VOLKACH

Im Labyrinth aus Liebe, Lust und Lügen

Zurück zu den Wurzeln heißt es für den Schauspieler Florian Bruno Kondur, wenn er aus Berlin nach Rimbach kommt. Sein Traum: eine Show in Volkach.
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Der Musicaldarsteller Florian Bruno Kondur lebt in Berlin, aber er kommt immer gerne in seine fränkische Heimat.
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Florian Bruno Kondur ist am Ziel seiner Träume. Vor zehn Jahren zog der 29-jährige Rimbacher nach München und studierte darstellende Kunst. In Berlin gründete er im vergangenen Jahr das Theater Flowcircus. Schon das erste Stück der kleinen, aber feinen Bühne hat riesigen Erfolg. Mit dem Musical „Cougar – auf der Jagd nach jungen Männern“ kehrt der Produzent und Schauspieler Anfang April in seine Heimat zurück. Am 7. und 8. April, jeweils um 20 Uhr, wird das Stück von Donna Moore in Volkach in der Mainschleifenhalle aufgeführt.

Florian wird zu Dick

Cougar wird eine Frau jenseits der 40 betitelt, die ihrer Lust auf jüngere Männer selbstbewusst nachgeht. Hauptfigur des Stückes ist Maria-Marie, eine starke, sexuell emanzipierte und selbst ernannte Cougar-Frau. Sie will diesen Titel feministisch verstanden wissen, was sie als Besitzerin einer Cougar-Bar in Berlin auslebt.

Wie eine Raubkatze geht sie dort auf die Jagd nach jüngeren Sexualpartnern, die sich ihr reihenweise ergeben. Zu ihren Weggefährten gehören die Frauenrechtlerin Clara und die geschiedene Lili. Die Frauen begeben sich auf ihren ureigenen sexuellen Befreiungstrip, der sich jedoch auf ihren „Beutezügen“ im Labyrinth aus Liebe, Lust und Lügen zu verlieren droht. Mittendrin ein muskulöser junger Mann: Dick alias Florian Bruno Kondur.

Ausbildung als Maler und Friseur

Zurück zu den Wurzeln lautet in den kommenden Wochen das Motto des Rimbachers, der im Kitzinger Krankenhaus geboren wurde und in dem Volkacher Ortsteil zusammen mit seiner älteren Schwester aufwuchs. Nach dem Schulabschluss absolvierte er eine Lehre zum Maler, danach einer Friseurlehre. Beide Ausbildungen schloss er mit der Gesellenprüfung ab. 2008 zog er nach München und arbeitete dort als Friseur. Sein Studium in Tanz, Gesang und Schauspiel auf der Abraxas Musical Akademie (AMA) musste er aus finanziellen Gründen abbrechen.

Drei Monate war er als Tänzer und Sänger auf einem Kreuzfahrtschiff unterwegs, ein Jahr als Animateur in einem Jugendhotel in Barcelona. Als für die Rolle des Prinzen in „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ in einem Familienmusical am Theater in Dresden ein Darsteller gesucht wurde, hatte er das Glück des Tüchtigen.

Schwere Krankheit

Vier Monate stand er auf der Bühne des Musiktheaters. Es folgten eine Tanzrolle in einer Operette in Lübeck, später Einzelrollen in Operetten und einer Musical-Gala als Tänzer und Sänger. Die Liebe ließ ihn vor fünf Jahren nach Berlin umziehen. Nach einer schweren Krankheit, die ihn eineinhalb Jahre niederstreckte, fasste er wieder Mut und studierte Gesang.

Mit Blick auf seine eigene Zukunft fasste er den beruflichen Entschluss, etwas Eigenes zu machen. In einem meist leer stehenden Theater in Berlin mietete sich Florian Bruno Kondur ein. Er fragte das Ensemble, mit dem er zuletzt spielte, ob es sein neues Projekt unterstützen würde. Schnell fand er Befürworter seiner Idee. Das Flowcircus-Projekt und die Inszenierung des Stückes „Cougar“ konnten beginnen. „Wir sind mittlerweile ein eingespieltes Team“, sagt er zur Bühnenbesetzung.

Angst vor der Frauenübermacht

Mit drei gestandenen Schauspielerinnen auf der Bühne zu stehen, war für Florian Bruno Kondur schon eine große Herausforderung. Sein größtes Problem am Anfang: „Die waren halt wesentlich älter als ich.“ Mittlerweile hat das „ungleiche“ Quartett Routine bekommen, die Angst vor der Frauenübermacht ist bei Florian Bruno Kondur gewichen. Seit der ausverkauften Premiere Anfang Oktober in Berlin spielte die Flowcircus-Crew in München und anderen deutschen Städten. „Als neuer Betrieb im Theaterbereich haben wir uns sehr schnell gemausert. Wir sind auf der Überholspur“, ist Kondur stolz.

Er freut sich schon auf Volkach und viele Besucher aus seiner fränkischen Heimat. „Es war schon immer mein Wunsch, eine Show dieser Klasse nach Volkach zu bringen“, schwärmt der Schauspieler. „In meiner Heimat komme ich immer wieder zurück auf den Boden. Mir tut das wahnsinnig gut“, erzählt er von großer Heimatverbundenheit. „Da kann ich runterfahren und an alte Zeiten zurückdenken.“

Suche nach den Wurzeln

Auf seinen Spaziergängen durch die Rimbacher Flur genießt er die visuellen Antworten auf die Frage: „Woher komme ich und wo sind meine Wurzeln?“ Schauspielen ist für ihn „Befreiung. Auf der Bühne kann ich meine Gefühle ausleben, lachen und weinen.“ Wenn sein Publikum mitweint oder -lacht, dann ist Florian Bruno Kondur glücklich: „Das ist der schönste Moment.“

Die Akteure: Katja Uhlig (Lili), Dominika Szymanska (Maria-Marie), Barbara Ferun (Clara) und Florian Bruno Kondur (Dick). Regie Elisabeth Engstler, musikalische Leitung Mathias Weibrich und Steven Desroches, Choreografie Frances Chiappetta, Dance Captain Isabella Rapp, Kostümbildnerin Dorothea Tomsits, Maskenbildner Marco Höfer.

Karten für die Aufführungen am 7. und 8. April gibt es in der Touristinformation Volkacher Mainschleife. Weitere Infos unter www.flowcircusberlin.de.

„Auf der Bühne kann ich meine Gefühle ausleben, lachen und weinen.“
Florian Bruno Kundor auf die Frage, warum er Schauspieler wurde
 
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