Kitzingen
Abschiebung

Im Sommer abgeschoben: Wie geht es Ali Akbari?

Ein in Kitzingen lebender Flüchtling bringt es 2018 zu zweifelhafter Berühmtheit: Er wurde an Seehofers 69. Geburtstag nach Afghanistan abgeschoben. Eine Spurensuche.
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Ali Akbari hat bei Bayern Kitzingen Fußball gespielt und wurde im vergangenen Sommer nach Afghanistan abgeschoben. Foto: Tobias Böhm
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Seit einem halben Jahr ist Ali Akbari nun weg aus Kitzingen. Sein Fall erinnert an Murtaza Azizi, der am 7. Januar nach Afghanistan abgeschoben wurde.   Am 3. Juli 2018 brachte Akbari es als einer von 69 Flüchtlingen zu zweifelhafter Berühmtheit:  Sie wurden am 69. Geburtstag von Bundesinnenminister Seehofer (CSU) in einer Art Blitzaktion abgeschoben und außer Landes gebracht. Am Morgen stand die Polizei im Zimmer der Flüchtlingsunterkunft Akbaris, am Abend saß er im Flugzeug Richtung Kabul.  Was ist aus dem 23-Jährigen Akbari geworden?

Kitzinger Fußball-Freunde halten Kontakt

Seine Freunde und Fußball-Kameraden im Sportverein Bayern Kitzingen halten Kontakt zu Ali Akbari – so gut das eben möglich ist. Tobias Böhm sagt: „Es geht ihm so weit gut.“ Telefoniert haben sie mit ihm nicht. Der Verbindung beruht auf dem Weg sozialer Medien und hier vor allem über WhatsApp. Die bislang letzte Nachricht stammt vom 6. Januar.

Nach seiner Abschiebung hatten sie ihm Geld geschickt, transferiert per Western Union. Abholen konnte er es erst nach Wochen, als sich die Lage in der Provinz Daikundi beruhigt hatte. Dort, in der gebirgigen Zentralregion Afghanistans, ist Ali Akbari untergekommen, angeblich bei Freunden – so genau wissen das seine Kumpels aus Kitzingen nicht, mit denen er mehr als zwei Jahre sein Leben teilte.

Manche Angaben seien widersprüchlich, sagt Böhm. Die Hoffnung, dass Ali nach Deutschland zurückkehren könne, sei gering. Die Provinz Daikundi ist mehr als 400 Kilometer von der Hauptstadt Kabul entfernt mit schwacher Infrastruktur und ohne asphaltierte Straßen. Das Bundesverwaltungsgericht stuft die Region in einem Urteil vom Februar 2018 als „relativ friedliche Provinz“ ein und stützt sich dabei auf Lageberichte der Vereinten Nationen. Auch die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl schreibt Anfang 2017, die Zahl der zivilen Opfer in der Provinz Daikundi sei in „absoluten Zahlen vergleichsweise gering“. Das hänge aber auch mit der geringen Fläche und Einwohnerzahl zusammen.

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