KITZINGEN

Hungerattacke wird richtig teuer

Totalschaden am eigenen Auto, 3000 Euro und drei Verletzte beim Unfallopfer, selbst zwei Tage im Krankenhaus, Führerschein weg und jetzt noch 2750 Geldstrafe: Eine Hungerattacke Ende November 2013 ist einem 21-Jährigen teuer gekommen.
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Symbolbild Foto: Regina Krömer

Totalschaden am eigenen Auto, 3000 Euro und drei Verletzte beim Unfallopfer, selbst zwei Tage im Krankenhaus, Führerschein weg und jetzt noch 2750 Geldstrafe: Eine Hungerattacke Ende November 2013 ist einem 21-Jährigen teuer gekommen. Der Mann hatte auf dem Weg nach etwas Essbarem mitten in der Nacht einen Unfall im Mainfrankenpark gebaut und fast 1,2 Promille im Blut.

Das Jugendgericht in Kitzingen präsentierte ihm jetzt die Rechnung für die fahrlässige Gefährdung des Straßenverkehrs und die fahrlässigen Körperverletzungen in drei Fällen. Unterm Strich waren sich Staatsanwältin und Jugendrichter Wolfgang Hülle einig: Mit 55 Tagessätzen zu 50 Euro, insgesamt13 Monaten Führerscheinsperre und den Kosten des Verfahrens ist der Mann gestraft genug, zumal der eigene Schaden noch dazu kommt.

Angeklagter gibt alles zu

Das Gericht rechnete es dem nicht vorbelasteten Mann an, dass er die Geschichte ohne Wenn und Aber einräumte und er seine Fehler einsieht. Dass er sich professionelle Hilfe holt, damit solche alkoholbedingten Aussetzer ausbleiben, verbuchte Hülle auf der Habenseite.

Warum er sich am 29. November gegen Mitternacht ans Steuer gesetzt hat, konnte er nicht erklären. „Wir hatten Bier und Schnaps getrunken“, sagte er, „ich weiß nicht, was ich mir dabei gedacht habe“. Die Freundin hatte gerade Schluss gemacht. Der Vater drohte mit dem Rausschmiss aus der Wohnung. In solchen Situation neigt der junge Mann zum Griff nach Alkohol. Sein Problem Ende November: Als der Hunger kam, fuhr er dennoch mit seinem Kumpel in den Mainfrankenpark. In einer Rechtskurve geriet er auf die Gegenfahrbahn und prallte gegen ein mit drei Personen besetztes Fahrzeug: Alle drei verletzten sich leicht, am Auto entstand Schaden in Höhe von 3000 Euro. Das Auto der Verursachers hatte nur noch Schrottwert.

Der Rest war Routine. Die Polizei nahm den Unfall auf. Schnell war der Grund klar: Alkohol. Am Ende kam ein Labor auf ein Ergebnis von 1,18 Promille. Die Grenze zur absoluten Fahruntüchtigkeit von 1,1 Promille war überschritten. Das Verfahren wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehr die Folge.

Der 21-Jährige landete übrigens vor dem Jugendrichter, weil er zum Unfallzeitpunkt 20 Jahre und acht Monate und damit Heranwachsender war. Verurteilt wurde er dennoch nach dem Erwachsenenstrafrecht. Die Jugendgerichtshilfe hatte dem Mann eine günstige Sozialprognose gestellt. Fester Job, regelmäßiges Einkommen, feste Beziehung, eigene Wohnung: Keine Reifedefizite zu finden, die die Anwendung des in der Regel milderen Jugendstrafrechts gerechtfertigt hätten. Der Mann nahm das Urteil an. Es ist rechtskräftig.

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