Michelfeld

Herausforderung Zwischenfrucht 2018

Vor dem Hintergrund der diesjährigen Witterung - lange Trockenperiode, nur vereinzelte Niederschläge - war der Anbau einer Zwischenfrucht für die Praktiker eine große Herausforderung.
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Interessiert begutachten die Besucher die Aufwuchsunterschiede der 17 verschiedenen Zwischenfruchtmischungen auf der Versuchsfläche in Michelfeld.

Vor dem Hintergrund der diesjährigen Witterung - lange Trockenperiode, nur vereinzelte Niederschläge - war der Anbau einer Zwischenfrucht für die Praktiker eine große Herausforderung. Aus diesem Grund folgten rund 50 Landwirte der Einladung zu einer Informationsveranstaltung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen auf die Demofläche des Betriebes Moser Wolfgang in Michelfeld, teilt das Amt mit.

Bevor die 17 Zwischenfruchtmischungen vorgestellt wurden, informierte Thomas Karl (AELF Kitzingen) zu den aktuellen Themen der Düngeverordnung und zusätzlichen Vorgaben zu den „roten Gebieten“. Die Bayerische Staatsregierung hat Bayern in grüne und rote Gebiete eingeteilt. Voraussetzung für die Einstufung in ein rotes Gebiet ist die Überschreitung des Schwellenwertes für Nitrat von 50 mg/Liter im Grundwasser. Feldstücke, die sich in den roten Gebieten befinden unterliegen bei der Bewirtschaftung zusätzlichen Vorkehrungen: Zum einen muss der Bodenstickstoff für jede mit Stickstoff zu düngende Kultur (ohne mehrschnittiger Feldfutterbau) untersucht und in der Düngeplanung berücksichtigt werden. Allerdings genügt eine Untersuchung je Kultur. Die Werte für die restlichen Feldschläge können berechnet werden.

Wirtschaftsdünger oder Gärrestrückstände müssen vor der Ausbringung auf Stickstoff und Phosphat untersucht und bei der Düngeplanung einbezogen werden. Hierbei genügt die Untersuchung des Hauptwirtschaftsdüngers. Bei der Düngung wurde der Gewässerabstand von vier auf fünf Meter erweitert. Auf stark geneigten Flächen erfolgte eine Erhöhung von fünf auf zehn Meter.

Betriebe können von zusätzlichen Maßnahmen in den roten Gebieten befreit werden. Laut Nährstoffvergleich gilt der Kontrollwert von maximal 35 kg N/ha. Sofern an bestimmten Agrarumweltmaßnahmen teilgenommen wird, könnte auf Antrag eine Befreiung stattfinden. Allerdings muss noch eine Genehmigung durch die EU erfolgen, so die Mitteilung.

An der Versuchsfläche informierte der Wasserrahmenrichtlinienberater Anton Lesch über die Zusammensetzung und Besonderheiten der jeweiligen Zwischenfruchtparzelle. Außerdem wurden Vor- und Nachteile sowie Standortanforderungen thematisiert. Hohe Bestandsdichten entwickelten dieses Jahr Zwischenfruchtmischungen mit einem hohen Senfanteil.

Aufgrund der diesjährigen Trockenheit lag die Herausforderung darin, einen funktionalen Zwischenfruchtbestand zu etablieren. Das Thema wird vor allem in der Zukunft an Bedeutung gewinnen, da der Zwischenfruchtanbau die natürliche Bodenfruchtbarkeit erhält und steigert. Diesbezüglich ist der Humusaufbau ein entscheidendes Kriterium, um die natürliche Wasserspeicherfähigkeit zu fördern. Somit kann in Trockenperioden über einen längeren Zeitraum Wasser gespeichert und an die Pflanzen abgegeben werden.



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