MÖNCHSONDHEIM

Immer ein Renner: Quark mit Dämpfkartoffeln

„Mama, wie lang dauert das denn noch“, fragt der Dreikäsehoch, der mit beiden Händen und inzwischen hochrotem Kopf die Handkurbel an einem alten Butterfass dreht. „So eine gute halbe Stunde“, erfährt er von einer der Helferinnen am Stand. Das reicht, der kleine Mann lässt die Kurbel sausen und verkündet, dass er später wieder kommen werde.
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Vorsicht heiß: Frische Kartoffeln aus dem Dämpfer. Foto: FotoS (2): Ralf Weiskopf
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„Mama, wie lang dauert das denn noch“, fragt der Dreikäsehoch, der mit beiden Händen und inzwischen hochrotem Kopf die Handkurbel an einem alten Butterfass dreht. „So eine gute halbe Stunde“, erfährt er von einer der Helferinnen am Stand. Das reicht, der kleine Mann lässt die Kurbel sausen und verkündet, dass er später wieder kommen werde.

Ablösung ist schnell zu Stelle, denn viele Kinder wollen sich beim Herbst- und Kelterfest in der Mönchsondheimer Kirchenburg am Butterfass versuchen. Als Lohn winkt nach getaner Arbeit ein Butterbrot mit Schnittlauch, dazu ein Gläschen frisch gekelterter Trauben- oder Apfelsaft. Auch an den Obstmühlen und -pressen dürfen die Besucher selbst Hand anlegen.

„Frischer geht's nicht“, sagt Museumsleiter Reinhard Hüßner. Vom Baum oder Rebstock nehmen Äpfel und Trauben den Weg direkt in die Gläser der Besucher. Darauf ist man stolz in „Sundi“. Das gleiche gilt im übrigen für die anderen Spezialitäten. Die Sau, aus der der Presssack gemacht wurde, – der mindestens genau so begehrt ist wie die berühmte Krautwurst, wegen der Jahr für Jahr die Besucher das Fest stürmen, – erfreute sich vor nicht allzu langer Zeit noch in einem bäuerlichen Stall ihres Lebens.

Jetzt darf sie eine kulinarische Vermählung mit den erntefrischen Kartoffeln feiern, die kochend heiß aus einem Kartoffeldämpfer kommen. Dass es frische, grobe, fränkische Bratwürste gibt, versteht sich von selbst.

Wer aus Überzeugung kein Fleisch mag muss trotzdem nicht hungern. Statt Presssack oder „Krautworscht“ gibt's eben Quark oder „Zieberleskees“wie man in Franken mancherorts auch sagt. Für Leckermäuler, die auf Süßes abfahren, gibt es frische Apfelkräpfli mit „Vanill-Soß“ Zucker und Zimt.

Es ist heuer etwas ruhiger auf dem Fest, das liegt vor allem daran, dass sich der Himmel bedeckt zeigt, das Thermometer bei 15 Grad stehen geblieben ist und die Sonne sich – im Gegensatz zum Vortag – hinter Wolken versteckt.

Der guten Laune der Besucher und Veranstalter tut dies keinen Abbruch. Die deftige ,Hausmannskost wärmt von innen und reicht für alle, die Altmannshäuser Musikanten sorgen mit fränkischer Blasmusik für Heimatgefühle und die Kinder im Streichelzoo brauchen sich heuer um die Häschen und Meerschweinchen auch nicht streiten.

Wem es draußen zu kalt ist, geht ins alte Wirtshaus, bestellt sich einen Pott Kaffee und hausgebackenen Zwetschengen-, Käse-, oder Streuselkuchen und wärmt sich erstmal auf.

Für Kurzweil sorgen einige Burschen, die zeigen, wie mit Hobel und Stampfer Sauerkraut gemacht wird und einige „gstandne“ Mannsbilder, die am Nachmittag zu Dreschflegeln greifen und im Vierertakt wie anno damals Korn dreschen.

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