KLEINLANGHEIM

Höhere Abwassergebühr steht ins Haus

„So viele Leute sind schon lange nicht zu einer Kleinlangheimer Bürgerversammlung gekommen“, stellte Gemeinderat Dieter Zeller am Freitag fest und mutmaßte, dass die große Resonanz an der neuen Bürgermeisterin Gerlinde Stier lag. Tatsächlich war der Saal im Gasthaus Bären bei der Premiere der Bürgermeisterin voll. „Ich sehe heute besonders viele Frauen“, sagte Stier und meinte, dass die gekommen seien, um sie als Bürgermeisterin zu unterstützen.
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Volles Haus bei der Premiere: Kleinlangheims Bürgermeisterin Gerlinde Stier erklärt in ihrer ersten Bürgerversammlung, dass große Aufgaben auf die Gemeinde zukommen. Foto: Foto: Hartmut Hess

„So viele Leute sind schon lange nicht zu einer Kleinlangheimer Bürgerversammlung gekommen“, stellte Gemeinderat Dieter Zeller am Freitag fest und mutmaßte, dass die große Resonanz an der neuen Bürgermeisterin Gerlinde Stier lag. Tatsächlich war der Saal im Gasthaus Bären bei der Premiere der Bürgermeisterin voll. „Ich sehe heute besonders viele Frauen“, sagte Stier und meinte, dass die gekommen seien, um sie als Bürgermeisterin zu unterstützen.

Stier erklärte, dass die Gemeinde vergangenes Jahr bewusst Rücklagen gebildet habe, „weil wir vor großen Aufgaben stehen“. Als sie auf die Grundschule zu sprechen kam, sprach sie vom „Sorgenkind“. Ihre Darstellung galt dem Dilemma der sinkenden Schülerzahlen und hoher Kosten im Zusammenhang mit der Bestandsgarantie der ersten zwei Jahrgangsstufen im Schulverband für die Schule in Großlangheim.

„Wir haben nur noch zwei Bauplätze am Geisberg“.
Gerlinde Stier Kleinlangheimer Bürgermeisterin

Die Bürgermeisterin informierte über Auflagen des Wasserwirtschaftsamts wegen des Fremdwasseranteils von über 50 Prozent. Das Amt habe die Mängelbeseitigung bis Ende 2016 angeordnet, was der Gemeinde einige Ausgaben beschert. Stier bereitete die Bürger darauf vor, dass es künftig eine gesplittete Abwassergebühr geben wird. Dazu werde es eine separate Bürgerversammlung geben. Schon jetzt mache die Gemeinde jährlich ein Minus von 68 000 Euro, weswegen mit einer Erhöhung der Abwassergebühr zu rechnen sei. Zudem gebe es beim Wasser ein Defizit von 17 000 Euro pro Jahr. Dem Grund der Wasserverluste müsse nachgegangen werden.

Unabhängig davon steht die Kanalsanierung von der Bahnhofstraße/Am Castellbach ins Haus. Die Bewohner der Bahnhofstraße müssten zwar mit Anliegerbeiträgen rechnen, „doch so günstig kommen wir nie mehr an eine Straße“, so Stier. Der Landkreis übernehme den Ausbau der Kreisstraße, die Gehwege würden über die Dorferneuerung bezuschusst.

Die Bürgermeisterin erläuterte die Problematik mit den Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr, die der Gemeinderat demnächst angehen will. Derzeit laufen die Vorbereitungen für den Ausbau des schnellen Internets für Kleinlangheim und die Ortsteile. Abzüglich der staatlichen Förderung dürfte auf die Gemeinde ein Eigenanteil von 80 000 Euro zukommen. Die Kleinlangheimer können schon jetzt private Sanierungen im Sanierungsgebiet beantragen, mit einer Förderquote bis zu 30 Prozent.

Weiter ging Stier auf die Möglichkeiten der interkommunalen Allianz Dorfschätze ein und informierte, dass der Dorfschätzebus an Wochenende zwischen Mai und Oktober ab heuer auch über Kleinlangheim fährt und von den Bürgern kostenlos genutzt werden kann. „Wir haben nur noch zwei Bauplätze am Geisberg“, betonte Stier. Deshalb gebe es Bedarf an neuem Bauland.

Die Bürgermeisterin würdigte einige Bürger, die ehrenamtlich für die Gemeinde Aufgaben übernehmen. „Wir sind froh und dankbar, dass wir diese Leute haben“, meinte Stier. Sie träume von einer „Rentner-AG“, die sich tatkräftig einsetze und hatte das Ausräumen der Schafscheune als ersten Einsatzort parat.

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