KITZINGEN

Haushalt mit 2456 Stellen

Kreiskämmerer Bernd Artus legte nach 27 Jahren seinen letzten Haushalt vor – Ende dieses Jahres verabschiedet er sich in den Ruhestand. Eine Bilanz.
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Münzen (Symbolfoto)
Foto: A3250/_Oliver Berg (dpa)

Kreiskämmerer Bernd Artus legte nach 27 Jahren seinen letzten Haushalt vor – Ende dieses Jahres verabschiedet er sich in den Ruhestand.

Frage: Wie haben Sie gemerkt, dass Sie zum Kämmerer geboren sind?

Bernd Artus: Die Tätigkeit hat mir vom ersten Tag an Spaß gemacht, weil sie abwechselungsreich ist.

Welche Fähigkeiten braucht man?

Artus: Verständnis für Zahlen und wirtschaftliche Zusammenhänge, dazu Verhandlungsgeschick.

Dass die Arbeit staubtrocken ist . . .

Artus: . . . stimmt absolut nicht. Hinter den nackten Zahlen steht immer ein Vorgang, eine Aktion, ein Mensch. Und es geht um Geld, kann also nicht langweilig sein.

Wann haben Sie Ihren ersten Haushalt für den Landkreis erstellt?

Artus: Das war der Kreishaushalt 1991, der heuer ist die Nummer 27.

Nicht viel hat sich geändert

Was war anders im Vergleich zu heute?

Artus: Nicht viel, die Abläufe haben sich kaum verändert. Am Ende muss ein ausgeglichener Haushalt stehen.

Zufrieden mit Ihrem Abschlusswerk?

Artus: Sehr, die aktuellen Zahlen sind gut, weil auch das wirtschaftliche Umfeld stimmt.

Wie viele Posten stecken im Haushalt – und wie viel haben Sie davon im Kopf?

Artus: Der 2017er Haushalt beinhaltet 2456 Haushaltsstellen. Im Kopf habe ich davon nur wenige, dafür gibt es ja den Haushaltsplan.

Wie war die Schuldenentwicklung in Ihrer Zeit als Kämmerer?

Artus: Bei der Verschuldung gab es eine interessante Entwicklung: Ende 1991 betrug diese – umgerechnet – 14 Millionen Euro, stieg dann 16 Jahre lang auf den Höchststand 2007 von 31 Millionen an. Das Geld war knapp, unsere Schulen aber sanierungsbedürftig. Von 2008 bis heute konnten dann gut 13 Millionen Euro Schulden abgebaut werden auf jetzt 17,9 Millionen.

Tipp für den Nachfolger

Was waren die schwierigsten Zeiten?

Artus: In den 27 Jahren gab es viele Höhen und Tiefen.

Blieb ein Traum unerfüllt?

Artus: Ich denke nein, ich blicke recht zufrieden zurück.

Ein Tipp für Ihren Nachfolger?

Artus: Stets offen und mit ehrlichen Zahlen operieren, nur so kann man das notwendige Vertrauen gewinnen. Foto: Leyerer

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