Kitzingen liegt bei der durchschnittlichen Milchmenge aller Landkreise in Unterfranken im vergangenen Jahr an der Spitze. Durchschnittlich 7900 Liter pro Kuh lautet das Ergebnis der jüngsten Milchleistungsprüfung voll- und teilgeprüfter Kühe und Betriebsrassen für die Landwirte aus dem Kreis Kitzingen.

Die Zahlen legten die Mitarbeiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Würzburg (AELF), des Rinderzuchtverbands Franken und des Milcherzeugerrings Unterfranken bei einer Informationsveranstaltung im Gasthaus „Schwarzes Ross“ in Hörblach auf den Tisch. Rang zwei bei der Menge belegt der Kreis Aschaffenburg mit 7780 Liter vor Main-Spessart (7664) und Schweinfurt (7655).

Bei den Kuhrassen dominiert laut Fachberater für Milchleistungsprüfung Claus Schmiedel nach wie vor das Fleckvieh mit fast 70 Prozent. In den Ställen unterfränkischer Landwirtsbetriebe stehen ferner 24 Prozent schwarzbunte Kühe sowie jeweils drei Prozent Gelbvieh und rotbunte Kühe.

Obwohl in Bayern die Anzahl aller Betriebe um 866 schrumpfte, schnellte die Zahl der Milch liefernden Kühe um 12 000 nach oben. Unterfranken liegt beim Rückgang der Betriebe mit 31 am Ende der Liste aller Regierungsbezirke. Schmiedel informierte über die Zuverlässigkeit des PAG-Tests, einer Art Schwangerschaftstest für Kühe. Die Ergebnisse des Tests können „trächtig“ oder „nicht trächtig“ aber auch „unklar“ lauten. Der Test sei kein direkter Nachweis des Kalbes, so Schmiedel.

Wolfgang Holzinger, Rinderzuchtleiter beim AELF, blickte auf ein erfolgreiches Zuchtjahr zurück. Mit 409 Zuchtbullen wurden von den fränkischen Züchtern so viele wie noch nie verkauft. 50 Bullen gingen an Besamungsstationen.

Im Durchschnitt wurden für die Besamungsbullen 8 554 Euro bezahlt, wobei der Spitzenbulle im abgelaufenen Geschäftsjahr 64 000 Euro erzielte. „Insgesamt fließt dem Zuchtbereich bei uns deutlich mehr Geld zu als früher“, so Holzinger. Es gab über 1000 genomische Untersuchungen und bei 35 Embryotransfers wurden 395 Embryonen gewonnen.

Mit Blick auf die Zukunftsaufgaben meinte Holzinger, man müsse vor allem die weitere Verbreitung der natürlichen Hornlosigkeit im Auge haben. Die Zucht gegen Erbfehler werde weiter finanzielle Anstrengungen erfordern. Der Zuchtleiter will sich um eine Verbesserung der Gesundheit der Tiere durch die Weiterentwicklung des Erfassungssystems ProGesund verstärkt einsetzen.

Verbandsverwalter Wolfgang Wanner informierte über die Vermarktung von Zuchttieren und Nutzkälbern. Der Fachberater für Rinderzucht Klaus Förster legte die aktuellen Zuchtwerte der Vererber in der Rinderbesamung der verschiedenen Rinderrassen und die genomische Zuchtwertschätzung vor. Hinweise zur Rinderfütterung gaben die Fütterungsberater Matthias Manger und Roland Wehner.

Milchviehtag

Der unterfränkische Milchviehtag 2015 fand am Dienstag, 3. Februar, in der Kantine Frankenhalle in Dettelbach, Adolf-Oesterheldt-Straße, statt. Das Treffen stand unter dem Motto „Damit die Arbeit nicht krank macht“.

Am Donnerstag, 12. Februar trifft man sich ab 9.30 Uhr zum Stallbauseminar im LVFZ Schwarzenau. Anmeldung und Information erteilt das AELF in Schweinfurt unter Tel. (0 97 21) 80 87-0.