Kitzingen

Hortschüler-Zahl sinkt: Stadtrat setzt Gebührenerhöhung aus

Alarmierende Anmeldezahlen: Der Hort an der Kitzinger Siedlungsschule wird kommendes Schuljahr nur gut halb belegt sein. Der Stadtrat hat jetzt reagiert.
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Die Beiträge für den Kinderhort an der Siedlungsschule in Kitzingen (im Bild) sind einigen Eltern zu teuer. Um einen Einbruch bei den Hortbesuchern zu verhindern, hat der Stadtrat beschlossen, die geplante Gebührenerhöhung vorerst auszusetzen. Foto: M-Studio

Die Nachmittagsbetreuung von Schülern sowie von Kindern und Jugendlichen in den Ferien hat den Kitzinger Stadtrat in dessen Sitzung am Donnerstag in mehreren Punkten beschäftigt. Dabei wurde deutlich, dass Angebot und Nachfrage nicht immer zusammenpassen.

Zumindest in einem Fall lässt sich diese Diskrepanz an einer konkreten Ursache festmachen: Der von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) betriebene Schülerhort in der Danziger Straße an der Siedlungsschule  ist einigen Eltern zu teuer, zumal die Gebühren im kommenden Schuljahr nochmals steigen sollten, etwa für drei bis vier Stunden Betreuungszeit am Tag von 121 auf 147 Euro pro Monat. Die Folge ist, dass die 75 Plätze des Horts im kommenden Schuljahr bei Weitem nicht ausgebucht sein dürften. Derzeit liegen 43 Anmeldungen vor. Es haben auch einige Eltern angekündigt, ihre Kinder künftig nicht mehr in den Hort zu schicken, berichtete Elisa Dietenberger für die Stadtverwaltung. Die steigenden Gebühren seien den Eltern nur noch schwer vermittelbar und "für manche bereits jetzt zu teuer", wie Andrea Schmidt (Grüne) meinte.

Hort nimmt auch externe Kinder auf

Um mehr Hortschüler zu gewinnen, ist der Stadtrat dem von Oberbürgermeister Siegfried Müller formulierten Vorschlag einstimmig gefolgt, die Gebührenerhöhung für zunächst ein Jahr auszusetzen und die Gebühren auf dem bestehenden Niveau zu belassen. Der Hort ist auch bereit, externe Kinder, die keine andere Betreuungsform (Offener Ganztag, Gebundener Ganztag, Mittagsbetreuung) besuchen, in den Schulferien aufzunehmen.

Darüber hinaus wird Dietenberger die Anregung aus dem Gremium aufgreifen, einen Runden Tisch einzuberufen, um mit den unterschiedlichen Trägern und Anbietern der Schülerbetreuung gemeinsam nach Möglichkeiten der Zusammenarbeit und neuen Formen der Betreuung zu suchen.

Mit 19:9 Stimmen genehmigte der Stadtrat eine Vereinbarung mit der Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration (gfi) gGmbH, die vorsieht, dass die Stadt jährlich ein Defizit von bis zu 3000 Euro trägt, das der gfi durch die Mittagsbetreuung an der Grundschule Kitzingen Siedlung entsteht. Die gfi bietet 60 Kindern eine Mittagsbetreuung mit Verpflegung, Hausaufgabenbetreuung und pädagogisch angeleiteten Freizeitaktivitäten. Die Elternbeiträge decken die Betriebsaufwendungen für die Mittagsbetreuung jedoch nicht, begründete Dietenberger den Defizitvertrag. Dies stelle keine Ausnahme dar; so habe die Stadt einen solchen auch schon mit der AWO geschlossen.

Warnung vor zu vielen Defizitverträgen

Manuel Müller (UsW) mahnte den Stadtrat dennoch dazu, nicht zu viele Defizitverträge zu schließen. Laut OB Siegfried Müller mache sich bemerkbar, dass sich die Kinder auf die gewachsene Zahl von Angeboten verteilten.

Einstimmig segnete der Stadtrat Sachkostenzuschüsse von jährlich je 650 Euro für die Tätigkeit von Jugendsozialarbeitern ab: für die Grundschule St. Hedwig sowie für die Grundschule und die Mittelschule Kitzingen-Siedlung.

Ohne Gegenstimme beschlossen die Stadtratsmitglieder, den Kooperationsvertrag mit der AWO zur Ferienbetreuung  für das Schuljahr 2019/20 Ende August zu kündigen. Der Grund ist laut Dietenberger das fehlende Interesse. Für die Pfingst- und für die Sommerferien erreichten die Anmeldungen von Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren nicht die Mindestzahl von zehn Teilnehmern.

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