Iphofen
Wirtschaft

Hier stapeln sich die Aufträge

In der Noack GmbH wird Nachhaltigkeit nicht nur gesprochen, sondern gelebt. Geschäftsführer Dietmar Noack hat die Eigenschaften von Holz als Basis für seinen Leitfaden übernommen.
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Der Herr der Paletten: Aus dem Sägewerk von früher ist ein breit aufgestelltes Unternehmen geworden, das Sondergrößen von Paletten und Transportkisten produziert, aber auch den Service für die fachmännische Verpackung und Containerstau bietet.  Fotos: ezw
Der Herr der Paletten: Aus dem Sägewerk von früher ist ein breit aufgestelltes Unternehmen geworden, das Sondergrößen von Paletten und Transportkisten produziert, aber auch den Service für die fachmännische Verpackung und Containerstau bietet. Fotos: ezw
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"Holz ist ein faszinierender Rohstoff." Dietmar Noack, Geschäftsführer der Noack GmbH mit Sitz in Iphofen ist von dem Material, mit dem seine Firma arbeitet, so begeistert, dass er die besonderen Eigenschaften von Holz als Leitfaden für das gesamte Unternehmen sieht.
Holz muss wachsen und fordert dafür einen sorgsamen Umgang. Nach dem gleichen Prinzip muss nach Ansicht des bodenständigen Unternehmers auch Vertrauen gepflegt werden. "Das schafft die soliden Wurzeln für eine partnerschaftliche und beständige Zusammenarbeit zwischen unserem Unternehmen, unseren Kunden und Lieferanten." Noack ist überzeugt, dass diese Einstellung in Zukunft für eine Firma immer wichtiger werden wird.
Insbesondere Zuverlässigkeit erlange einen immer höheren Stellenwert.
"Wir versprechen unseren Kunden nicht nur pünktlich, sondern auch mit dem richtigen Know-how zu liefern - und verlangen das auch von unseren Lieferanten."
Ein Blick auf die Produkte und Dienstleistungen der Noack GmbH zeigt, dass sich aus dem Sägewerk von einst ein breit aufgestelltes Unternehmen entwickelt hat. Verarbeitet werden Hölzer aus heimischen Wäldern, wie Tanne, Kiefer und insbesondere Buche. Da Holz eine wertvolle Ressource ist, sollte es gemäß der Firmenphilosophie so lange wie möglich im Wirtschaftskreislauf verwendet werden. Im großen Geschäftsbereich "Sonderpaletten" steht daher lediglich 70 Prozent Neuproduktion an, der Rest teilt sich auf in Reparatur und Recycling gebrauchter Paletten. Auch diese Wiederverwertung spiegelt die Grundeinstellung der naturverbundenen Firma wider.

Schonender Umgang

Der schonende Umgang mit dem Rohstoff Holz wird im Geschäftsbereich "Kistenherstellung" noch deutlicher. "Wir bauen solche Konstruktionen, in denen so wenig Holz wie möglich, aber so viel wie nötig verbaut werden", erläutert der Firmenchef, dem es ein besonderes Anliegen ist, dass Nachhaltigkeit nicht nur gesprochen, sondern gelebt wird "Die CO2-Bilanz unseres Unternehmens ist mir sehr wichtig."
Um den Holzverbrauch so gering wie möglich halten zu können, ist spezielles Know-how gefragt. Dietmar Noack bringt es auf den Punkt: "Dick und fett kann jeder!" Gut überlegte statische Konstruktionen machen dagegen leichtere Transportvarianten möglich. Stolz lobt Noack seine engagierten Mitarbeiter, die mit technischem Verständnis und spezifischen Grundwissen immer wieder individuelle Lösungen für die Kunden heraus finden. So entwickelten sie beispielsweise eine leichte Spezialkiste, um eine 50 Tonnen schwere Maschinenanlage nach China transportieren zu können. Im Gegensatz zu der bisherigen Verpackung wurde zweidrittel Holz eingespart. Das überzeugte und sorgte für weitere Aufträge, denn die Ressourcenschonung bringt auch dem Kunden direkte Vorteile.
"Wenn weniger Holz verbraucht wird, können Teile als Module vorgefertigt werden", erklärt der Geschäftsführer. "Dann gibt es beim Kunden weniger Platzbedarf, weniger Zeit, weniger Dreck. Viele unserer Mitbewerber arbeiten mit Kettensägen. Wir nicht."
50 Mitarbeiter sind in der Noack GmbH beschäftigt, manche darunter mit Betriebszugehörigkeiten von 20 bis 34 Jahren. Sie sind aus dem Vorgängerbetrieb "Reuss GmbH" übernommen worden. Zudem haben etliche im Ausbildungszentrum Bad Wildungen ihr Handwerk gelernt als "Holzmechaniker Fachrichtung Bauelemente, Verpackung, Export".
Das Iphöfer Unternehmen bildet aus, wie der Geschäftsführer betont, "um die Fachleute bei uns zu haben." Denn letztendlich sind es die Menschen, die einen guten Betrieb ausmachen und ihn letztendlich voran bringen. Auch hier greift der Firmenchef auf eine Holzweisheit zurück: "Wer über sich selbst hinaus wachsen will, braucht starke Wurzeln."

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