MAINBERNHEIM

„Hochfeiertag“ bei bestem Wetter

Mit dem Schützenmittwoch geht in Mainbernheim die Kirchweih Jahr für Jahr zu Ende. Dieser Tag der traditionsreichen Gesellschaft ist im Städtchen so etwas wie ein Hochfeiertag, wenn sich die Schützen zum Festmahl begeben, im feierlichen Umzug aufziehen und ihre Könige proklamieren. So haben sie es auch gestern gehalten – bei bestem Sommerwetter. Gewonnen hat Wolfgang Swars.
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Wieder ein Unikat: Die Scheibe, die Schossmeister Manuel Hügelschäffer den Schützen präsentierte, ist ein Beleg für die langjährige Verknüpfung der Druckerei-Familie Hügelschäffer mit dem Mainbernheimer Schützenwesen und dessen Tradition. Foto: Foto: PETER HARTMANN

Mit dem Schützenmittwoch geht in Mainbernheim die Kirchweih Jahr für Jahr zu Ende. Dieser Tag der traditionsreichen Gesellschaft ist im Städtchen so etwas wie ein Hochfeiertag, wenn sich die Schützen zum Festmahl begeben, im feierlichen Umzug aufziehen und ihre Könige proklamieren. So haben sie es auch gestern gehalten – bei bestem Sommerwetter. Gewonnen hat Wolfgang Swars.

Der Schossmeister Manuel Hügelschäffer – das Amt wechselt jedes Jahr – ist am Schützenmittwoch für die „ordnungsgemäße Abwicklung des Schießens“ verantwortlich. Als „Respektsperson“, so die Statuten, trägt er ab 8 Uhr in der Frühe bis zur Proklamation des Schützenkönigs die Königskette. Ihm zur Seite steht ein Gremium von sieben Schützen. Außerdem lädt der Schossmeister die Schützen zum Essen ein und stiftet dem Schützenkönig die Scheibe, welche dieser ein Jahr behalten darf. Dann wird sie Bestandteil der historischen Sammlung der Mainbernheimer Schützen, die bis heute auf 209 Scheiben angewachsen ist.

Interessant sind stets die Motive dieser Scheiben. Manuel Hügelschäffer hat sich auf seiner Schossmeisterscheibe 2015 mit der Schützentradition in der Druckerei-Familie Hügelschäffer befasst. Die grau hinterlegte, historisch gefasste Inschrift „Familie & Schützenwesen“ soll – in Verbindung mit einer kleinen schwarzen Zielscheibe – auf die in der Familie Hügelschäffer seit langem gepflegte Schwarze Kunst hinweisen. Mit der Schwarzen Kunst war früher die Kunst des Buchdruckens gemeint.

Die Verknüpfung der Familie Hügelschäffer mit dem Schützenwesen wird schon mit der vierten Schossmeisterscheibe dokumentiert. Vorausgegangen waren 1958 die Scheibe mit dem Buchdruckerwappen, gestiftet von Konrad Hügelschäffer, 1969 das Motiv Schoßmeisterfrühstück von Alfred Hügelschäffer) und 2002 die Erinnerung an die Einführung des Euro (Conny Hügelschäffer). Auf einer weiteren kleinen schwarzen Zielscheibe kann der Schützenkönig des Jahres 2015 seinen Erfolg für die Nachwelt festhalten. Eine vollständig erhalten gebliebene Scheibe aus dem Jahre 1815, die an das Ende der napoleonischen Zeit erinnert, ist die Vorlage für die diesjährige Schossmeisterscheibe mit dem Konterfei ihres Stifters Manuel Hügelschäffer.

Im Geschichtsbuch der Gesellschaft ist auch festgehalten, dass die Tradition des Schossmeisters eine Mainbernheimer Spezialität ist und im Städtchen schon über 200 Jahre gepflegt wird.

Vor dem Schossmeisteressen im Goldenen Löwen enthüllte Schossmeister Manuel Hügelschäffer seine Scheibe, die Kunstmaler Georg Buhl aus Kassel gestaltete. Dafür spendeten die Schützen und die Ehrengästen viel Lob und Anerkennung.

Die Königsscheibe gewann Wolfgang Swars vor Daniel Hügelschäffer und Erwin Reidelbach. Bei den Damen siegte Hiltrud Reidelbach vor Christine Höhn-Rahn und Gabriele Hügelschäffer. Den Jugendwettbewerb entschied Antonia Baumann vor Fabian Molinari und Tobis Nöth. Schließlich stand am Abend die Proklamation der Bürgerkönige Christian Rasp, Melanie Jäger und Tamara Riegel auf dem Programm.

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