KITZINGEN

Hat der OB 30 Narren in der Ratssitzung?

Humor und gute Laune waren Trumpf beim Festakt zum 66-jährigen Bestehen der Kitzinger Karnevalsgesellschaft. OB Siegfried Müller stimmte in den närrischen Chor ein.
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Kitzingens Hofrat Walter Vierrether (Mitte) wurde von Präsident Rainer Müller (links) und Vizepräsident Thomas Reichert für 33 Jahre Mitgliedschaft in der Kitzinger Karnevalsgesellschaft (KiKaG) geehrt.
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Humor und gute Laune waren Trumpf beim Festakt zum 66-jährigen Bestehen der Kitzinger Karnevalsgesellschaft (KiKaG). Da stimmte Oberbürgermeister Siegfried Müller in den närrischen Chor ein und gab zum Besten: „Normalerweise habe ich bei meinen Sitzungen nur 30 Narren vor mir, heute sind es ein paar mehr“, ließ Müller einen originellen Spruch vom Stapel und freute sich auf die Jubiläums-Prunksitzung in der neuen Location Florian-Geyer-Halle. „Sie sind eine Bereicherung für unsere Stadt und wir sind stolz auf sie“, sagte der Oberbürgermeister.

Mit Krapfen gestärkt

Nach dem Festgottesdienst stärkten sich die Narren im Paul-Eber-Haus beim Sektempfang mit Krapfen und danach ließen sich die geladenen Gäste die Schoppen schmecken. Wie Präsident Rainer Müller erinnerte, war die KiKaG am 6. Februar 1952 gegründet worden und der kürzlich verstorbene Hans-Joachim Schumacher war der Gründungsvorsitzende.

Die Gründerväter, so Rainer Müller, hätten ähnliche Probleme wie die heutige Führung gehabt: Wird der Saal voll und reicht das Geld? Er würdigte die Gönner Helmut und Gisela Melchior, die zum Jubiläum 666 Euro für die Jugendarbeit gespendet hatten. Der Präsident hatte in den Annalen geblättert und hob die einzigen noch lebenden Gründungsmitglieder Hanni Frankenberger und Marianne Kummor hervor.

Auf die Hälfte an Mitgliedsjahren kommt Hofrat Walter Vierrether, der für 33 Jahre ausgezeichnet wurde. „Ohne die KiKaG wäre ich kein Hofrat geworden“, denn die KiKaG-Funktionäre Karl-Heinz Bareiß und Norbert Schober hatte vor 30 Jahren die Idee für die Symbolfigur Hofrat gehabt. Walter Vierrether verkündete, dass im kommenden Jahr mit 60 Jahren Kitzinger Kellerspiel erneut ein Jubiläum anstehe.

Inzwischen 44 Jahre gehören Helmuth Hufnagel und Patricia Feraco der KiKaG an. Ebenfalls 33 Jahre halten Tilo Gernert, Ernst-Heinrich Hack, Waltraud Schenkel und Ina Weigand-Rüthlein der Gesellschaft die Treue. 22 Jahre sind inzwischen Timo Hack, Ines Meuschel, Georg Wittmann, Wolfgang Weber und Vera Fehrer dabei und auf elf Jahre kommen Schlappmaulordenträger Günther Beckstein, Ralf Gevensleben und Carolin Gevensleben. Senatspräsident Volkhard Groß nahm Dieter Böhm feierlich als neues Senatsmitglied auf.

Norbert Schober nahm als Bezirksvorsitzender für den Fastnachtsverbands Franken (FVF) Ehrungen vor. Er verlieh Alisa Hack, Markus Henneberger, Geschäftsführer Ralf Schweiger und Präsident Rainer Müller die FVF-Ehrennadel in Silber. Die Ehrennadel in Gold verlieh Norbert Schober an die Gardetrainerin Ann-Katrin Götz.

Der ehemalige Präsident Wolfram Beha zitierte aus einem Text von Engelbert Bach zur 66-jährigen Geschichte der Gesellschaft. Er titulierte die KiKaG als Knaben, der seine Kinderkrankheiten überstand und ein anständiger Bürger Kitzingens wurde. Wolfram Beha schilderte die Leistung Hans-Joachim Schumachers, als er das Deutsche Fastnachtsmuseum nach Kitzingen holte. Die KiKaG-Aktivisten bauten dafür damals in Eigenleistung den Falterturm um. Später habe Norbert Schober in seiner Präsidentschaft die Prunksitzungen nach vorne gebracht, einst gab es bis zu vier Prunksitzungen pro Session.

Bundesweite Aufmerksamkeit

Unter Schobers Regie sei der Schlappmaulorden ins Leben gerufen worden, es kam 1990 eine Garde dazu und in Schobers Amtszeit wurde auch der Landkreisfaschingsumzug aus der Taufe gehoben. Wolfram Beha warf die Frage auf: „Was wäre die KiKaG heute ohne den Schlappmaulorden?“, und skizzierte damit die Wichtigkeit des Ordens, der der KiKaG seit mehreren Jahrzehnten bundesweite Aufmerksamkeit beschert.

In den vergangenen 20 Jahren habe die Begeisterung nachgelassen, dieser Entwicklung versuchte auch Wolfram Beha in seiner Amtszeit entgegen zu wirken. Der Laudator zitierte den Präsidenten des Bundes Deutscher Karneval, Franz Wolf, der es als zentrale Aufgabe hervorhob, dass Karnevalisten das Brauchtum und die Tradition erhalten und künftigen Generationen weitergeben sollen.

Vizepräsident Thomas Reichert begrüßte viele Ehrengäste. Er bescheinigte dem evangelischen Pfarrer Uwe Bernd Ahrens einen „fantastischen Gottesdienst“ in der Petrinikirche gehalten zu haben. Die Gastgesellschaften aus dem niedersächsischen Einbeck, Albertshofen, Schweinfurt und Gerbrunn beglückwünschten die Jubiläumsgesellschaft und übergaben Präsente und diverse Orden.

Zum Abschluss des offiziellen Teils des Festaktes sangen die Elferräte ihr vergangenes Jahr kreiertes KiKaG-Lied mit dem Titel „KiKaG Helau“.

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