Markt Herrnsheim
Geschichte

Herrnsheimer legen Wert auf ihren "Markt"

Genau rechtzeitig zum traditionellen Markt immer am Sonntag vor dem 25. Juli gab Bürgermeisterin Ingrid Reifenscheid-Eckert die umfangreiche Instandsetzung der Kirchenburganlage in Markt Herrnsheim mit der Verleihung der Denkmalschutzmedaille bekannt und eröffnete die Ausstellung "Unterfränkische Kirchenburgen heute" des Bezirks Unterfranken.
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Bei Führungen mit dem Architekten Martin Zeltner und der Bürgermeisterin gab es am Markttag für die insgesamt etwa 70 Teilnehmer reichlich Informationen zur Kirchenburg. "Der Namenszusatz ,Markt' war für die Bürger in Herrnsheim immer von besonderer Bedeutung", betonte die Bürgermeisterin. Erst zur Feier der Markterhebung vor 425 Jahren war es gelungen, darüber einen Nachweis zu führen - nachdem auch das Schwarzenberg'sche Archiv in Krummau in Tschechien keine Urkunde im Archivbestand führte.

Es fand sich ein nicht sehr verbreitetes Büchlein aus 1950, in dem das "Sigil der Zwölf zu Marck Herntzheim 1583" (Siegel der Zwölf zu Markt Herrnsheim 1583) beschrieben wurde. Bei den "Zwölf" handelte es sich um das oberste Gemeindegericht, das zumeist viermal jährlich an Walpurgi, Philippi, Jakobi und Martini tagte und sämtliche anstehenden Rechtsfälle behandelte.

Herrnsheim selbst dürfte sich aus der Landnahme der Franken im 6. Jahrhundert ableiten und als "Heim des Herno" zu verstehen sein. Das Marktrecht hat Johann I. verliehen, der Jüngere Graf zu Schwarzenberg, seit 1561 Herr zu Schwarzenberg und Hohenlandsberg. Dass die Jahreszahl 1583 richtig ist, kann letztlich der in den 50er Jahren erfolgten offiziellen Beschreibung des Wappens entnommen werden, wie sie im Staatsarchiv hinterlegt ist. Urkundlich ist Herrnsheim 1155 erstmals erwähnt, als Eispertus von Seinsheim einen Hof in Herrnsheim an das Kloster Michelsberg in Bamberg verschenkte.

Die ältesten Mauerteile der Kirchenburg stammen aus dem 14. Jahrhundert. Die Inschrift der ältesten Glocke in der um 1200 erbauten Simultankirche St. Martin trägt die Jahreszahl 1300. Die teilweise engen Verhältnisse im Innenbereich der Kirchenburg rühren vermutlich von den Umbauten der Kirche 1590 und 1761 her, als die Nordwand versetzt und größere Fenster eingebaut wurden. Dabei entstand die Empore und der Turm wuchs um ein Stockwerk.

Heute sind die meisten der 32 Gaden hergerichtet und gehören 14 Familien, die sie unterschiedlich nutzen.
Neben dem Bauernmarkt, der sich am Sonntag über fast die gesamte Länge der Dorfstraße hinzog, begeisterte die Küche der ehrenamtlich geführten Marktschänke des Bürgervereins. Hier konnten sich die Besucher der langen Einkaufsmeile und der Ausstellung "Unterfränkische Kirchenburgen heute" im Gemeindehaus ausruhen.
Die reisenden Geschäftsleute und die örtlichen Selbstvermarkter zeigten sich am Abend durchweg zufrieden mit dem Publikumsbesuch.

Die Ausstellung "Unterfränkische Kirchenburgen heute" ist auch am Sonntag, 29. Juli, noch von 11 bis 17 Uhr zu sehen.

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