KITZINGEN

Hecht und Nerfling auf einem Bein

Mehr als ein Jahr lang waren die Infotafeln des Fischlehrpfades in Kitzingen verschwunden. Jetzt sind sie wieder da – stabiler als zuvor und gegen Randale geschützt.
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Gut ein Jahr war er verschwunden, jetzt gibt es ihn wieder, den Fischlehrpfad auf dem ehemaligen Gartenschaugelände direkt am Radweg in Etwashausen Foto: Foto: Siegfried Sebelka
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Sie waren seit 2013 eine zusätzliche Attraktion auf dem ehemaligen Gartenschaugelände am Main in Kitzingen. Dann haben Randalierer die Tafeln des Fischlehrpfads so oft beschädigt, dass sie abgebaut werden mussten. Jetzt sind sie wieder da und mit ihnen die Porträts der Fische des Mains.

Auf einem Bein

Die Tafeln mit Hecht, Brachse, Nerfling & Co. haben sich leicht verändert. „Sie stehen jetzt auf einem Bein“, sagte Rolf Wenkheimer als Vorsitzender des Fördervereins ehemaliges Gartenschaugeländes, und zwar auf einem sehr massiven. Das hat, wie das Verschwinden des Lehrpfads mit seinen neun Tafeln im Juli 2017, mit zunehmendem Vandalismus zu tun.

Randalierer unterwegs

Damals hatte sich der Bauhof zum Abbau der Tafeln entschlossen, nachdem diese immer wieder Opfer von Randalierern wurden. Die auf zwei schmalen Eisenstangen montierten Tafeln waren immer wieder umgebogen worden. Im Oktober 2016 verschwand dann die Tafel mit den Hintergrundinfos zum Leben der Fische im Main ganz. Drei weitere Schilder waren beschädigt worden. Der Schaden damals: 700 Euro.

Ab ins Zwischenlager

Wenig später wurden die Tafeln abgebaut und im Bauhof zwischengelagert. Inzwischen haben sie ein massives Bein und neue Rahmen bekommen. Weil dafür die von dem Grafiker und Obermeister der Fischer- und Schifferzunft Bernhard Ziegler gestalteten Tafeln angepasst werden mussten, hat es ein bisschen gedauert. Jetzt ist der Fischreichtum des Flusses wieder zu bewundern.

Schmuckstück für Kitzingen

Der Fischlehrpfad war 2013 vom damaligen Präsidenten des unterfränkischen Fischereiverbandes Peter Wondrak als „Schmuckstück für Kitzingen“ eröffnet worden. Die Idee zu dem „schönsten Fischereilehrpfad in Unterfranken“ hatte Rolf Wenkheimer als Vorsitzender des Fördervereins.

Viele Informationen

Beim Fischereiverband, bei Bernhard Ziegler und der Stadt Kitzingen war Wenkheimer auf offene Ohren und Kassen gestoßen. Heraus kamen neun Tafeln am Mainufer. Die informieren über die im Main lebenden Fischarten wie Aal, Karpfen, Hecht oder Zander, aber auch über unbekannte Arten wie Nerfling, Nase, Brachse, Rutte, Rotauge oder Grundeln. Der Besucher lernt, welche Fischarten bedroht sind und jedes Jahr nachbesetzt werden müssen. Und er erfährt, welcher Bedrohungen durch Kraftwerke und Schiffsverkehr die Tiere ausgesetzt sind – wenn die Tafeln denn nicht wieder von Randalierern heimgesucht werden.

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