Albertshofen

Höpper Kerm: Kinder-Geometer üben für 2030

Es war zwar etwas kühl beim Kirchweihumzug in Albertshofen, doch die Beteiligten waren bald auf Betriebstemperatur. Dabei gab es verschiedene Strategien und Getränke, um sich innerlich zu wärmen.
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In Kirchweihlaune grüßen die Herren des Hohen Rates. Foto: Hartmut Hess
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Es war zwar etwas kühl beim Kirchweihumzug in Albertshofen, doch die Beteiligten waren bald auf Betriebstemperatur. Dabei gab es verschiedene Strategien und Getränke um sich innerlich zu wärmen. Die Mitglieder des Gemeinderats schöppelten auf ihrem Wagen, die Geometer wärmten sich mit Whiskey-Cola und für die anderen kochten junge Gärtnerfrauen eine dampfende Karottensuppe.

An der Spitze des Umzugs ritt Martin Kraft hoch zu Ross und hinter ihm die Großlangheimer Musikanten, die ihrem Trompeter Gosbert Grebner auch ein Ständchen an dessen 56. Geburtstag spielten. Die Albertshöfer präsentierten sich in Kirchweihlaune und Bürgermeister Horst Reuther zeigte sich zwar stilecht in schwarzem Anzug mit Zylinder, nahm aber heuer nicht bei seinen Gemeinderäten Platz, sondern steuerte einen betagten Kramer-Bulldogg.

"Heilung" mit Bier-Infusion

Die Burschenschaft hatte sich wieder viel Arbeit gemacht um die Traktoren und Wagen mit Gemüse und Salaten zu verzieren. Als Motivwagen wählten die Burschen unter anderem das Ärztehaus mit dem örtlichen Arzt Dr. Edgar Gramlich. "Tut der Kopf dir weh, musst du zum Doktor geh", lautet einen einfache Losung der Wagenbauer. In weißen Kittel mimten manche Beteiligte den Dorfdoktor und heilten ihre Patienten mitunter mit einer Bier-Infusion.

Richtig gesund war derweil das Engagement einiger junger Damen, die als Gärtnerfrauen aus einem großen Kessel Karottensuppe schöpften und an Beteiligte und Schaulistige an den Dorfstraßen verteilten. Traditionell bilden die Geometer das Umzugsende mit einem krachenden Schrottwagen und die düsteren Gestalten passten zu dem Unikum auf vier Rädern. Wie denn die Geometer im Jahr 2030 aussehen könnten, das veranschaulichten ein paar Jungs auf einem Wagen. Schön anzusehen war auch der Festwagen mit Weinprinzessin Emmi Wendemuth vor der Höpper-Skulptur. Skurril wirkte dagegen ein dargestellter Trommler, dessen Kopf aus einem Kohlskopf bestand.

"Mir ham Durst"

Die Kirchweihburschen thematisierten die aktuelle Frage im Dorf, ob denn die Straßenbeleuchtung nachts abgeschaltet werden soll, was zuletzt probeweise von Mitternacht bis morgens um vier Uhr der Fall gewesen war. Manche junge Leute hielten weniger davon, "denn zu diesen Uhrzeiten bin ich meist noch nicht zuhause", erzählte ein Umzugsteilnehmer. "Im Jahr der Greta, sind wir da auch schon im Klimawahn?", fragte sich der Prediger. Christoph Bayer ging auf viele Ereignisse des Jahresgeschehens ein, mischte sich in die Große Politik ein und intonierte mehrmals den Schlachtruf: "Wer hat Kerm?, mir ham Kerm. Wer hat Durst?, mir ham Durst". Aber der Prediger bedauerte auch: "Wecl a graus, es passiern keine Gschichtli mehr, das hälst nicht aus". Bayer beschäftigte sich auch mit der Frage, warum vergangenes Jahr beim Wasentanz gleich fünf Paare grüne Bändchen als Zeichen der bevorstehenden Hochzeit getragen hatten.

Die ganze Kerwaräid und vieles Interessantes konnten die Leute in der Kerwazeitung, die heuer in 70. Auflage erschien, nachlesen. Ebenfalls einen Geburtstag feierte der Brauchtumsverein als Kirchweihveranstalter, der Verein mit Philipp Wenkheimer an der Spitze war vor 30 Jahren gegründet worden. Weit älter ist das Wasenziehen, das am Dienstag ab 13.30 Uhr in 130. Auflage auf der Lohwiese stttfindet.

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