahr das Jugendheim im Weinort Seinsheim angemietet, am Donnerstag, 23. April (20 Uhr) gibt es dort ebenfalls Blasmusik, eigens gebrautes Kellerbier, deftige Brotzeit, und natürlich auch eine deftige Rede. Diese hält Heimatminister Markus Söder, den Rank schon 2009, damals als Umweltminister, in Gnodstadt begrüßt hatte.

Abklatsch? Kopie? Plagiat? Das liegt im Auge des Betrachters. Sicher ist, dass sich die unnachahmliche Atmosphäre in der Brauhalle, das Ambiente, der knorrige Gastgeber, die gewachsene Tradition nicht einfach per Order weitertragen lässt. Und in Gnodstadt harrt man ohnehin gelassen der Dinge. „Der Bauernpräsident passt hervorragend hier her“, findet Rank, ist sehr gespannt, ob der Mann wieder eine neue Klientel anlockt.

Ein Mint-Döschen

Vielleicht ist es eine Begebenheit am Rande, die mehr über den Familienbetrieb erzählt als große Worte. Sichtbar stolz holt Sebastian Rank ein Blechdöschen heraus, das ihm seine Enkelin Antonia überreicht hat. „Sie hatte eine tolle Idee zu unserem Tag des Bieres: Auf dem Mintdöschen steht: 'Wer Bier trinkt, hilft der Landwirtschaft'. Und das ist jetzt das Motto für unseren Abend geworden.“

Bierfreunde können der ganzen Sache ja möglicherweise sogar etwas abgewinnen: Wenn der Faschingskater vorbei ist, darf man sich gleich auf zwei Bierfeste freuen. Und vielleicht findet ja jemand heraus, warum ausgerechnet die CSU-Veranstaltung von Otto Hünnerkopf laut Hochglanz-Flyer der „echte“ Tag des Bieres sein soll. Warum der Tag 499 Jahre den Brauereien gehörte und jetzt angeblich einer Partei.

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