PRICHSENSTADT

Im Zick-Zack-Kurs auf Pilzsuche: In der Region Kitzingen gibt es bis zu 1800 Arten

„Keine Lamellen“ – das ist die Botschaft, die Karl Wenner seinen Begleitern bei der Pilzsuche im Steigerwald mit auf den Weg gibt. Rudolf Keß, der Wenner seit gemeinsamen Kurtagen kennt und sein Sohn Bernd aus Arnstein (Lkr. Main-Spessart) sind extra in den Steigerwald gekommen, um mit ihm zusammen auf Pilzsuche zu gehen. Seit 55 Jahren geht der Prichsenstädter regelmäßig dafür in den Wald. „Experte“ auf diesem Gebiet – so will sich der 68-Jährige aber nicht nennen.
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Erfolgreiche Jagd: Der Prichsenstädter Karl Wenner hat im Steigerwald bei der Pilzsuche einen Steinpilz gefunden. Foto: Foto: Julia Schmitt
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„Keine Lamellen“ – das ist die Botschaft, die Karl Wenner seinen Begleitern bei der Pilzsuche im Steigerwald mit auf den Weg gibt. Rudolf Keß, der Wenner seit gemeinsamen Kurtagen kennt und sein Sohn Bernd aus Arnstein (Lkr. Main-Spessart) sind extra in den Steigerwald gekommen, um mit ihm zusammen auf Pilzsuche zu gehen. Seit 55 Jahren geht der Prichsenstädter regelmäßig dafür in den Wald. „Experte“ auf diesem Gebiet – so will sich der 68-Jährige aber nicht nennen.

Zu jeder Suche gehört das richtige Werkzeug, das er zu Beginn austeilt: Körbchen, Messer, Pinsel und Pilzführer. Und auch der Rentner ist bestens gerüstet: grüne Mütze, gelbe Jacke, roter Rucksack. „Die Jacke reflektiert, sodass wir uns im Wald nicht verlieren und der Rucksack ist schon 50 Jahre alt und bringt mir immer noch Pilzglück.“

Karl Wenner ist routiniert. Obwohl die braunen und weißen Kappen optisch im Waldboden zwischen Ästen und Laub verschwinden, sieht er die verschiedenen Pilze schon vom Weg aus: „Man muss ein Auge dafür haben.“

Von essbar bis tödlich

Bei der Pilzsuche geht es dann im Zick-Zack durchs Geäst. „Wir laufen Ziehharmonika und nicht auf den Boden schauen, sondern immer zwei bis drei Meter nach vorne. Dann sieht man die Pilze am besten“, gibt Wenner Hilfestellung.

Im Steigerwald und in der Maingegend gibt es zwischen 1500 und 1800 Pilzarten, erklärt der Rentner während der Suche. Doch Obacht: Essbar, genießbar, ungenießbar, giftig, tödlich giftig – nicht alle sind für die Pfanne geeignet. „Wer keine Ahnung von Pilzen hat, sollte nur Pilze mitnehmen, die einen Schwamm haben. Da ist kein giftiger dabei“, sagt Wenner. Nur bei Pfifferlingen macht er bei seiner Suche eine Ausnahme. Doch wer den sogenannten falschen Pfifferling erwischt, dem geht es elend.

Frisch in die Pfanne

Wenn sich ein Pilz findet, genügt meistens nur ein Rundumblick, um auf eine ganze Familie zu stoßen. Der eingesammelte Pilz ist nur der Fruchtkörper. Der eigentliche Pilz ist das Geflecht in der Erde. Damit viele Pilze sprießen, muss es feucht, hell und nicht zu warm sein. Aber auch zu viel Regen tut den Pilzen nicht gut, erklärt der 68-Jährige.

Maronen, Steinpilze, Birkenpilze – das Körbchen füllt sich. Dass die Pilze luftig transportiert werden, ist wichtig. „Zerknautschte und nasse Pilze sind unbrauchbar“, sagt Wenner. Im Korb kann man sie sortieren und macht die anderen nicht kaputt. Nachdem er die Pilze knapp über der Erde abgeschnitten hat, putzt er sie gleich.

Mit Finger, Pinsel und Messer entfernt er die Erde und den Schwamm. Damit sind die Pilze gleich zum Kochen daheim bereit. Waschen wird er sie nicht. „Da leiden Geschmack und Qualität.“ Nur kurz abbrausen und gleich in die Pfanne, erklärt er, während er von Rezepten schwärmt.

Der Prichsenstädter ist ein erfahrener Pilzsammler. Er merkt sich „seine Ecken“ – und achtet penibel genau darauf, dass er sie anderen Sammlern nicht verrät. Aber er weiß auch: „Jeder übersieht Pilze. Es kann nie sein, dass einer alles abräumt.“

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