Geiselwind

Hubschrauber-Rettung im Freizeit-Land Geiselwind: TÜV sucht nach Fehler

Was führte zur Störung an dem Aussichtsturm im Freizeit-Land Geiselwind? Am Tag danach blieb diese Frage zunächst unbeantwortet. Dafür herrschte reger Andrang.
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Im Top of the World im Geiselwinder Freizeit-Land holten die Höhenretter der Würzburger Berufsfeuerwehr 20 Besucher aus der festsitzenden Gondel in 60 Meter Höhe. Foto: Frank Weichhan
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Warum blieb die Aussichtsplattform in 60 Meter Höhe einfach stehen? Am Dienstagnachmittag hatte sich "Top of the world" plötzlich abgeschaltet , 21 Besucher des Freizeit-Landes in Geiselwind (Lkr. Kitzingen) saßen fest und mussten spektakulär mit Hubschraubern gerettet werden.

"Die Anlage wird geschlossen bleiben", lautete am Mittwoch die "Presse-Information" auf der Homepage des Freizeit-Landes. "Ein Sicherheitsmechanismus", so die Erklärung, habe "den sofortigen Stillstand des Fahrgeschäftes veranlasst". Ab diesem Moment habe sich die Anlage "im Störungsmodus" befunden. Die Park-Verantwortlichen hätten sich dann "in Absprache mit Technikern und dem TÜV für die höchstmögliche Sicherheitsstufe entschieden und die Höhenrettung zur Bergung der Besucher hinzugezogen".

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Schwindelfreier Techniker im Klettereinsatz

Die Evakuierung begann gegen 18 Uhr. Zunächst war ein schwindelfreier Techniker mit Getränken im Rucksack zu der Gondel hinaufgeklettert. Danach folgten mehrere Bergretter, die sich von einem Hubschrauber abseilten und in der Gondel um die 21 Insassen kümmerten. Die Entscheidung, ob ein Abseilen in Frage kommt oder die Rettung per Hubschrauber besser ist, sei zusammen mit den Betroffenen gefällt worden, darunter elf Kinder. Lediglich ein Kind entschied sich für das Abseilen. Für das selbstständige Herabklettern, so die Meinung der Experten, hing die Gondel viel zu hoch.

Dabei gab es im Freizeit-Land in doppelter Hinsicht Glück im Unglück: Die Rettung war kurz vor Einbruch der Dunkelheit beendet. Danach wäre zumindest der Einsatz der Hubschrauber nicht mehr möglich gewesen. Und: Die Höhenretter von der Würzburger Berufsfeuerwehr kennen sich in dem Vergnügungspark mit seinen Gegebenheiten bestens aus. Seit Jahren üben sie an den größeren Fahrgeschäften, regelmäßig auch an der jetzt betroffenen Aussichtsplattform. Erst vor wenigen Wochen war der Ernstfall nur wenige Meter entfernt geprobt worden, da simulierten die Helfer die Rettung aus dem 18 Meter hohen Looping der Boomerang-Achterbahn.

Ernstfall immer wieder trainiert

Brigitte Mahr, Pressesprecherin des Parks, betont denn auch auf Anfrage: "Genau für diesen Fall wurde immer wieder trainiert." Die Fahrgeschäfte im Park seien "auf 1000-prozentige Sicherheit eingestellt, damit nichts passieren kann". Im Zweifelsfall würde die Technik eher einmal mehr stoppen. Dies komme hin und wieder auch vor, zuletzt am Cobra, einem Rollercoaster. 

Der Park wurde übrigens am Tag nach dem Hubschrauber-Einsatz regelrecht gestürmt. Die Autos stauten sich fast bis zur Autobahn zurück, an den Kassen herrschte enormer Andrang. Auch die Reaktionen in den sozialen Netzwerken waren überwiegend gelassen: Manche Kommentatoren sahen die Hubschrauber-Rettung sogar als zusätzliche Attraktion an und bedauerten, nicht selbst dabei gewesen zu sein.

Mitarbeiter des TÜVs suchen die Ursache

Mitarbeiter des TÜVs, die regelmäßig alle paar Wochen im Park unterwegs sind, begaben sich am Mittwochmittag auf Fehlersuche, das Ergebnis steht noch aus. Der Turm steht zwar im Guinness-Buch der Rekorde als größter transportabler Aussichtsturm der Welt, richtig auf Reisen war die Anlage allerdings ab 1995 für nur drei Jahre. Seit 1998 steht der sogenannte Gyro-Tower - so nennt man die Vereinigung eines Aussichtsturmes mit einem Fahrgeschäft – als eines der Wahrzeichen am Rande des Parkes, das von der A 3 aus werbewirksam zu sehen ist.

Der Turm hat neben dem Eintrag im Buch der Rekorde auch einen eigenen Eintrag bei Wikipedia. Dort findet sich der Hinweis, dass es bei der Premiere auf dem Weihnachtsmarkt 1995 in Berlin einen Zwischenfall gab. Fehlerursache damals: Der Antrieb hatte blockiert.

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