BUCHBRUNN

Her mit dem Nachtpflugverbot

Da war was geboten, zur Kirchweih in Buchbrunn am Wochenende. Vor allem der Umzug am Sonntag mit Ausgrabung und Predigt amüsierte die Zaungäste, denn die Geometer hatten sich wieder einige originelle Späße einfallen lassen.
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Ein Fässchen und acht Männer: Nach kurzer Suche ist es den Buchbrunner Geometern gelungen, symbolisch die Kirchweih auszugraben. Foto: Foto: Lukas Will

Da war was geboten, zur Kirchweih in Buchbrunn am Wochenende. Vor allem der Umzug am Sonntag mit Ausgrabung und Predigt amüsierte die Zaungäste, denn die Geometer hatten sich wieder einige originelle Späße einfallen lassen.

Zunächst fielen den Besuchern die überall im Ort aufgestellten Wahlplakate der „Alternative für Buchbrunn“ auf. Bei genauerem Hinsehen entpuppten die sich als gelungene Parodie. Abgebildet waren einzelne Ex-Geometer mit Namen wie „Jürgen Trittihn“, „Rafiq Eckball“ oder „Michl Kloß m. Soß“. Dort forderten sie unter anderem „Nachtpflugverbot ab 22 Uhr“ oder „Vollbeschäftigung am Kermermontag“.

Der von den Kirchweihburschen angeführte Umzug startete bei Nieselregen, der zwischenzeitlich stärker wurde und alle ohne Regenschirm gehörig durchnässte. Trotz des schlechten Wetters standen zahlreiche Besucher entlang der Route. Den Burschen folgten das Kolping-Musik-Corps und Prediger Andreas Hopfengart zu Pferde. Laut wurde es, wenn der Wagen der Geometer vorbeifuhr und der Motor aufheulte, wobei Seifenblasenwolken durch die Luft gewirbelt wurden. Auch Weinprinzessin Isabell Hüsam war dabei, die sich mit einem Plakat am Wagen bei den Buchbrunnern bedankte: „Trotz der Hitze, unser Weinfest das war spitze!“ Ein weiterer Wagen nahm sich den Bauskandal in Limburg vor: „Der Bischof schmeißt des Geld zum Fenster naus, drum tret’n die Leut scho aus der Kirche aus.“

Der Umzug wurde, abgesehen von den Ständerli, noch von der Ausgrabung unterbrochen. Bei dieser machten Geometer die Suche nach dem Kichweihbier mit einer theaterreifen Inszenierung spannend. So verfolgten sie eine „heiße Spur“ – es war eine lodernde Zündschnur – setzten ein einrädriges Fahrrad als Suchgerät ein und kommunizierten über ein nicht ganz abhörsicheres Dosentelefon, bei dem auch noch jemand auf der Leitung stand.

Nach dem Festzug folgte schließlich die Predigt, die Anekdoten und Missgeschicke der Buchbrunner aufs Korn nahm. Thema war unter anderem eine Familie, deren Hühner zu wenig Eier legten. Also beschloss man die älteren Tiere zu schlachten. Dabei wurden die mit Farben markierten Hennen jedoch verwechselt und ausgerechnet die eierlegenden ins Jenseits aussortiert.

Das Weinfest bot sich gar für drei Predigt-Geschichten an. So war es einem Schreibfehler auf den Plakaten geschuldet, dass in diesem Jahr die Großlangheimer Musikanten einen Auftritt hatten. Gebucht waren aber die Bibergauer, die dürfen dafür 2014 ran. Weitere Pannen waren der voll beladener Gabelstapler, der im Boden versank sowie das bei der Getränkebestellung vergessene Radler. Doch Prediger Hopfengart hat trotzdem Vertrauen in die Organisatoren: „Es geht halt sein Gang – alles is top, der Weinfestausschuss mächt da en Profi-Job.“

Am Montag gegen Mitternacht ging die Kerm dann schließlich zu Ende. Am Abend spielte das „Duo Würzburg“ im Gewölbekeller noch zum Kirchweihtanz.

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