Wiesentheid

Holländischer Salat-Produzent lässt nicht locker

Das Thema Salat bereitet Wiesentheid weiter einen heißen Sommer.
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Ratssitzung vor vollem Haus: Rund 50 Zuhörer waren zur Gemeinderatssitzung in Wiesentheid gekommen, wo es erneut um das Thema Salatzucht ging. Foto: Andreas Stöckinger

Das Thema Salat bereitet Wiesentheid weiter einen heißen Sommer. Eine Woche nach dem Protestzug hunderter Bürger, die gegen den Bau einer Salatzucht im Markt sind, wurde im Gemeinderat erneut sehr emotional darüber debattiert, wie die Gemeinde weiter verfahren solle. Rund 50 Bürger verfolgten als Zuhörer die Debatte. Im Verlauf der Sitzung spendeten sie teils Beifall für Redebeiträge.

Ein Ergebnis der Sitzung war, dass der Vorschlag von Bürgermeister Werner Knaier (CSU) und seinen Fraktionskollegen eine Mehrheit von zehn zu sieben Stimmen fand, eine so genannte Konzentrationsfläche "Kulturgewächshäuser" auszuweisen. Diese solle im Nordwesten Wiesentheids im Bereich der Gärtnerei Lang liegen. Es soll der Bau weiterer, verstreuter Gewächshäuser auf Gemeindegebiet vermieden werden. Knaier schlug zudem vor, den Flächennutzungsplan der Gemeinde um diesen Punkt zu ergänzen. Damit gewinne man auch Zeit, denn das aktuelle Baugesuch eines holländischen Unternehmens für die Gewächshäuser müsse so lange zurück gestellt werden, bis der Plan von den zuständigen Behörden genehmigt sei. Das dürfte mindestens bis Oktober dauern, so der Bürgermeister.

Die Fraktion des Bürgerblocks sah darin nicht den "Königsweg", um die Baugenehmigung zu verhindern, wie ihr Sprecher Michael Rückel meinte. Das schrecke den Investor nicht ab, sondern gebe diesem einen Freifahrtschein. Außerdem verwies er darauf, dass die holländischen Unternehmer einen erneuten Bauantrag für die Gewächshäuser an der Untersambacher Straße eingereicht haben. Aktuell seien die beiden in Frage kommenden Grundstücke "baurechtlich nicht gesichert", so Rückel.

Seine Fraktion hatte zur Sitzung drei Anträge eingereicht, um die zunächst vom Interessenten anvisierte Fläche in Richtung Untersambach zu schützen. Dabei ging es vor allem um einen dort verlaufenden Weg, der im Besitz der Gemeinde ist, aber erneut mit überplant wurde. Der Markt werde einem Verkauf, wie auch einer Querung, nicht zustimmen, wurde beschlossen. Dagegen wurde ein Schadensersatz für eine Beeinträchtigung der gemeindlichen Quelle im Falle eines eventuellen Baus abgelehnt.

Zu Beginn der Sitzung hatte Bürgermeister Knaier noch einmal die verschiedenen Varianten mit Pro und Contra  vorgetragen, die von den Fraktionen favorisiert werden, um das Bauvorhaben abzulehnen. Otto Hünnerkopf stellte für die CSU-Fraktion klar, dass seine Fraktion keine Lobbyist sei, die das Projekt unterstützte. Als solche sei man zuletzt dargestellt worden. Von Anfang an habe die CSU ihre Bedenken ins Spiel gebracht. Eine Privilegierung des Bauvorhabens liege eben vor, wie schwierig das Thema sei, sehe man derzeit bei ähnlichen Problemen in Bergrheinfeld oder Bergtheim. Hünnerkopf plädierte für die Konzentrationsfläche als "richtigen Weg." Baue der Interessent in dem Gebiet im Nordosten, müsse er dort alle Auflagen erfüllen.

Generell, so ließ sich aus den Redebeiträgen der Räte und Bürgermeister heraushören, sei man gegen die Salatfabrik. Frank Hufnagel (Die Grünen) nannte die Konzentrationsfläche "die zweitbeste Lösung. Das beste ist, wenn die Salatfabrik überhaupt nicht gebaut wird." Das Ausweisen der Fläche lasse dem Bauwerber zu viele Türen offen, dass das Vorhaben verwirklicht werden könnte. Schließlich seien alle 17 Räte gegen das Projekt,

Es gehe nicht um das Hin und Her, "sondern wie wir das ablehnen", stellte Walter Rosentritt (Reupelsdorfer Liste) heraus. Die Mehrheit sei nun für eine Konzentrationsfläche, es gelte, weiter zu kommen in der Sache. Man müsse Parteipolitik heraushalten, gemeinsam ein Zeichen setzen, sagte Michael Rückel vom Bürgerblock.

Zum Ende der Sitzung nahm das Thea noch einmal Schärfe auf.  Einzelne Räte stellten Aussagen richtig oder distanzierten sich davon, was zuletzt vor allem in den sozialen Medien stand. Als nächstes will das Gremium in einer Sondersitzung am Donnerstag, 11. Juli, Bedenken und Möglichkeiten sammeln, die man gegen das Großprojekt geltend machen kann.

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