WIESENTHEID

Hitzige Wahlen – neuer Vorstand

Der im Mai fusionierte Wiesentheider Sportverein TSV/DJK 05 hat nun seine Führung. In einer hitzigen und emotionalen Versammlung wählten die Mitglieder Harald Rößner zum neuen Vorsitzenden des nun etwa 1300 Mitglieder zählenden Vereins. Rößner hat sich gegen Josef Heining durchgesetzt.
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Die Führungsriege des fusionierten Wiesentheider Sportvereins: Vorsitzender wurde Harald Rößner (Dritter von rechts); zum inneren Vorstand gehören (von links) Holger Gropp, Günter Klein, Stephen Seifert, Elmar Wächter und Sabine Schwingler. Hubertus Holzmann (fehlt auf dem Foto) ist Geschäftsführer. Foto: Foto: Andreas Stöckinger

Der im Mai fusionierte Wiesentheider Sportverein TSV/DJK 05 hat nun seine Führung. In einer hitzigen und emotionalen Versammlung wählten die Mitglieder Harald Rößner zum neuen Vorsitzenden des nun etwa 1300 Mitglieder zählenden Vereins.

Rößner hatte sich in der Abstimmung gegen den ebenfalls für den Führungsposten kandidierenden Josef Heining durchgesetzt. Mit 131 zu 73 Stimmen fiel das Votum dabei deutlich aus.

Dass die Versammlung Brisanz bieten würde, ließ sich schon aus dem großen Interesse der Mitglieder schließen. Es dauerte, bis sich die 205 stimmberechtigten Mitglieder in die am Eingang zur Steigerwaldhalle ausliegende Anwesenheitsliste eingetragen hatten.

Deswegen eröffnete der bisherige Vorsitzende Ernst Hornig den Abend 30 Minuten später als geplant. Getreu den Statuten hatte Hornig als Vorsitzender des TSV 05 Wiesentheid die Führung nach der Fusion bis zu den Wahlen inne.

„Entscheidend ist, dass

wir zusammenhalten. Wir müssen nach vorne schauen.“

Harald Rößner, neuer Vorsitzender

Die Anspannung in der aufgeheizten Atmosphäre war gerade beim Wahlvorgang zu spüren. Denn nicht nur für das Amt an der Spitze hatten gleich mehrere Bewerber Interesse signalisiert. Auch der Leiter der Finanzen wurde durch eine Kampfabstimmung ermittelt, in der sich Sabine Schwingler gegen Raimund Ruppert durchsetzte. Schwingler war von Harald Rößner vorgeschlagen worden. Bei der Abstimmung über die beiden Stellvertreter des Vorstands zog Ernst Hornig seine Kandidatur zurück, nachdem Stephen Seifert und Elmar Wächter den Hut in den Ring geworfen hatten.

Als wenig später der als Geschäftsführer vorgesehene Matthias Schneider ebenso seine Bereitschaft zur Kandidatur zurücknahm, wurde es still in der Halle. Aus der Versammlung wurde Hubertus Holzmann vorgeschlagen, der sich zunächst überrascht zeigte und um kurze Bedenkzeit bat. Schließlich gab er sein Ja und ließ sich für den Posten wählen.

Zu Beginn des Abends hatte Versammlungsleiter Hornig einen zeitlichen Abriss gegeben, in dem er auf die Anfänge des konkret gewordenen Gedankens einer Fusion der beiden Wiesentheider Sportvereine DJK und TSV blickte. Der Anstoß sei im Jahr 2004 von den Fußballern beider Klubs gekommen, die von 2005 an unter dem Vereinsnamen FSG quasi als Vorreiter des Gesamtwerks zusammen spielten. Es dauerte bis ins Jahr 2010, bis die Fusion wieder konkreter angepackt wurde.

Hornig überließ den beiden Kandidaten für den Vorsitz das Rednerpult, um sich und ihre Ideen vorzustellen, was etwa 30 Minuten dauerte. Harald Rößner stammt, wie Josef Heining, ursprünglich aus den Reihen der DJK. Beide hatten dort bereits den Vorsitz inne, Rößner von 1997 bis 2009, darauf folgte Heining bis zum Mai diesen Jahres. In seiner Bewerbung sagte Rößner, er habe die Fusion „stets gelebt“ und als Leiter der FSG bewiesen, dass er einen gemeinsamen Verein führen könne.

Manche Brücke habe er, Rößner, in den letzten Monaten in Richtung der Gegenseite gebaut. Er könne nichts dazu, dass diese nicht betreten wurde. Für den Fall seiner Wahl sehe er seine Rolle als Vorsitzender als „Primus inter Pares“, als erster unter Gleichen. Zudem betonte Rößner, dass er eine grundsätzliche Mitarbeit im neuen Verein nicht vom Ausgang der Abstimmungen abhängig machen werde.

Josef Heining hatte im Vorfeld bereits signalisiert, dass er aus persönlichen Gründen nicht in ein Gremium unter Führung von Rößner gehen werde. Heining wies auf seine Erfahrung hin, die für einige in nächster Zeit anstehenden baulichen Projekte des neuen Vereins wertvoll sei. Zudem trage er Sorge, dass die nach seiner Aussage „nicht unerheblichen Verbindlichkeiten“, die aus früheren Zeiten bestünden, weiter abgetragen werden. Heining benannte sein Ziel, dass er den neuen Verein über die nun bestehenden zwölf Abteilungen zusammen führen wolle. Die finanzielle Gleichwertigkeit aller Abteilungen hob er als ein besonderes Anliegen hervor. In die Vorbereitung der Fusion habe er bereits viel Engagement investiert. Als Ruheständler sehe er sich künftig auch zeitlich in der Lage, den Vorsitz auszuüben. Zudem habe er um sich herum ein Team für die Arbeit gewonnen.

Für die Mehrheit der Stimmen sollte das aber nicht reichen, wie sich später heraus stellte. Die Stimmung in der Halle blieb bis zum Schluss gespannt. Man habe jetzt gewählt: „Wollen wir nicht einfach positiv nach vorne schauen“, sagte Mitglied Birgit Sinning und verstand nicht, dass weiter in alten Wunden gebohrt wurde. Zum Ende der fast zweieinhalbstündigen Versammlung richtete Rößner einen Appell an die Gekommenen. Die Mauer sei heute gefallen, „es sind noch ein paar Steine da, entscheidend ist, dass wir zusammenhalten. Wir müssen nach vorne schauen“, so Rößner.

Der Vorstand von TSV/DJK 05 Wiesentheid

Der TSV/DJK 05 Wiesentheid, entstanden aus dem Sportvereinen TSV 05, DJK 1927, TC (Tennisclub) und FSG (Fußballsportgemeinschaft), wählte erstmals einen Vorstand.

Vorsitzender ist Harald Rößner; Stellvertreter sind Stephen Seifert und Elmar Wächter;

Leiter der Finanzen ist Sabine Schwingler (Stellvertreter Günter Klein);

Geschäftsführer Hubertus Holzmann; Schriftführer Holger Gropp; Leiter des Wirtschaftsbetriebs Rita Rehberger sind Günter Luft.

Beisitzer sind Rudi Zimmermann, Günter Rehberger, Eleonore Warta, Doris Hümmer, Markus Schwingler, Matthias Seitzer, Erwin Jäger und Otmar Schraut.

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