Das „Höhentraining in Peru“ sei es, das Annabel Michel beim fünften Krackenlauf des TV Großlangheim zu Höchstleistungen verhelfen werde, witzelten ihre Mannschaftskameradinnen vorher. Doch dieses Gerücht verneint die Handballerin des TVG kurz vor dem Start des Rundkurses von 7,5 Kilometern lachend. Zurück von ihrem Auslandsaufenthalt nach dem Abitur habe sie sich vielmehr mit regelmäßigem Training und einem Halbmarathon auf den Lauf in ihrem Heimatort vorbereitet, sagt die 19-Jährige. Ganz anders die Taktik von Gerd Sieber, der für die SG Sparkasse Mainfranken startet. „Ich hab‘ verletzungsbedingt vorher nicht trainieren können“, sagt er, und wirkt dennoch sehr entspannt.

Das könnte aber auch am Wetter liegen, das Sieber als „absolut ideal“ bezeichnet. „Das ist unser Laufwetter.“ Knapp 20 Grad hat es am Freitagabend in Großlangheim. Von der Turnhalle aus geht es für die 56 Frauen und 118 Männer vier Mal im Kreis, bevor sie, an klatschenden Zuschauern vorbei, auf die Zielgerade einbiegen. Die 15 Walker und 26 Walkerinnen begeben sich auf eine große Runde von 6,5 Kilometern. Bereits abgeschlossen sind zum Start des Hauptlaufs um 18.30 Uhr der Bambini-Lauf und der Schülerlauf über zwei Kilometer, an dem vier Mädchen und 19 Buben teilgenommen haben.

Alles Zahlen, mit denen die Organisatoren der Großlangheimer Laufgruppe „Krackenexpress“ um Sonja Fahlbusch vollauf zufrieden sind. Am Wochenende zuvor hatte die Online-Anmeldung nur um die 20 Teilnehmer ausgewiesen, was Fahlbusch einige Sorgen bereitet hatte. Sie vermutet Angst vor Regen und Verletzungen als Grund für den späten Zeitpunkt der Anmeldungen. Letztendlich habe die fünfte Auflage aber eine ähnliche Beteiligung wie in den Vorjahren erreicht, freut sich die Organisatorin hinterher.

So treue Läufer wie Gerd Sieber tragen dazu einen wichtigen Teil bei. Aber auch Neulinge wie Peter Kraft von der Schweinfurter LG Hungerast haben den Weg nach Großlangheim gefunden. Als Team wolle seine Laufgruppe ins Ziel kommen, bei einer flotten Zeit von 27 bis 30 Minuten, gibt der 31-Jährige als Losung aus. Niedriger schraubt da Sieber seine Erwartungen, der fehlenden Vorbereitung wegen. Aber er hat, neben einer guten Grundkondition, einen besonderen Tipp: „Du musst immer hinter hübschen Mädchen herlaufen, darum kommen wir immer wieder hierher.“

Ob er diesen, nach seinen Angaben, „ärztlichen Rat“ aus seinem Team befolgt, ist in dem Pulk, der sich an der Großlangheimer Wasserschlossruine und dem See vorbei erst Richtung Kitzingen und dann mit Blick auf den Schwanberg in einem Bogen zurück zum TVG-Gelände bewegt, schwer zu überprüfen. Annabel Michel jedenfalls scheint die Strapazen gut zu überstehen, ein Lächeln für die Fotografen hat sie noch übrig. „Mit vielen Leuten zusammen in einer Gruppe zu laufen, ist wie auf dem Laufband, das sich nach vorne dreht“, sagt sie hinterher. Nur an dem Hügel, den die Läufer viermal überwinden müssen, hätten anfeuernde Fans gefehlt, sonst sei sie von ihnen aber „gepusht“ worden.

Dem stimmt Neuling Peter Kraft zu: „Es ist schön, zwischendurch von außen motiviert zu werden.“ Bei ihm hat es für eine Zeit unter 30 Minuten gereicht und für sein Team als zweitschnellstes Quartett zu einem Platz auf dem Treppchen. Sein Fazit: „Der Krackenlauf ist jetzt verankert im Laufkalender der LG Hungerast.“

Und wie lautet das Fazit von Gerd Sieber, hat sein Tipp mit den hübschen Mädchen ihm selbst geholfen? „Mit 35 Minuten war ich fünf Minuten schneller als erwartet“, sagt er strahlend. Genauer gesagt waren es 35 Minuten und 32 Sekunden. Bis auf eine Sekunde zeitgleich mit Annabel Michel. Na wenn das kein Zufall ist.

Ergebnisse des Krackenlaufs

Frauen: 1. Janina Seyler, RSG Würzburg, 33 Minuten, 8 Sekunden, 2. Christina Rückel, TSV Geiselwind, 34:14, 3. Judith Holtz, 35:21

Männer: 1. Thomas Zeh, TSV Burghaslach, 25:49, 2. Bernd Dornberger, SV Altenschönbach, 26:09, 3. Sebastian Apfelbacher, TG Kitzingen, 26:16.

Die größte Gruppe stellte erneut die TG Kitzingen.

Weitere Ergebnisse und Bilder auch unter www.tvgrosslangheim.de