Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) zollt jenen Frauen Respekt, die in einer Zeit gesellschaftlicher Umbrüche ihre Stimme für Gerechtigkeit und Gleichberechtigung erhoben haben. Vor ihnen und vor allen Frauen, die heute aus Überzeugung auf allen Ebenen unseres Landes politisch denken und handeln, zieht der Verband sprichwörtlich den Hut. In seinen Anfängen wurde der Frauenbund als „Verein der Damen mit Hut“ bezeichnet. Daher kommt die Idee den Hut als Symbol des Erinnerns zu nehmen, heißt es in der Mitteilung des KDFB Kitzingen.

„Das, wofür sich Frauen damals einsetzten, ist heute immer noch aktuell. In 100 Jahren hat sich zwar viel für Frauen getan, aber die tatsächliche Gleichberechtigung ist noch nicht erreicht. Frauen werden weiterhin benachteiligt, z.B. bei der Entlohnung, der Karriere, der Rente, der Ämter in der Kirche und der politischen Ämter – um nur einige Beispiele zu nennen“, wird Karin Post-Ochel vom KDFB Kitzingen in der Mitteilung zitiert.

Die Einführung des Frauenwahlrechts bedeutete, dass Frauen direkten Einfluss auf die Gesetzgebung hatten. Die Grundlage für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern wurde mit diesem Tag geschaffen. Nach der Ausrufung des Frauenwahlrechts am 12.11.1918 startete der Frauenbund eine äußerst umfangreiche Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit mit Vorträgen, Versammlungen, Flugblättern, Artikeln in Zeitungen und Zeitschriften.

Bis zum 19.01.1919, dem Tag der ersten freien Wahl, sprachen KDFB-Frauen zahlreiche Frauen direkt an. Sie ermunterten sie zur Kandidatur und zur Ausübung ihres Wahlrechtes. Aus der Liste aller Parteien waren 310 Frauen als Kandidatinnen aufgestellt – 37 schafften den Einzug in die Nationalversammlung. Unter ihnen waren 6 KDFB-Frauen: Hedwig Dransfeld, Helene Weber, Maria Schmitz, Christine Teusch, Agnes Neuhaus und Marie Zettler. Die Wahlbeteiligung betrug 82,3 Prozent Frauen und 82,4 Prozent Männer.