IPPESHEIM

Im Weinparadies Franken daheim

Die Geschäftsführerin des Weinparadieses Franken, Annerose Pehl-Dürr, ist in den Ruhestand gegangen. Sie kann stolz auf das zurückblicken, was sie in den letzten Jahren geleistet hat.
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Annerose Pehl-Dürr hat das Weinparadies Franken zu einer Marke gemacht. Jetzt ist sie im Ruhestand und genießt ganz privat die Vorzüge des Weinparadieses. Foto: Foto: Gerhard Krämer

Die langjährige Geschäftsführerin des Weinparadieses Franken, Annerose Pehl-Dürr, ist in den Ruhestand gegangen und kann stolz auf das Geleistete zurückblicken: Das Weinparadies Franken ist zu einer weit in der Region bekannten Marke geworden.

Die gebürtige Ippesheimerin Annerose Pehl-Dürr lernte Hotelfachfrau, besuchte eine Sprachenschule, arbeitete in einem Hotel im französischem Teil der Schweiz, war stellvertretende Direktorin im einem 130-Zimmer-Hotel im Raum Nürnberg-Erlangen, später Empfangschefin im Maritim-Hotel in Würzburg und für kurze Zeit im Hotel Pyramide in Bad Windsheim tätig, bevor sie 2008 die Nachfolge von Rüdiger Eisen in der Geschäftsführung des Weinparadieses Franken antrat.

Damit kehrte sie beruflich in ihre Heimat zurück. Denn als junge Frau, als sie aus Richtung Nürnberg kommen, über Nenzenheim und den Frankenberg durch die Weinberge über den heutigen Weinparadiesweg Richtung Ippesheim fuhr, wusste sie, „jetzt bin ich daheim“. Damals, so erzählt sie im Gespräch mit dieser Zeitung, gab es noch Tore an den Weinbergen. „Ich wurde einmal sogar eingeschlossen“, erinnert sie sich.

Schon damals dachte sie: „Aus der Gegend kann man mehr machen.“ Denn sie kannte die Weinstuben im Elsass und erkannte, dass man so den Wein vermarkten muss. Wenn die Nürnberger in die Fränkische Schweiz fahren, um Schäufele zu essen, dann müsste es auch gelingen, dass sie hierher fahren. Das sei Dank des Bocksbeutelexpresses auch gelungen, freut sich die 63-Jährige.

Auf diese Erfolge galt es nun aufzubauen, auch wenn sie „nur“ ein „Eine-Frau-Betrieb“ war, oder wie sie sich meist vorstellte, eine „One-Woman-Show“. Ihr erklärtes Ziel, dem sie vieles untergeordnet hat: Aus dem Weinparadies Franken in der weintouristischen Szene eine Marke zu machen. Das darf Annerose Pehl-Dürr „als gelungen“ abhaken. Die Weindörfer am südlichen Steigerwaldrand haben durch den Verbund - ein gelungenes Beispiel einer erfolgreichen Regionalentwicklung - eine Bekanntheit erlangt, die sie als einzelne nie erreicht hätten. Ihr Traum, den Tourismus hier zu etablieren, ging in Erfüllung.

Da ihre Stelle eine zeitliche wie auch finanzielle Grenze hatte, musste sie das Wichtigste zuerst machen. „Ich hoffe, es war auch das Wichtigste“, reflektiert Annerose Pehl-Dürr selbst ihre Arbeit, mit der sie stets versucht hat, das Weinparadies nach vorne zu bringen.

Nach dem sie dann 2008 in ihren Büro saß, galt es für sie, eine Basis für ihre Arbeit zu schaffen. Sie machte sich an die Konzeption eines neuen Prospekts. Hilfe für ihre Arbeit kam vom Präsidenten der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau, Hermann Kolesch. Dieser hatte für ein Relaunch nämlich Zuschüsse in Aussicht gestellt.

Von Stammtisch bis Tanzkurs

So gab es im Laufe der Zeit ein neues Logo, Infotafeln, Willkommensschilder, Fahnen, eine Wanderkarte, die Genussroute, Gläser, eine neue Homepage, den Paradieswein und vieles mehr. Im Innenmarketing setzte die frühere Geschäftsführerin auf Arbeitskreise, zum Beispiel mit den Weinprinzessinnen, Direktvermarktern, Übernachtungsanbietern oder den Gästeführern, die für sie eine wichtige Säule im Paradies darstellen. So führte sie auch die „Kabinettstückchen“ ein, womit die Gäste themenbezogen das Weinparadies kennen lernen konnten. Jüngstes Kind waren die regelmäßigen Treffen der Jungwinzer, aus denen der Weinparadiesstammtisch entstanden ist. Damit die Weinprinzessinnen bei den Weinparadiestagen auch Tänzer haben, hat Pehl-Dürr auch einen Tanzkurs organisiert.

Viel Kraft und Nerven hat sie der Umbau der Weinparadiesscheune gekostet. Doch Mühen und Strapazen stellt sie rasch hinten an, kam doch mit Kristin Langmann eine Fränkische Weinkönigin aus dem Paradies und zudem gab es den Weintourismuspreis, der gebührend gefeiert wurde. Was in ihrer Amtszeit nicht mehr verwirklicht hatte werden können, war der Radweg durch das Weinparadies. Der soll nämlich zusammen mit dem Radwegekonzept des Landkreises Neustadt/Aisch-Bad Windsheim verwirklicht werden, das gerade am Entstehen ist. Darum muss sich nun ihre Nachfolgerin Kerstin Kloha kümmern. Und um was kümmert sich Annerose Pehl-Dürr in ihrem Ruhestand? „Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht“, sagt sie – und lacht.

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