GNODSTADT

Hitzeschlacht am Gehsteig

Schon am Freitagvormittag um 9 Uhr ist klar: Das wird eine Hitzeschlacht. Zum dritten Mal nach 2009 und 2012 hat die Gnodstadter Landjugend zur 72-Stundenaktion „jugend.macht.land“ aufgerufen und schon um diese frühe Tageszeit wuselt es auf der „Baustelle“.
Artikel drucken Artikel einbetten
Zupacken: An der Baustelle der Landjugend in Gnodstadt wird in Handarbeit schon der Schotter fürs Pflaster eingebaut. Foto: Foto: Robert Haass
+1 Bild

Schon am Freitagvormittag um 9 Uhr ist klar: Das wird eine Hitzeschlacht. Zum dritten Mal nach 2009 und 2012 hat die Gnodstadter Landjugend zur 72-Stundenaktion „jugend.macht.land“ aufgerufen und schon um diese frühe Tageszeit wuselt es auf der „Baustelle“. Wie immer ist das Ziel sehr ehrgeizig: Innerhalb von 72 Stunden wollen die Gnodstadter in Eigenleistung rund um den Frauenberg und den Frauenbrunnen 450 Meter maroden Asphalt in den Gehsteigen entfernen und durch 560 Quadratmeter Pflaster, alles in allem wohl um die 30 000 Steine, ersetzen.

„Agent“ Alexander Mader hat die Latte also wieder sehr hoch angesetzt. Pünktlich um 18 fiel am Donnerstag der Stadtschuss, erst jetzt haben die „Mitarbeiter“ erfahren, was diesmal bis zum Sonntagabend zu bewältigen ist. Das war schon 2009 so, als der Fußweg von der Siedlung zum Dorf erneuert wurde. Und 2012, damals sanierte die Landjugend den Zugang zum Kindergarten. Die Landjugend hatte dabei quasi die Federführung, doch ohne den Großteil des übrigen Dorfes liefe da gar nichts.

Und so ist es auch heuer wieder. Tatkräftig packt auch Marktbreits zweiter Bürgermeister Herbert Biebelriether mit an und hat die Arbeitsklamotte schon fast durchgeschwitzt. Er ist nicht der einzige. Ein Blick in die Runde zeigt, da helfen viele Gnodstädter mit, die schon dem Jugendalter entwachsen sind. Unter anderem ist auch eine Gruppe der in Gnodstadt wohnenden Asylbewerber dabei. Die waren am Donnerstagabend einfach dagestanden und wollten auch etwas tun, sagt Pressesprecherin Anna Erbar. Und wer nicht vor Ort sein kann, der backt Kuchen, spendet eine Brotzeit oder bringt kalte Getränke vorbei. Schon gleich in der Früh um 7 Uhr stand so frischer Kuchen für die Helfer parat. Bis 22 Uhr gingen die Arbeiten am Donnerstag, dann ruhte die Baustelle aus Rücksicht auf die Anwohner. Denn die Abbrucharbeit des Asphalts geht nicht ohne Lärm. In den folgenden Tagen wird wohl länger geschafft, sagt Alexander Mader, Organisator, Planer, Vorarbeiter, kurz „Chef“ des Ganzen. Am einen Ende beginnt ein Trupp schon mit dem Einbau des Schotterbetts, am anderen Ende liegt noch der aufgebrochene Asphalt – gearbeitet wird also an allen Fronten der 450 Meter langen Strecke. Und wird erst einmal Pflaster verlegt, dann ist es auch nicht mehr so laut, dann kann auch bis in die Nacht gearbeitet werden.

Und das ist sicher auch nötig. Denn wie schon bei den ersten beiden Aktionen: Der Zeitplan ist eng gestrickt. Und wenn am Sonntagabend gegen 18 Uhr dann Bürgermeister Erich Hegwein mit der Dorfgemeinschaft zur Baustelle kommt, soll der Gehsteig fertig gepflastert und die Sitzgruppe am Wäldchen des Festplatzes der Siedler ebenfalls erneuert sein.

jugend.macht.land

„jugend.macht.land“ ist eine Aktion des Bundes der Deutschen Landjugend, die in diesem Jahr eigentlich in der Zeit vom 18. September bis zum 10. Oktober läuft. Dabei geht es um eine Wette mit Bürgermeistern, Gemeinderäten oder auch Schulleitern. Die Ortsverbände der Landjugend wetten dabei, dass sie und ihre Unterstützer es schaffen, innerhalb eines festgelegten Zeitrahmens, etwa in 72 Stunden, wie in Gnodstadt, eine bestimmte, gemeinnützige Aufgabe lösen. Beispiele sind da: Ein Seniorencafe, ein Freibad oder einen Spielplatz renovieren, Waldwege säubern oder 1000 Blutspendende zu finden. Die Projekte sollen den Fokus auf den Einsatz der Landjugendlichen lenken, den sie in diesen Aktionen unter Beweis stellen, aber auch täglich mit Gruppenstunden, Lehrfahrten, Freizeiten oder Festen leisten. Schirmfrau der Aktion ist Bundesjugendministerin Manuela Schwesig. Die Aktion in Gnodstadt, die wie schon in den Vorjahren immer etwas eher startet, kann unter landjugend-gnodstadt.de per Webcam beobachtet werden.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.