Mainstockheim
Versorgung

Im Mainstockheimer Wasser ist zu viel Sulfat

Bis Ende 2013 muss der neue Mainstockheimer Trinkwasserbrunnen betriebsbereit sein. Ideal ist das Wasser aber nicht, was eine Versuchsbohrung ans Tageslicht gebracht hat.
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Die Versuchsbohrung für einen neuen Trinkwasserbrunnen wurde fündig und ergab eine mehr als ausreichende Schüttung.  Foto: G. Bauer
Die Versuchsbohrung für einen neuen Trinkwasserbrunnen wurde fündig und ergab eine mehr als ausreichende Schüttung. Foto: G. Bauer
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Die Versuchsbohrung für einen neuen Trinkwasserbrunnen an der Dettelbacher Straße waren erfolgreich, Schüttung und Wasserqualität reichen aus, um die Gemeinde sicher mit Trinkwasser zu versorgen. Diese Bilanz zogen Heike Kraus und Sven Müller vom Ingenieurbüro BaurConsult in ihrer Vorstellung der Ergebnisse bei der Gemeinderatssitzung.

Drei Zuflüsse gefunden

Bei der niedergebrachten Versuchsbohrung wurden drei Zuflüsse gefunden. Aus der oberen Muschelkalkschicht kamen in 33 Metern Tiefe rund neun Prozent der Schüttung, zwischen 43 und 46 Metern kamen aus der Mittleren Muschelkalkschicht mehr als 90 Prozent der Schüttung mit einer Temperatur um 13 Grad Celsius.
"Es gibt eine Entnahmemöglichkeit von 53 Litern pro Sekunde (l/sec), 20 l/sec sind jederzeit verfügbar", berichtete Geologin Heike Kraus. Festgestellt wurde zudem, dass der mehrere Tage dauernde Pumpversuch bei anderen Brunnen wie in Albertshofen auf der gegenüberliegenden Mainseite keine Reaktionen erkennen ließ. Allerdings liefere der Versuchsbrunnen Wasser mit 48 Härtegraden, aus dem alten Brunnen kämen 38 Grad.

Mikrobiologisch einwandfrei

Das gefundene Wasser ist mikrobiologisch einwandfrei, der Sulfatgehalt bewegt sich allerdings bei 488 Milligramm pro Liter (mg/l), beim alten Brunnen sind es bis zu 399 mg/l. Die Geologin empfahl die Versuchsbohrung als Brunnen aufzubohren und an die vorhandenen Leitungen anzuschließen.
"Unsere Hoffnungen auf geringeren Sulfatgehalt haben sich nicht bewahrheitet", beklagte Bürgermeister Karl-Dieter Fuchs (FBB). Er ergänzte, dass die oberhalb gelegenen Zuflüsse plombiert werden müssten. Die Entnahmegenehmigung für den alten Brunnen laufe noch bis Ende 2013, bis dahin müsse die Betriebsbereitschaft für den neuen Brunnen hergestellt sein.

Ausbau zugestimmt

Für den alten Brunnen bestehe eine Ausnahmegenehmigung, dass Wasser mit einem Sulfatgehalt bis 500 mg/l verwendet werden darf, der Grenzwert liegt bei 250 mg/l. "Das bedeutet, dass wir das Wasser möglicherweise behandeln müssen", kündigte Fuchs an. Neben den Betriebskosten müsse auch noch mit Baukosten gerechnet werden.
Der Gemeinderat stimmte dem Brunnenausbau im Frühjahr 2013 ebenso zu wie der Vergabe des Planungsauftrages für ein Anschlussgebäude und eine Netzverbindung. Die Vergabe wurde in den nichtöffentlichen Teil der Sitzung verwiesen.



