Albertshofen

Höhere Betriebskosten fressen Erträge auf

Die Dürre des Jahres 2018 betraf auch die Gärtner. Der ausbleibende Regen führte zum Rückgang der Ertragsmengen, was sich auch im Umsatz der Gartenbauzentrale Main-Donau (GMD) niederschlug, wie die Jahreshauptversammlung offenbarte.
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Sie lenken federführend die Geschicke der Gartenbauzentrale Main-Donau (von links): Korbinian Winkler, Konrad Röder, Josef Hopf, Robert Zähnle, Josef Wöller, Heiko Uhl, Wolfgang Höhn, Werner Hopf und Kai Fuchs. Foto: Hartmut Hess

Die Dürre des Jahres 2018 betraf auch die Gärtner. Der ausbleibende Regen führte zum Rückgang der Ertragsmengen, was sich auch im Umsatz der Gartenbauzentrale Main-Donau (GMD) niederschlug, wie die Jahreshauptversammlung offenbarte. Da die Mengen aber im Jahresverlauf zunahmen und die Genossenschaft auch höhere Preise erlösen konnte, nahm der Jahresumsatz noch zu. Aber unter dem Strich wies die Gewinn- und Verlustrechnung einen Jahresfehlbetrag von knapp 389 000 Euro aus. Dennoch steht die als Albert & Gundel firmierende Genossenschaft gut da, weist sie doch eine Eigenkapitalquote von über 48 Prozent auf.  

"Die Organisation eines kostengünstigeren Transports gestaltet sich zunehmend als Herausforderung", erklärte Vorstandsvorsitzender Robert Zähnle. Die zunehmenden Aufgaben seien geprägt von Anlieferungszeitfenstern der Zentrallager, die kurzfristigen Bestellungen und Umbestellungen sowie die Situation am Arbeitsmarkt. Die Genossenschaft beschäftigte zuletzt 93 Personen, die in Anlehnung an den Tarifvertrag für Großhandels- und Dienstleistungsunternehmen in Bayern entlohnt werden. Die Genossenschaft konnte den Umsatz in Kerngeschäft um fünf Prozent auf 25 Millionen Euro steigern. Der Absatz der Produkte sei vermehrt an Großabnehmer im Umkreis bis zu 200 Kilometer erfolgt. Auch für die Erzeugerbetriebe habe sich die Erlöse-Situation befriedigend gezeigt und sich der Absatz der Produkte gesichert, besonders im Umkreis von 150 Kilometern. Dennoch habe sich die Ertragslage, auch bedingt durch den enorm gestiegenen Betriebsaufwand, unter den Erwartungen des Vorstands bewegt. Zähnle wertete es positiv, dass in der zunehmenden Bedeutung regional erzeugter Produkte, die verstärkt nachgefragt würden, Chancen liegen würden. Der Vorstandsvorsitze gab zu bedenken, dass einer Abnahme der Anbaufläche vorgebeugt werden müsse. Dass immer wieder zugekauft werden müsse, erläuterte Albertshofens Geschäftsführer Kai Fuchs.

"Wir sind zwei Betriebsteile und wollen künftig noch näher zusammenzuarbeiten", verdeutlichte  Fuchs, auch im Namen seines Gundelfinger Kollegen Werner Hopf. "Das zweite Loch im Gundelfinger Betriebsergebnis war der Transport mit Fremdfirmen, der sich als teurer erwiesen habe als der eigene Fuhrpark. Die beiden Geschäftsführer plädierten dafür, bei den Landwirten dafür zu werben, ihre Flächen teilweise auf Gemüse umzustellen, wodurch die Genossenschaft einem Mengenverlust entgegen wirken könne.

Der Strukturwandel drückt sich auch darin aus, dass die Mitgliederanzahl in Albertshofen von 207 im Jahr 1998 auf heute 75 gesunken sei. Werner Hopf schilderte den Gewinn eines Kunden in der Tschechischen Republik, der Spitzenpreise für Big-Bag-Ware auch recht zeitnah bezahle. Das Feedback des Kunden habe ergeben, "dass er die Ware nicht in den Ramschmarkt Deutschland verkauft, sondern in die osteuropäischen Länder". Diese Konstellation unterstreiche, dass Nahrungsmittel in anderen Ländern und auch weltweit mehr Wertschätzung erfahren als in Deutschland.

Georg Huth vom Genossenschaftsverband erläuterte den Jahresabschluss, den die Mitglieder genehmigten und Vorstand und Aufsichtsrat die Entlastung erteilten. Robert Zähnle verabschiedete Werner Hopf nach 21 Jahren als Vorstands- und Aufsichtsrats-Mitglied und wünschte ihm viel Erfolg bei seiner neuen Tätigkeit als Gundelfinger Geschäftsführer. Die Vorstandsmitglieder Wolfgang Höhn und Josef Wöller standen turnusgemäß zur Wiederwahl und erhielten erneut das Vertrauen. Bestätigt wurde im Aufsichtsrat Josef Hopf, neu in dieses Gremium bestellten die Mitglieder Korbinian Winkler.

Aufsichtsratsvorsitzender Konrad Röder begrüßte unter den Mitgliedern auch Gerd Düll vom Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten und den Vorstand der VR Bank Kitzingen, Thomas Hemrich. Albertshofens Bürgermeister Horst Reuther bedauerte, dass die Gärtner und Landwirte in den Medien in die Ecke gerückt würden, sie müssten mehr für die Natur tun. Er warb dafür, dass sich die Gärtner in der Kommunalpolitik engagieren sollten, um die Interessen des Berufsstands zu wahren. Gerd Düll schnitt mehrere Themen wie die Folgen der Verschärfung der Düngeverordnung an und ging auch auf das Thema Wasser ein. Die Albertshöfer könnten froh über ihr Grundwasser und ihren Wasserbeschaffungsverband sein, während andere im niederschlagsarmen Unterfranken Probleme durch eine Verschärfung der Wassergesetze bekommen könnten.    

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