VOLKACH

Heiße Radltour endet mit coolen Klängen

Über 30 Grad im Schatten, super Stimmung und viele gut gelaunte Leute machten das Volkacher Weinfestgelände am Freitagabend zur südländischen Partymeile.
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Ausgelassene Partystimmung: Claudia Koreck begeisterte mit ihrer Band 9000 Besucher zum Abschluss der BR-Radltour am Volkacher Festgelände. Foto: Fotos: Peter Pfannes
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Open-Air-Herz, was willst du mehr? Über 30 Grad im Schatten, super Stimmung und viele gut gelaunte Leute machten das Volkacher Weinfestgelände am Freitagabend zur südländischen Partymeile.

Etwa 9000 Feierwütige erlebten den unterhaltsamen Abschluss der fünften Etappe der BR-Radltour unter freiem Himmel. Als Headliner auf der Bühne servierte Claudia Koreck im bairischen Dialekt zusammen mit ihrer Band pure Lebensfreude. „I loss des Lebn Lem sei“ sang die Liedermacherin vom unkomplizierten Leben. Das begeisterte Publikum sagte geschlossen dem Alltagsstress ade und ließ gechillt seine Seele baumeln.

Glückspilz von der Mainschleife

Den strapaziösen Radler-Tag bei sengender Hitze ließ auch Paul Leibold in gemütlicher Runde ausklingen. Dem mehrfachen Familienvater aus Fahr am Main waren die körperlichen Anstrengungen der vergangenen fünf Tage anzumerken. Das Motto der Radltour „Tagsüber radeln und abends feiern“ hatte sich deutlich in seiner Stimme niedergeschlagen, die ziemlich „angekratzt“ klang. Per Losentscheid war Leibold zur Teilnahme an der Radltour gekommen. Der Glückspilz von der Mainschleife hatte bei der Ziehung der Lose immerhin 1000 Konkurrenten.

Als einer von 1200 Radlern startete er am vergangenen Montag in Weilheim in Oberbayern. Damit ging für ihn ein langersehnter Wunsch in Erfüllung. Was ihn bei der Radltour besonders glücklich machte, war die Herzlichkeit und die gegenseitige Hilfsbereitschaft unter den Teilnehmern. Spaß und gute Stimmung seien sowohl tagsüber als auch bei den Abendveranstaltungen an der Tagesordnung gewesen.

Geschockt hatten ihn allerdings einige Fahrradunfälle, die einen Beckenbruch und einen Sturz in einen Weiher zur Folge hatten. „Das Problem ist die Kettenreaktion, die ein Unfall in einem solchen Pulk für die Nachfolgenden verursacht“, schildert Leibold. Deswegen fahre er immer im „hinteren Drittel“ des Trosses mit.

Nichtsdestotrotz hatte der Radler viele nette Begegnungen mit neuen Leuten. In Volkach traf er am Freitag zudem viele Bekannte aus seiner Heimat, darunter Rainer Feuerbach. Der Kellermeister der Winzergemeinschaft Franken (GWF) begleitete mit seinem sechsköpfigen Team und dem Weinstand der Gemeinschaft die Radler auf allen Etappen. „Die Hitze hat den Radlern zwar ganz schön zu schaffen gemacht, aber bei uns am Weinstand war dann am Abend immer Party angesagt“, so der Lokalmatador.

Wie an den Etappenzielen zuvor herrschte auch auf dem Volkacher Festgelände ausgelassene Partystimmung. Die Macher des Bayerischen Rundfunks (BR) hatten den gesamten Bereich in eine große Spielwiese für die ganze Familie verwandelt. Die Kleinsten durften ihren Radlerkönig beim Wettfahren unter sich ausmachen.

„Dahoam is dahoam“ lautete das bekannte Motto auf dem Parkplatz. Hier durfte nach Herzenslust gefensterlt werden. Als Lohn gab es ein Abzieh-Tattoo auf den Oberarm oder ein fesches T-Shirt. Marion Flammersberger aus Astheim und ihre Söhne Raphael und Michael waren begeistert. „Normalerweise sind wir bei diesem Wetter im Freibad. Aber so ein Event gibt es schließlich bei uns nicht jeden Tag“, erklärte sie ihre Beweggründe, die Spaßmeile dem kühlen Nass vorzuziehen. Und Oma und Opa Flammersberger hatten sich spontan angeschlossen.

Über 100 Freiwillige im Einsatz

BR-Radltour-Manager Wolfgang Slama zeigte sich erstaunt: „Wie die Leute diese Hitze wegstecken, ist schon phänomenal.“ Für ihn war die Herzlichkeit, mit der die Radler in den unterfränkischen Dörfern und Städten empfangen wurden, grandios. „Die Feuerwehren haben mit Wasser für willkommene Abkühlung gesorgt, eine großartige Serviceleistung.“

Über 100 freiwillige Helfer der Feuerwehren und des BRK waren am Freitag im Einsatz. Die Sanis hatten einige hitzebedingte Ausfälle zu „verarzten“. Ansonsten war es ein friedliches Fest in Volkach für Radler und Nicht-Radler. Die BR-Tour endete am Samstag in Mellrichstadt.

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