RÖDELSEE

Heiße Luft auf dem Schwanberg

Alljährlich im Sommer verlegt der Rödelseer Gemeinderat eine Sitzung auf den Schwanberg. Vielleicht, weil sich der Rat hoch oben auf dem Berg eine kühlere Beratung erhofft. Am Montagabend jedoch erhitzte sich die Luft im Saal des Cafés. Den Anfang machte Christian Heß, der seine Äußerungen zum Baugebiet Schlossberg nur unvollständig im Protokoll wiedergefunden hatte. Ihm folgte die Familie Östheimer, der der Gemeinderat mehrheitlich ihr Bauvorhaben verweigerte.
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Rödelsee
Foto: Gerhard Krämer

Alljährlich im Sommer verlegt der Rödelseer Gemeinderat eine Sitzung auf den Schwanberg. Vielleicht, weil sich der Rat hoch oben auf dem Berg eine kühlere Beratung erhofft. Am Montagabend jedoch erhitzte sich die Luft im Saal des Cafés. Den Anfang machte Christian Heß, der seine Äußerungen zum Baugebiet Schlossberg nur unvollständig im Protokoll wiedergefunden hatte. Ihm folgte die Familie Östheimer, der der Gemeinderat mehrheitlich ihr Bauvorhaben verweigerte.

Zum wiederholten Male hatte sich der Gemeinderat mit dem Antrag der Familie Östheimer befasst, die einen Carport errichten und dessen Dach komplett als Terrasse nutzen möchte. „Eine Genehmigung wäre ein Präzedenzfall“, verdeutlichte Bürgermeister Burkhard Klein die Problematik. Er habe auch mit dem Nachbarn gesprochen, berichtet Klein, der als Kompromiss eine Terrasse mit Balkon-Maß von 2,50 Metern, eventuell auch von drei Metern mit Sichtschutz zum Nachbarn vorschlug. Der Bauherr bekundete allerdings, dass er an der Gesamtfläche von sechs mal vier Meter festhalten wolle.

Gustav Tasch erinnerte seine Kollegen daran, dass der Rat hier über den Bauantrag zu entscheiden habe und laut Mitteilung des Landratsamtes zu prüfen habe, ob sich der Bau in die Umgebung einfüge oder nicht. Im Schreiben des Landratsamtes heißt es zudem, dass im Sinne der Gleichbehandlung auch berücksichtigt werden müsse, welchen Maßstab der Gemeinderat sonst bei Bauvorhaben anwende.

Tasch befürchtet nämlich, dass eine Ablehnung durch den Gemeinderat vor Gericht keinen Bestand haben werde. Eine solche Auseinandersetzung könnte der Gemeinde nach Aussage des Bauherrn nun bevorstehen, da nur fünf Räte das Einvernehmen erteilen wollten, sieben aber dagegen waren. Kritische Bemerkungen in Richtung seiner Person, wonach er mehr auf Seiten der Nachbarn stehe, verbat sich Klein. Er empfahl, mehr miteinander zu reden.

Bürgermeister: Thema ist durch

Viel geredet hatte Christian Heß in der Gemeinderatssitzung Ende Juni über die Änderung des Bebauungsplans Schlossberg, bei der es um die Teilung von zwei Grundstücken geht. Er hatte der Gemeinde eine Berechnung vorgelegt, nach der der Gemeinde durch die neue Lösung knapp 60 000 Euro entgingen. Seine Ausführungen seien aber so nicht protokolliert worden. „Das Thema ist bei uns durch“, brachte Bürgermeister Klein seine Meinung zum Ausdruck. Fügte aber ergänzend hinzu, dass der Gemeinde nach eigenen Berechnungen „nur 42000 Euro fehlen würden“. Aber eine Vermarktung von vier Grundstücken sei besser, als auf zweien sitzen zu bleiben, meinte Klein.

Für Heß schwer wiegt aber auch der im Protokoll, das dieser Zeitung vorliegt, enthaltene Satz: „Leider sind 2 Interessenten wegen des Verhaltens von Herrn Heß abgesprungen.“ Dies zweifelte Heß, der sich dadurch verleumdet fühlt, an. Namen der Interessenten nannte Klein mit Hinweis auf die Vertraulichkeit nicht. Heß verwies auf sein Recht, im Zuge des Verfahrens zur Änderung des Bebauungsplans Stellung nehmen zu dürfen. Davon habe er Gebrauch gemacht. Somit habe er „auch niemanden verschreckt“. „Wir nehmen dies so zur Kenntnis“, lautete dazu Kleins Kommentar.

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