WIESENTHEID

Herr über die Autoscooter

Generationen von Wiesentheider kennen ihn. Vielleicht nicht mit Namen, aber vom Sehen oder von seiner markigen Stimme, die durch das Mikrofon am Autoscooter-Fahrgeschäft tönt. Schausteller Johann Braun aus Nürnberg kommt mit seinen Fahrgeschäften seit 65 Jahren nach Wiesentheid zur Kirchweih. Aus diesem Grund wurde er von Wiesentheids Bürgermeister Werner Knaier bei der Kirchweih extra geehrt.
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Urgestein der Wiesentheider Kerm: Schausteller Johannes Braun und sein Familie sind seit 65 Jahren bei der Kirchweih zu Gast. Bürgermeister Werner Knaier ehrte ihn dafür besonders. Foto: Foto: Andreas Stöckinger

Generationen von Wiesentheider kennen ihn. Vielleicht nicht mit Namen, aber vom Sehen oder von seiner markigen Stimme, die durch das Mikrofon am Autoscooter-Fahrgeschäft tönt. Schausteller Johann Braun aus Nürnberg kommt mit seinen Fahrgeschäften seit 65 Jahren nach Wiesentheid zur Kirchweih. Aus diesem Grund wurde er von Wiesentheids Bürgermeister Werner Knaier bei der Kirchweih extra geehrt.

Veränderungen mitgemacht

Johann Braun, diesmal nicht in der für ihn typischen Latzhose, weiß einiges über Wiesentheid und die Festtage im September. Sein Vater Gottlob, einst ein Artist, zog vor genau 65 Jahren erstmals mit seinem Fuhrpark in den Ort am Steigerwald, um dort Kinderaugen leuchten zu lassen. „Autoscooter, Losbude und Schießbude hatten wir damals“, weiß er noch.

Im Ortskern, am Säulesmarkt zwischen dem Gasthof Brücke und dem Schloss, wurde aufgebaut. Später zog das Fest raus aus der Ortsmitte. „Ich kenne den Platz noch am Sägewerk, mit dem großen Bierzelt. Das hatte was“, weiß er noch, als Anfang der 70er Jahre die Kirchweih zunächst für einige Jahre an der Bahnhofstraße stattfand. Dort, wo heute der Edeka-Markt steht, drehten die Fahrgeschäfte ihre Runden.

Was ihm sonst zu Wiesentheid einfällt? Als Kind musste Johann Braun während des Aufenthalts der Familie in Wiesentheid den Kindergarten oder später die Schule besuchen. „An den Kindergarten erinnere ich mich noch, da mussten wir nachmittags immer schlafen, das konnte ich nicht“, schmunzelt er.

Nahezu jedes Wochenende an einem anderen Ort – dieses Leben gefällt Johann Braun, er ist es gewohnt. Von Ostern bis zu den Weihnachtsmärkten zieht die Schausteller-Familie zumeist quer durch Bayern. Brauns Sohn fährt sogar bis nach Bremen. „Man muss schon Idealist sein, um so etwas zu machen. Die Jungen wollen das nicht mehr so“, sagt er. Auch wenn der Aufwand und die Kosten den Beruf erschweren, kann er sich kaum etwas Schöneres vorstellen.

Vierte Generation am Start

Mittlerweile führt sein Sohn Johann das Geschäft, die beiden Töchter des Seniorchefs sind mit Imbissbetrieben unterwegs. Und die vierte Generation steht bereits in den Startlöchern. Brauns eineinhalbjähriger Enkel, der natürlich auch Johann heißt, ist ebenso mit auf Tour. „Er fährt am liebsten mit dem Karussell“, schmunzelt der Opa, der jedes Jahr gerne wieder nach Wiesentheid kommt.

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