HOHEIM

Huch, was flattert denn da auf dem Dachboden?

Der Hoheimer Christian Söder organisiert in der Kitzinger Rathaushalle vom 15. Mai bis 13. Juni die Ausstellung „Fledermäuse in Kitzingen“ (täglich von 10 bis 18 Uhr). Dazu Fragen an den Fledermaus-Fachmann, der kürzlich mit dem Deutschen Tierschutzpreis geehrt wurde.
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Im Sommerquartier: Um Fledermäuse und ihre Lebensweise dreht sich alles bei der Ausstellung in der Kitzinger Rathaushalle. FOTO: Christian Söder
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HOHEIM Der Hoheimer Christian Söder organisiert in der Kitzinger Rathaushalle vom 15. Mai bis 13. Juni die Ausstellung „Fledermäuse in Kitzingen“ (täglich von 10 bis 18 Uhr). Dazu Fragen an den Fledermaus-Fachmann, der kürzlich mit dem Deutschen Tierschutzpreis geehrt wurde.

Frage: Nachträglich Gratulation! Wie fühlt es sich an, den deutschen Tierschutzpreis zu bekommen?

Christian Söder: Danke! Ehrlich gesagt war es mir etwas unangenehm, dass diese Sache mit so viel Öffentlichkeit verbunden war. Immerhin gibt es viele, die ähnliches leisten. Ich bezog die Auszeichnung auf den Fledermausschutz und nicht auf meine Person, damit komme ich besser zurecht.

Darf man fragen, was Sie mit den 1000 Euro Preisgeld gemacht haben?

Söder: Ein Teil ging in die Reparatur von Fledermauskästen. Zehn neue Kästen werde ich den Kitzinger Stadtfledermäusen zu Gute kommen lassen und zu Entente Florale aufhängen. Der Rest fließt in die Ausstellung.

Apropos – wie kam es zu der Fledermaus-Ausstellung?

Söder: Unser Oberbürgermeister gratulierte mir zum Tierschutzpreis. Nach diesem ersten Kontakt formulierte ich ihm gegenüber einige Vorschläge, etwas für die Kitzinger Fledermäuse zu tun. Mit Entente Florale fanden wir den passenden Rahmen und binden den Bürger ein.

Was erwartet die Besucher?

Söder: Der Besucher erfährt was Fledermäuse ausmacht, wie und wieso man ihnen hilft. Ausstellungstafeln, Fledermauskästen, Baumhöhlen, Fotos und interaktive Elemente sorgen für Abwechslung.

Wie lange war die Vorbereitungszeit?

Söder: Die Idee entstand im Oktober vergangenen Jahres, seitdem bereite ich die Ausstellung vor.

Was erhoffen Sie sich?

Söder: Einen Sympathiegewinn für Fledermäuse sowie mehr Verständnis für den Fledermausschutz. Dass die Besucher Anregungen mitnehmen und sie umsetzen.

Das Rahmenprogramm ist immens – wie lange haben Sie daran getüftelt?

Söder: Etwa drei Monate. Nach einer Weile entwickelte sich eine gewisse Eigendynamik. Am Ende musste ich Angebote streichen, weil nicht alles unterzubringen war.

Worauf freuen Sie sich besonders?

Söder: Auf die Filmnacht und die Zusage von Naturfilmer Dietmar Nill, uns zu besuchen.

Wie wird man Anwalt der Fledermaus?

Söder: Naturschutz hat mich schon immer interessiert. Irgendwann sind mir diese Tierchen auf unserem Dachboden um den Kopf geflattert. So kam Eines zum Anderen.

Was schätzen Sie an den Tieren?

Söder: Mich fasziniert, dass es diese Wildtiere schaffen – meist unbemerkt – mitten unter uns zu wohnen, obwohl wir alles tun, um ihnen das Leben schwer zu machen.

Warum sind vielen Menschen die Fledermäuse unheimlich?

Söder: Nach fast 100 Jahren mit Dracula-Filmen sind einfach zu viele Vorurteile in den Köpfen.

Wie groß ist das Fledermaus-Aufkommen im Landkreis?

Söder: Wahrscheinlich gibt es mehr Fledermäuse als Einwohner.

Als nächstes plane ich . . .

Söder: Eine Art Informationszentrum für Fledermausschutz würde unserem Landkreis gut zu Gesicht stehen – da laufen erste Gespräche.

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