WÜRZBURG/KITZINGEN

Holzfass-Brände auf Vormarsch

103 Destillateure des Fränkischen Klein- und Obstbrennerverbandes hatten 416 Proben zur Fränkischen Prämierung eingereicht. Insgesamt wurden 383 Medaillen vergeben.
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Prämierungsfeier für Destillateure: Mit Hohheiten und Verbandsrepräsentanten präsentieren sich erfolgreiche Brenner aus dem Landkreis Kitzingen (von links): die Deutsche Destillatkönigin Ronja Schmidt, Angelika Mahr aus Rödelsee-Fröhstockheim, Johannes Nickel aus Nordheim, Erik Scharf aus Volkach, Geschäftsführerin Andrea Bätz, Robert Sterk aus Großlangheim, Rainer Böhm aus Effeldorf, die Fränkische Apfelkönigin Franziska Seubert und Hubert Fröhlich, Vorsitzender des Fränkischen Klein- und Obstbrennerverbandes. Foto: Foto: Sabine Saam

103 Destillateure des Fränkischen Klein- und Obstbrennerverbandes hatten 416 Proben zur Fränkischen Prämierung eingereicht. Von den insgesamt 383 vergebenen Medaillen waren 98 Goldmedaillen, 187 Silbermedaillen und 98 Bronzemedaillen, teilt der Verband mit. Bei der Prämierungsfeier in der Zehntscheune des Juliusspitals in Würzburg wurden die Urkunden vergeben.

Bewertet wurde, wie Geschäftsführerin Andrea Bätz mitteilt, ein beträchtliches Sortiment an Bränden und Geisten. Zwischen A wie Apfel und Z wie Zwetschge fand sich eine umfangreiche Palette an Kern-, Stein- und Beerenobst sowie Traubenerzeugnisse. Immer größeren Anklang finden die holzfassgelagerten Brände aus Stein- und Kernobst von heimischen Streuobstwiesen. Vom Getreidebrand bis hin zum Bierbrand und dem beliebten Whisky aus den Fränkischen Mittelgebirgslagen – die Sinne der Prüfungskommission waren vor immer neue Herausforderungen gestellt worden. Vor allem auch durch Spezialitäten wie etwa Moosbeergeist, Elsbeergeist oder Wacholdergeist, der, besser bekannt als Gin, bei den Liebhabern edler Destillate derzeit ein glorreiches „Comeback“ feiert. Seit mehr als 60 Jahren veranstaltet der Fränkische Klein- und Obstbrennerverband in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim diese Prämierung.

Alle analytischen Untersuchungen werden im Labor der LWG durchgeführt.

Prämierte Destillateure

Folgende Brenner aus dem Landkreis Kitzingen wurden prämiert: Rainer Böhm, Dettelbach-Effeldorf, (dreimal Gold, zweimal Silber, fünfmal Bronze); Franz-Josef Glaser, Nordheim (dreimal Gold, zweimal Silber); Winfried Glos, Nordheim, (dreimal Silber, einmal Bronze); Günter Höhn, Nordheim (einmal Gold, je dreimal Silber und Bronze); Rainer Mahr, Rödelsee (je einmal Gold und Silber, zweimal Bronze), Johannes Nickel, Nordheim (zweimal Gold, einmal Silber); Erik Scharf, Volkach (einmal Gold, dreimal Silber, zweimal Bronze); Michael Schmitt, Nordheim (fünfmal Silber, zweimal Bronze); Robert Sterk, Großlangheim (je einmal Silber und Bronze); Werner Stierhof, Iphofen-Dornheim (dreimal Silber); Ungemach/Goblirsch, Dettelbach (zweimal Silber).

Bundestagsabgeordneter Alois Gerig (CDU), Vorsitzender des Bundesverbandes der Deutschen Klein- und Obstbrenner, lobte in seinem Grußwort das Streben der fränkischen Brenner nach hervorragender Qualität. Auf dem Weg der Brenner in eine Zukunft, in der regionale Erzeugnisse sich immer größerer Beliebtheit erfreuen, die Brenner sich aber, trotz ihrer herausragenden Qualitäten auf einem hart umkämpften Markt behaupten müssen, sicherte er die Unterstützung des Verbandes zu.

Mathias Krönert, Brennereifachberater der LWG in Veitshöchheim, ging auf die langjährige gute Zusammenarbeit mit dem Fränkischen Brennerverband ein. Als herausragendes Beispiel nannte er die federführend von der LWG durchgeführte Berufsausbildung für Brenner, die auf Initiative von Verbands-Geschäftsführerin Andrea Bätz 2009 vom Landwirtschaftsministerium ins Leben gerufen wurde, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Martin Gessner, Leiter des Sachgebietes Analytik/Önologie an der LWG und verantwortlich für die Analytik der prämierten Brände, gab in seinen Ausführungen einen Überblick über die durchgeführten Untersuchungen. Dabei ging er auf die aufgetauchten Probleme ein als auch auf die positiven Entwicklungen in der optischen Aufmachung der prämierten Produkte, wie etwa Flaschenformen, Etiketten und Korken.

Der Verband

Gründung: Der Verband wurde 1914 in Kleinlangheim gegründet und feierte im vergangenen Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Heute hat der viertgrößte Verband im Bundesverband der Klein- und Obstbrenner rund 1700 Mitglieder. Die Brenner: Das Verbandsgebiet umfasst die Regierungsbezirke Mittelfranken, Oberfranken und Unterfranken. Auch im Fränkischen Verband mitorganisiert sind Brenner aus der Oberpfalz sowie den an Bayern angrenzenden Nachbar-Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen, Sachsen und Thüringen. Vorsitz: Vorsitzender des Verbandes ist Hubert Fröhlich Gemünden-Aschenroth. Geschäftsführerin ist Andrea Bätz aus Volkach.

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