WÜSTENFELDEN

Heißer Treff in einstiger Gefrieranlage

Der kleine Casteller Gemeindeteil Wüstenfelden zählt zwar kaum 100 Einwohner. Trotzdem ist dort an Wochenenden und auch an manchen Werktagen immer was los. So auch am Samstag, 4. Januar: Da feiert die Dorfjugend am Abend ihr 20-jähriges Bestehen. Natürlich im Gfrierhäusla, in der ehemaligen gemeinschaftlichen Gefrieranlage.
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Gemütliche Feier-Ecke: Im ehemaligen Gefrieranlage hat die Dorfjugend vor 20 Jahren einen Treff aufgebaut. Zum Jubiläum laden die Wüstenfeldener um den jetzigen Vorsitzender Stefan Borlein, der Gründungsvorstand Jürgen Weber (vorne von links), sowie Daniel Dittrich, Jürgen Link und Thomas Hüßner (hinten) am Samstag ein. Foto: Foto: Andreas Stöckinger
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Der kleine Casteller Gemeindeteil Wüstenfelden zählt zwar kaum 100 Einwohner. Trotzdem ist dort an Wochenenden und auch an manchen Werktagen immer was los. So auch am Samstag, 4. Januar: Da feiert die Dorfjugend am Abend ihr 20-jähriges Bestehen. Natürlich im Gfrierhäusla, in der ehemaligen gemeinschaftlichen Gefrieranlage.

Schon bevor man das Ortsschild passiert hat, fällt es auf, das gelbe Häuschen am Ortseingang, direkt neben der Straße. Zwar liegt es am Rand, doch es ist eigentlich der Mittelpunkt im Dorf. „Das ist das Kommunikationszentrum, der Meinungsaustausch, das stationäre Facebook. So, wie früher die Milchsammelstelle“, beschreiben Jürgen Weber und Stefan Borlein die Bedeutung des Gfrierhäusles. Dort treffen sich die jüngeren, aber auch älteren Wüstenfeldener ab und an unter der Woche, oder am Wochenende, meist abends. Man sitzt und plaudert, trinkt, ab und zu wird am Tischkicker gespielt. Es ist eine Oase der Gemeinschaft im kleinen Dorf.

Im Inneren des Gebäudes stehen längst keine Gefriertruhen oder Kühlanlagen mehr, wie einst. Mit seiner Theke, den Tischen und Bänken und dem Nebenraum wirkt es wie ein kleine, gemütliche Gastwirtschaft. Das Häuschen ist „Schuld“ daran, dass die jungen Wüstenfeldener vor genau 20 Jahren einen eingetragenen Verein gründeten, nämlich die Dorfjugend.

Das machte die Gemeinde Castell einst zur Bedingung, als die jungen Leute Anfang der 90er Jahre fragten, ob sie den kaum genutzten Raum für sich haben könnten. Bis dahin traf man sich an der Linde in der Ortsmitte, so lange das Wetter es erlaubte. „Im Winter saßen wir eben bei irgendeinem in der Küche“, so Weber.

„Mittlerweile ist schon

die zweite Generation

an der Reihe.“

Thomas Hüßner Dorfjugend Wüstenfelden

Die Gemeinde stimmte der Anfrage zu, der Umbau konnte beginnen. Das nötige Geld steuerten die Mitglieder der gegründeten Dorfjugend bei. Die 50 Mark pro Nase der 15 Gründungsmitglieder dienten als Startkapital. Und los ging's. Ein Vorbau wurde errichtet, das Dach neu gemacht, und so weiter, alles in Eigenregie. Für die Inneneinrichtung besorgte der allererste Vorstand der Dorfjugend, Jürgen Weber, einiges von der damals gerade umgebauten Disco in Wiesentheid. Etwa sechs Monate wurde gewerkelt. „Kurz vor Weihnachten 1993 haben wir dann eröffnet“, weiß Weber noch.

Er hat die Zeitungsausschnitte von damals aufgehoben in einem Ordner. Zudem prangen heute noch Fotos und Schnipsel der vergangenen Jahre an der Wand im Häuschen. Ihr Heim haben die Wüstenfeldener um einen Anbau vergrößert. Das war nötig, denn zur Kirchweih oder zum Oktoberfest herrscht reger Betrieb. Zum Feiern kommen Gäste und Freunde aus der Umgebung, nicht nur aus Castell. „So 80 bis 100 Portionen Essen verkaufen wir da schon“, sagt der heutige Vorsitzende Stefan Borlein.

Er gehört mit seinen 26 Jahren zur mittlerweile verjüngten Führungsspitze der Dorfjugend. Die älteren helfen nach wie vor mit. „Mittlerweile ist schon die zweite Generation an der Reihe. Es verjüngt sich, aber so viele Kinder und Jugendliche wie sonst haben wir auch in Wüstenfelden nicht mehr“, schaut Thomas Hüßner auf die 26 Mitglieder.

Es erfüllt die Wüstenfeldener ein bisschen mit Stolz, dass sie ihren Treff über die 20 Jahre aufrecht hielten. Da darf am Samstagabend mal ordentlich gefeiert werden. Der Holzofen wird für die Wärme in der ehemaligen Kühlanlage sorgen.

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