Kitzingen

Herz für Schäferhunde: Rügamer feiert 70-jähriges Jubiläum

Walter Rügamer aus Kitzingen blickt auf 70 Jahre Mitgliedschaft im Verein Deutscher Schäferhunde zurück. Er war weltweit als Zuchtrichter unterwegs.
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Walter Rügamer feiert 70 Jahre Mitgliedschaft im Deutschen Schäferhundeverein. Foto: Lisa Marie Waschbusch
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Im Haus von Walter Rügamer finden sich zahlreiche Andenken an seine vielen Reisen. In einer Vitrine sind Urkunden und Medaillen aus aller Welt drapiert. Im Wohnzimmer stehen Holz-Hörner aus Südafrika und Figuren aus Argentinien. 43 Länder hat der 93-Jährige während seiner Tätigkeit als Zuchtrichter und Körmeister im Deutschen Schäferhundeverein bereist. Jetzt kommt eine weitere Urkunde hinzu – der Kitzinger feiert in diesem Jahr 70 Jahre Vereinsmitgliedschaft.

Seine Leidenschaft für Schäferhunde beginnt, als er im Juli 1949 in den Verein Deutscher Schäferhunde eintritt. 1968 wird Rügamer Zuchtrichter, drei Jahre später Körmeister – er prüft, ob sich ein Hund zur Zucht eignet. Fortan macht er sich weltweit einen Namen: Der Mann aus der Kitzinger Siedlung wird zu weit über 1000 Zuchtschauen rund um die Welt berufen. Besonders stolz macht ihn, dreimal Richter bei einer Hauptzuchtschau mit 1500 bis 2000 Tieren zu sein. Rügamer ist Mitglied der Ortsgruppe Großlangheim, in der er von 1976 bis 2001 Zuchtwart ist und von 1986 bis 1995 Vorsitzender.

Während er durch seine alten Fotoalben blättert, hat er immer wieder eine Erinnerung parat. Er erinnert sich an eine der ersten großen Auslandsschauen, auf denen er richtet – in Brasilien. "Das muss in den 1970er-Jahren gewesen sein", erzählt er. Welche Reise ihm am besten gefallen hat? "Neuseeland war schon toll", sagt er und erinnert sich an den langen Flug zurück. Aber auch Südafrika habe ihm gut gefallen: Hier sieht er zum ersten Mal Elefanten in freier Wildbahn – und ist schnell von den Dickhäutern begeistert. 

"Entweder Schäferhunde oder gar keine." Das ist für Walter Rügamer immer klar. Für ihn zählt der Schäferhund zu den fähigsten Hunden, die es gibt: Sie werden als Blindenhunde, Rauschgift- oder Sprengstoffspürhunde, Leichen- oder Vermisstenspürhunde ausgebildet. Und sie sind von Behörden stark nachgefragt: Rügamer deutet auf eine Anzeigenseite in einer der vergangenen Ausgaben der Vereinszeitung. Wieder einmal sucht die Polizei nach jungen Hunden. 

Rügamer erhielt goldenes Züchterabzeichen

Er selbst züchtet unter dem Zwingernamen "vom Schwanbergsblick" zahlreiche deutsche Schäferhunde. Wie viele? – Rügamer überlegt; eine genaue Zahl weiß er nicht mehr. Aber: "Die Hunde werden dem Alphabet nach benannt und ich habe mehrmals das Alphabet durchgezüchtet." Im November 1987 wird ihm für die Zucht das goldene Züchterabzeichen verliehen. Einen Zwinger im Garten gibt es heute nicht mehr. Mit dem Züchten ist seit dem Jahr 2000 Schluss, als Rügamer sich einer schweren Operation unterziehen muss.

Mit 70 Jahren beendet er auch seine Richtertätigkeit – so wie es die Regularien des Vereins vorschreiben. Heute hat Rügamer keine Hunde mehr. Vielleicht bekommt er aus dem Kopf auch nicht mehr jede Jahreszahl mit jeder Auslandsschau zusammen. Doch die Begeisterung für die Tiere sieht man ihm noch 20 Jahre nach der Beendigung seiner Richtertätigkeit an. Das Herz dieses Mannes schlägt noch immer für die Schäferhunde. 

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