Marktbreit

Hüttendorf Marktbreit: Hämmern, was das Zeug hält

Unter Hämmern, Sägen und Brechen ensteht zu Beginn der Sommerferien wieder das Hüttendorf in Marktbreit. Kinder sind die Architekten.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Gruppe "Burg Schwarzenstein" vor ihrer Hütte. Foto: Caroline Münch
+9 Bilder

Wo man hinschaut, nur Holz, der Duft von Sägemehl liegt in der Luft, Hammer schlagen im Takt und Kinder toben sich am Mainufer aus. Von überall her ist ein Sägen zu hören. Zwischendurch auch: "Schnell, reich` mir mal ein Stück Holz nach oben". Dann wissen alle: es ist wieder soweit, das Hüttendorf entsteht in Marktbreit.

Max steht schon am dritten Tag oben auf dem halbfertigen Dach und rammt die Nägel in`s Holz. Der Marktbreiter misst genau ab, wie lange die restlichen Hölzer noch sein müssen. Die Maße ruft Max nach unten zu seinen Freunden - der Hüttenbau ist Teamarbeit. Über eine selbstgebaute, fast drei Meter hohe Leiter kommt das Holz oben bei ihm an. Er ist eines von rund 80 Kindern, die zu Beginn der Sommerferien das Hüttendorf am Mainufer aufbauen.

Motto: Märchen

Von Montag bis Freitag werkeln die kleinen Architekten und haben dabei von morgens um neun bis nachmittags um 16 Uhr ihren Spaß. Elf Hütten entstehen in diesem Jahr. Läuft man durch das Dorf, sind an den Hütten verschiedene Schilder zu erkennen: "die Wölfe", "der Zwergenaufstand", "Schneeweißchen und Rosenrot" oder "Burg Schwarzenstein". Das ganze Hüttendorf steht dieses Jahr unter dem Motto "Märchen". In den Hütten angekommen, entdeckt man selbst gebastelte Wappen oder Fackeln, Werkzeugkisten und geschreinerte Tische. Eine Gruppe hat sogar Waldfiguren und Gartenzwerge mitgebracht, eine andere möchte ein Geländer an ihrer Hütte anbringen: "Das ist der Turm für Rapunzel", erklärt Marc stolz.

Bis die Hände brennen

"Gehämmert wird, bis der Arm weh tut und die Blasen an den Händen brennen", erzählt Zoe lachend. Beim Hüttenbau können sich die Kinder richtig verausgaben. Kleine Verletzungen an den Händen werden für die perfekte Hütte in Kauf genommen. Mit Hammer, Säge, Brecheisen, Bleistift und Maßstab arbeiten die Sechs- bis Vierzehnjährigen, damit die Hütten auch auf lange Sicht stabil bleiben. Stabilität und Sicherheit, das sind auch Kriterien, nach denen die 16 Betreuer die Hütten bewerten. "Teamgeist, Ordentlichkeit und die Dekoration in der Hütte stehen ebenso auf der Liste", sagt Julia Kubitzek, Sozialpädagogin im Jugendzentrum Marktbreit. Der Zusammenhalt werde durch das gemeinsame Werkeln auf jeden Fall gestärkt, so Chantal aus Gnodstadt.

"Goldener Gartenzwerg"

Fast alles bauen die Kinder selbst, sogar über mehrere Stockwerke. "Nur den ganz Kleinen müssen wir ein bisschen helfen, die Nägel ins Holz zu schlagen. Da fehlt manchmal einfach die Kraft", berichtet Betreuerin Vanessa Lempert. Die Arbeit lohnt sich, denn die beste Gruppe erhält am Ende der Woche einen Preis: einen goldenen Gartenzwerg. Keine Angst, alle Kinder erhalten ein Geschenk bei der Tombola und können sich zum Beispiel über Eis- oder Dönergutscheine freuen. Alles ist durchdacht. Herrscht Gleichstand zwischen zwei Gruppen, müssen diese um die Wette raten, wie viele Nägel sich noch im Eimer befinden. Wer am besten schätzt, gewinnt.

Die Ferienpassaktion Hüttendorf in Marktbreit wird vom Jugendzentrum Marktbreit in Kooperation mit dem Förderverein Jugendzentrum e.V. organisiert. Die Stadt ist auch beteiligt. Sie liefert das Material für die Hütten. Wer möchte, kann die Hütte nach der Aktion mit in den eigenen Garten nehmen. "Einige Gruppen haben sich schon für die Abholung angemeldet", so Kubitzek.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren