Der Antrag von Martin Saugel auf einen Vorbescheid zur Errichtung von Windkraftanlagen auf dem heftig diskutierten Gebiet WK 22 (hinter dem Gewerbegebiet Ost in Prichsenstadt) löste am Donnerstagabend erneut Diskussionen im Stadtrat aus. Der Flächennutzungsplan der Stadt, nach dem die Nutzung von Windkraft im gesamten Gebiet der Großgemeinde für nicht zulässig erklärt ist, liegt derzeit beim Landratsamt zur Prüfung. Dieser Antrag auf einen Vorbescheid wird nun der Immissionsschutzbehörde vorgelegt. Vor dem Hintergrund, dass die Stadt keine Windräder will, stimmte der Rat mit 11:4 dafür, dass die Behörde den Willen des Rats in ihre Beurteilung einfließen lassen soll.

Einmal mehr brachten die Räte die hinlänglich bekannten Argumente für und wider Windkraft ein. Harald Rückert (CSU) setzte sich weiterhin für Windkraft ein. „Solange es die Energie nicht beim Aldi im Tetrapak gibt, muss sie ja irgendwo herkommen, also sollten wir zustimmen“, war seine Position.

Herwig Hinney (FBG) hingegen befand, dass in Prichsenstadt die Windhöffigkeit (durchschnittliches Windaufkommen an einem bestimmten Standort, Anm. d. Red.) „extrem niedrig ist. Außerdem würde ich gern wissen, warum in dem Antrag keine genauen Angaben über die Zahl der Anlagen sind.“ Hans-Dieter Kern (SPD) ist der Antrag auch zu dünn, „wir planen quasi in die Luft, es fehlen Zahlen“. Für Antworten verwies Bürgermeister Adolf Falkenstein auf den Antragsteller.

Keine Verhinderungspolitik

Michael Glos jun. (CSU) verwies darauf, dass sich Windräder erst ab einer bestimmten Höhe wirtschaftlich rechnen, „also erst wenn sie 200 Meter hoch sind“. Bei 100 Metern Höhe bräuchte man nicht mal einen Gemeinderatsbeschluss, doch so kleine Windräder kämen nicht in Frage.

Insgesamt, so der Bürgermeister, „müssen wir darauf achten, dass wir keine Verhinderungspolitik betreiben, das wäre nicht rechtskonform“. Noch sei weder vom Landratsamt noch vom regionalen Planungsverband eine verbindliche Aussage gekommen, wandte Hinney ein. „Wird dieses Gebiet durch übergeordnete Behörden entschieden, ist es wieder ein anderer Gesichtspunkt. Wir sollten bei unserer Entscheidung bleiben“, so Hinney. Dem schloss sich die Mehrheit der Räte an.

Die Aussprache und der Beschluss fanden übrigens ohne den zweiten Bürgermeister Alfons Saugel statt. Er ist mit dem Antragsteller verwandt und war während der Behandlung des Antrags nicht im Sitzungssaal.