Im Löwen kann es weitergehen


Für den Gasthof zum Löwen zeichnet sich eine Zukunft ab. Bürgermeister Karl-Dieter Fuchs (FBB) berichtete in der Gemeinderatssitzung, dass sich Barbara Keller aus Thüngen für die Übernahme des renommierten Gasthofes interessiere, jedoch nur, wenn im rückwärtigen Bereich ein Biergarten angelegt werden könne.
Dazu solle ein kleines Ausschankhäuschen mit sechs mal vier Metern gebaut werden. Die Platzzahl ist mit bis zu 200 Personen angegeben. Die Schankzeit soll zwischen 9 Uhr und 22 Uhr liegen, Sanitäranlagen können im früheren Pferdestall eingerichtet werden.
"Baurechtlich befindet sich das Vorhaben im Außenbereich, außerdem geht es um eine Nutzungsänderung", erklärte Fuchs.
Vor allem wegen der erforderlichen Parkplätze mit Zufahrt über den Radweg erhob Dieter Burlein (FBB) erhebliche Bedenken. Mit 200 Plätzen, so fand Hugo Reiter (FBB), handele es sich um einen Biergarten für sich. Er forderte Auflagen zur Lösung der Parkplatzfrage.
Ingolf Klein (CSU) kündigte an, mit ihm sei eine Zufahrt über den Radweg nicht zu machen. Fuchs gab jedoch zu bedenken, dass dies die Chance für den Erhalt der einzigen Gastwirtschaft sei. Sabine Fuchs (FBB) ergänzte, dass es sich bei der Platzzahl um eine rein kalkulatorische Größe handele, die Frequenz sei in Wirklichkeit sicher viel niedriger.
Schließlich einigte sich die Ratsrunde und kündigte an, sich mit dem Vorhaben anfreunden zu können. Voraussetzung sei allerdings eine Lösung bei den Parkplätzen und der Zufahrt dorthin.


Debatte um die Erddeponie


Eigentlich ging es bei der Erddeponie des Unternehmens LZR aus Kitzingen nur um die Frage, ob ein Bebauungsplan erforderlich ist oder nicht.
Zunächst jedoch ergaben sich in der Gemeinderatssitzung Irritationen um die Begriffe Erddeponie und Deponieklasse DK 0. Erddeponie, so die einhellige Meinung am Ratstisch, bedeute lediglich die Ablagerung von Erdaushub. Die Vorgaben für die Deponieklasse DK 0 hingegen erlaube die Mitablagerung von bis zu zehn Prozent Bauschutt, der aber nichts enthalten dürfe, was sich auf das Grundwasser auswirken könnte.
"Ziegelschutt, Porzellan und Glas ja, aber kein Beton", machte Bürgermeister Karl-Dieter Fuchs (FBB) deutlich. Für ihn komme ein Bebauungsplan nicht in Betracht, denn die Verfüllzeit der Deponie sei absehbar, sie werde in drei Bauabschnitten verfüllt und es seien keine festen Gebäude geplant. Lediglich eine bewegliche Waage und einen Bürocontainer sowie eine Toilette wolle das Unternehmen aufstellen. "Erddeponie, bewegliche Waage und Bürocontainer will ich festgeschrieben sehen", forderte Horst Schiffler (SPD), der feste Betriebsgebäude kategorisch ausgeschlossen haben wollte.
Die Ratsrunde folgte dem Vorschlag des Bürgermeisters und hob ihren früheren Beschluss, einen Bebauungsplan zu erstellen, wieder auf. Statt dessen wird ganz darauf verzichtet. Es gab eine Gegenstimme.
Im Zusammenhang mit der Erddeponie erließ der Gemeinderat eine bislang nicht vorhandene Sondernutzungssatzung, in der die Benutzung von gemeindeeigenen Wegen über den normalen Gebrauch hinaus geregelt wird. Beschlossen wurde zudem die zugehörige Sondernutzungsgebührensatzung.
Das Bauvorhaben von Margit und Patric Boullanger im Tännig entspricht weitgehend dem Bebauungsplan, überschreitet jedoch die Baulinie. Hangabgrabung und Traufhöhe werden ebenfalls überschritten, die Nachbarn haben zugestimmt.
Der Gemeinderat beschloss seine jährliche Aufwandsentschädigung auf 480 Euro ab dem 1. Januar 2013 anzuheben. Es gab zwei Gegenstimmen.
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