Iphofen

Im Iphöfer Wald sollen Kinder lernen

Möglichst rasch will die Stadt das Gebäude für eine Kindergartengruppe im Wald errichten – aus guten Gründen. Und noch eine frohe Botschaft hat der Bürgermeister.
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Spielen und lernen im Wald: Was Hüttenheim schon hat, soll bald auch in Iphofen angeboten werden. Foto: Carmen Lechner

Die Waldpädagogik ist eine relativ junge Disziplin in der Frühforderung von Kindern. Jetzt steigt auch Iphofen ein, indem die Stadt demnächst eigene Räume und ein zu der Thematik passendes Konzept bereitstellen wird. Neben dem pädagogischen Aspekt mit einzelnen Waldtagen soll es noch einen zweiten Ansatz geben: eine feste Kindergartengruppe, die möglichst das ganze Jahr im Wald verbringt. Für diese Gruppe gibt es nun die Zusage einer Erzieherin, wie Bürgermeister Josef Mend am Montagabend dem Stadtrat mitteilte. Bisher war in der Diskussion immer die Sorge mitgeschwungen, ob sich für eine eigenständige Waldgruppe in Iphofen überhaupt geeignetes Personal finden lasse.

Die Sache war auch deshalb noch einmal auf der Agenda des Stadtrats gelandet, weil das für die Walderziehung vorgesehene Gebäude nahe des städtischen Holzwertplatzes in Richtung Birklingen nun nicht auf dem sonnigen Plateau errichtet werden soll, sondern am Fuß der Anhöhe. Die Kindergartenleitung hatte Bedenken geäußert, es könne dort im Sommer zu heiß werden. Außerdem müssten bei der täglichen Lieferung von Trinkwasser weitere Wege überwunden werden. Das in Holzbauweise geplante Gebäude soll einen eigenen Raum für die Waldgruppe bekommen.

Pavillon als Quartier

Diese Lösung hat laut Mend den Vorteil, dass die Stadt auf die Anmietung eines Containers verzichten könne, der ab Herbst bis zum Bau eines weiteren Gruppenraums im gerade erst bezogenen neuen Kindergarten nötig wäre. Man wolle die Situation mit Hilfe des Mittelwaldpavillons am Waldrand und des Jugendhauses überbrücken.

Dritter Bürgermeister Jörg Schanow verwies noch einmal auf die Möglichkeit eines Bauwagens als Unterschlupf, wie ihn andere Kommunen für die Waldkinder im Einsatz hätten. Mend erwiderte, ein Bauwagen sei „nicht außergewöhnlich billiger“ als die rund 130 000 Euro teure geplante Schutzhütte, die zudem deutlich geräumiger sei. Ein solcher Bauwagen müsse, um den Anforderungen zu genügen, kindergerecht umgebaut und mit Toiletten ausgestattet werden. „Das ist nicht 20 000 Euro getan“, sagte Mend. Auch das von Stadtrat Rupert Maier vorgeschlagene Modell eines Fertigmoduls wie beim Radler-Hotel am Iphöfer Herrengraben sei neu nicht unter 50 000 Euro zu haben.

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