VOLKACH

Hotel in den Weinbergen: Landratsamt hebt Teil-Baustopp auf

Die Kreisbehörde hat jetzt eine offizielle Begründung für die ungenehmigte Änderung auf der Baustelle. Über ein Bußgeld für die Ordnungswidrigkeit wird noch entschieden.
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Das Landratsamt Kitzingen hat den Teil-Baustopp für das Volkacher Hotel in den Weinbergen aufgehoben. Die Bauarbeiten können in vollem Umfang weitergehen. Archivfoto: Guido Chuleck

Der Teil-Baustopp für das Volkacher Hotel in den Weinbergen ist aufgehoben. Das teilt das Landratsamt Kitzingen mit. Die Behörde hatte vor zwei Wochen die Arbeiten an einem Teil des Hotels einstellen lassen , weil dort ein nicht genehmigtes Bodenfundament entstanden war.

Statische Gründe für Bodenplatte

Mittlerweile hat Investor Peter Heidecker, Geschäftsführer der Pelaba Consult GmbH, München, dem Landratsamt die Begründung für diese Bodenplatte nachgereicht. Aus statischen Gründen habe man keine Streifenfundamente gewählt, die sehr tief gegraben werden müssten. „Die Zwischen- und Außenwände (der Bodenplatte) verteilen die Last der oberen Geschosse, in denen sich ein Schwimmbad befindet, auf eine Bodenplatte. Die Änderungen der Gebäudefundamente sind ein Ausführungsdetail der genehmigten Planung“, erklärt dazu die Behörde. Allerdings hätte der Bauherr diese Änderung vorher anzeigen müssen.

Arbeiten können weitergehen

Das Landratsamt hat diese Begründung nun akzeptiert und damit den Teil-Baustopp aufgehoben, erklärt Michael Goller, Abteilung Baurecht. Die Arbeiten am Hotel können also in vollem Umfang weitergehen. Ob das Amt wegen der Ordnungswidrigkeit ein Bußgeld gegen den Investor verhängt, wird noch geprüft.

Neuer Raum darf nicht genutzt werden

Allerdings hat die Baurechtsabteilung dem Bauherrn klar gemacht, dass er den zusätzlichen Raum mit 750 Quadratmetern Fläche, der nun durch die Bodenplatte entstehen wird, vorerst nicht nutzen darf. Es dürfen keine Fenster eingebaut werden und der Raum muss verschlossen werden. Davon wird sich die Bauaufsicht des Landratsamtes nach eigenen Angaben vor Ort überzeugen. Sollte das Hotel diesen Raum später nutzen wollen, müsse dafür eine Nutzungsänderung beantragt werden.

Klage der Nachbarn läuft noch

Goller zufolge hat das Landratsamt mittlerweile mehrmals die Baustelle in den Weinbergen kontrolliert. Mit Ausnahme der Bodenplatte sei dort alles gemäß der genehmigten Planung in Ordnung. Die Arbeiten würden „auf 1,5 Zentimeter genau“ ausgeführt, sagt der Vertreter der Baurechtsabteilung. So sei die Entwässerung nicht zu beanstanden und auch die Anzahl der benötigten Stellplätze für Hotel, Tagungsräume und Gaststätte seien ausreichend berechnet, argumentiert Goller. Bei den Besuchen vor Ort habe die Kreisbehörde auch andere Kritikpunkte der klagenden Nachbarn überprüft. Deren Eilantrag auf vollständigen Baustopp ist kürzlich vor Gericht abgelehnt worden. Das Hauptverfahren der Nachbarn gegen das Hotel läuft aber noch.

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