GEROLZHOFEN

Im Oktober läuft Probebetrieb an

Auf dem Bau herrscht oft ein rauer Umgangston. Dass das manchmal auch auf der Großbaustelle Geomaris so ist, will Bürgermeister Thorsten Wozniak gar nicht bestreiten. Wohl aber, dass es dort „drunter und drüber“ geht, wie in der Stadt bisweilen erzählt wird.
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Sieht aus wie fertig: Die Ostseite des Geomaris zieren die Farbtöne grün und braungrau, aber fertig ist das Bad noch längst nicht. Foto: Foto: N. Finster

Auf dem Bau herrscht oft ein rauer Umgangston. Dass das manchmal auch auf der Großbaustelle Geomaris so ist, will Bürgermeister Thorsten Wozniak gar nicht bestreiten. Wohl aber, dass es dort „drunter und drüber“ geht, wie in der Stadt bisweilen erzählt wird.

Konflikte entstehen etwa dadurch, dass im Geomaris zwei Bauleiter verschiedene Aufgabenfelder haben. Oder Bauleitung und Stadtbaumeister Jens Pauluhn oder Geomaris-Betriebsleiter Wolfgang Schulz sich nicht einig sind. Da könne es schon mal hektisch und laut werden oder zu Verzögerungen kommen. Manchmal sind Firmen aber auch zu früh fertig, so dass immer mit Terminen jongliert werden muss.

Verzögerungen seien laut Wozniak aber bis jetzt stets aufgeholt worden, so dass der Terminplan unverändert bleibt: Bis Mitte Oktober soll der Probebetrieb im Bad anlaufen. Imme noch seien Gewerke zu erledigen, bei denen Verspätungen entstehen könnten, räumt Wozniak ein. Zurzeit sind Decken- und Trockenbauer sowie Elektriker im Haus.

Der Probebetrieb dauert mindestens vier Wochen. Dabei werden die Becken befüllt und die gesamte Technik überprüft. Mit der offiziellen Inbetriebnahme rechnet Wozniak Ende November oder Anfang Dezember. Im Plan liegt man bei den Kosten – Stand Ende Juni: unter 9,2 Millionen Euro. In Teilen der Bevölkerung indes spekuliert man, dass am Ende die Zehn-Millionen-Grenze fallen wird. „Dann würde ich viel Geld verlieren“, sagt Wozniak. Er hat private Wetten abgeschlossen, dass diese Grenze nicht überschritten wird. Der Bürgermeister ist durchschnittlich alle zwei Wochen auf der Baustelle. Stärker eingespannt ist Stadtbaumeister Jens Pauluhn, der 80 Prozent seiner Arbeitszeit mit dem Geomaris verbringt. Voll einbringen muss sich der Bauhof, denn laut Kostenkalkulation muss er Eigenleistung von 250 000 Euro erbringen. „Andere Firmen auf dem Bau loben die fachliche Leistung unserer Leute“, freut sich der Bürgermeister.

Verträge und Tarife

Voll beschlagnahmt ist Betriebsleiter Wolfgang Schulz. Er ist fast ständig auf der Baustelle, um genau mitzubekommen, wo was liegt. Daneben bereitet er Verträge vor, etwa mit Energie-Lieferanten oder Firmen, die Lebensmittel für die Cafeteria liefern. Und Schulz hat bereits einen Plan zu den Eintrittstarifen ausgetüftelt, der wohl im Herbst vor den Stadtrat kommt.

Schließlich geht es auch um Details. „Welches Bild am Kinderbecken hängt, ist in der Wahrnehmung des Besuchers viel wichtiger als die nicht sichtbare Technik, auch wenn das Bild nur 1000 Euro kostet und irgendwelche Kabelstränge in die Hunderttausende gehen“, sagt Wozniak. Und es geht auch noch darum, welche Außengestaltung zum neuen Baukörper des Geomaris passt.

Selbst wenn das Bad geöffnet sein wird, rechnet Wozniak noch mit mindestens einem Jahr für die endgültige Bauabwicklung, etwa bei der finalen Kostenabrechnung. Dann erst wird man sehen, ob er beim Wetten gewonnen oder verloren hat.

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