KITZINGEN

Im schweren Tritt zum Tannenberg

Unterwegs auf den TraumRunden durch den Landkreis: Nach dem Schwanberg steht die Tour Hüttenheim-Seinsheim auf dem Programm. Sie ist schön, aber nichts für lahme Füße.
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Traumhafter Ausblick: Der Anstieg auf den Bullenheimer Berg lohnt sich. Im kühlen Wald sitzend blickt man auf das Weinparadies. Foto: Foto: Franziska Baum
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Ob Zwei- oder Vierbeiner: Die TraumRunde Hüttenheim-Seinsheim ist nichts für lahme Füße. Die Schönheit der Route ist jedoch die Anstrengung wert.

Der Startpunkt der Tour ist leicht zu finden. Zwar gibt es in ganz Hüttenheim keine Straßennamen, was das Navigationsgerät kurz verwirrt, trotzdem ist der Wanderparkplatz leicht zu finden. Er liegt am Fuße des Tannenbergs und ist einer der beiden Ausgangspunkte, die in der Traumrundenbroschüre angeboten werden. Einen weiteren Einstieg gibt es ab Seinsheim.

Unser Wanderquartett besteht aus einem jungen Ehepaar, einem Teenager und einem eher faulen Hund. Keiner kennt sich in der Gegend aus. Trotzdem: Wir nehmen die anspruchsvolle Tour ohne Zögern auf uns. Der erste Anstieg durch die Weinberge direkt zum jüdischen Friedhof stellt kein Problem dar.

Es ist eine angenehme Steigung: rechts der Hüttenheimer Tannenberg und links ein toller Fernblick. Außerdem Weinstöcke so weit das Auge reicht. Die Wegweiser lassen sich bisher einfach finden. Sie lotsen uns über den historischen Herdweg an Hecken, Feldern und Streuobstwiesen vorbei. Ab hier läuft man im Halbschatten, was nicht nur für den Hund eine angenehme Sache ist. Beim Marsch durch den Weinberg im prallen Sonnenschein kommen alle ins Hecheln.

Angekommen am dritten Ausgangspunkt, der 8-Dörfer-Eiche, halten wir Ausschau nach einem großen Baum. Leider vergeblich. Die einzige Entdeckung macht der Vierbeiner: Einen Teich. Oder besser ein Matschloch. Der perfekte Ort, um sich abzukühlen, findet der Hund.

Darauf folgt die erste Verwirrung: Ein Wegweiser zeigt in Richtung Weinberge. Auf halbem Weg fällt uns zufällig ein anderes Schild ins Auge. Das führt dann auf den richtigen Weg in den Wald.

Wir laufen jetzt durch angenehm kühle Waldpfade. Im Seinsheimer Holz erhebt sich dann der erste steile Pfad vor uns – kein Problem für den Teenager. Als Vierzehnjähriges Mädchen ist man einfach noch zu jung, um zu merken, dass man für solche Steigungen Kondition braucht. Der Rest schnauft.

Entlang des Steigerwald-Panoramawegs geht es durch den Wald über den Bullenheimer Berg zur Ruine der Kunigundenkapelle. Von hier aus ist der Ausblick atemberaubend – Das Smartphone wird gezückt. Darauf folgt ein etwas holpriger Abstieg und wir finden uns zwischen Weinbergen wieder. Die Weinparadiesscheune kommt in Sicht und lockt mit kühlen Getränken. Ob Wein- oder Saftschorle: Erfrischung ist garantiert.

Zwei Anstiege stehen jetzt noch vor uns. Mit neuen Kräften erklimmen wir erst den alten Seinsheimer Steinbruch. Hier empfiehlt es sich, den Hund anzuleinen. Auch wenn man ein besonders mutiges Exemplar dabei hat, das gerne klettert. Danach stapfen wir noch über das Plateau des Hüttenheimer Tannenbergs bis zum Bergkreuz hinauf.

Am Kreuz am Tannenberg lässt es sich zum letzten Mal rasten, bis es durch ein kleines Wäldchen wieder zurück nach Hüttenheim geht. Zu viert haben wir knapp zweieinhalb Stunden für die Tour gebraucht. Also kann eine ausgedehnte Rast mit eingeplant werden.

ONLINE-TIPP

Mehr Informationen unter

www.wanderglueck-kitzingerland.de .

TraumRunde Hüttenheim-Seinsheim

Wegeverlauf: Ausgangsort Hüttenheim: Zugang ab dem Wanderparkplatz am Fuße des Tannenbergs. Von hier geht es zum Startpunkt Wanderhütte am jüdischen Friedhof (1). Der historische Herdweg 2 führt zur 8-Dörfer-Eiche (3). Danach steigt der Weg durch das Seinsheimer Holz auf den Kapellberg an. Die Route folgt dem Steigerwald-Panoramaweg durch den Wald über den Bullenheimer Berg zur Ruine der Kunigundenkapelle (4). Weiter geht es über ein Stück des Weinparadiesweges, es bietet sich eine Rast in der Weinparadiesscheune (5) an. Kurz danach erfolgt der Zugang von Seinsheim aus. Die Route führt weiter zwischen Weinhängen und an Naturbiotopen entlang und biegt dann in den Wald ein. Vorher ist ein kurzer Abstecher zur Aussichtskanzel Seinsheimer Hohenbühl (6) möglich. Nach einem kurzen und steilen Anstieg im Wald wird der alte Seinsheimer Steinbruch (7) erreicht. Nach einer kurzen Schlaufe geht es wieder in die

Weinberge zur Wanderhütte am

Matzenberg (8). Durch den Taleinschnitt steigt der Weg auf das Plateau des Hüttenheimer Tannenbergs hinauf. Ein beliebter Rastplatz ist das Kreuz

am Tannenberg (9), welches zur

Erinnerung an die Wiedervereinigung

Deutschlands errichtet wurde.

Durch ein kleines Wäldchen geht es zurück nach Hüttenheim

Die Daten: Gut 8,5 Kilometer lang, Gehzeit rund drei Stunden. Das Gelände ist anspruchsvoll. Auf- und Abstieg: jeweils 278 Höhenmeter. Eine gute bis sehr gute Kondition ist nötig.

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