Rödelsee

Hassreden: Eine Herausforderung für die junge Generation

Das Thema "Hass im Netz" war für den KJR Kitzingen Thema beim 32. Jugendforum. Ein Referent erklärte Hintergründe zu Hassnachrichten und Fake-News.
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Beim 32. Schwanberger Jugendforum des KJR Kitzingen stand das Thema „Hate Speech” auf der Agenda. Referent Sebastian Zollner bekam von KJR-Vorsitzende Alexandra Rügamer nach der Veranstaltung ein Präsent als Dankeschön für seinen Vortrag.

Der Kreisjugendring Kitzingen lud am Donnerstag zum 32. Schwanberger Jugendforum ein. Alexandra Rügamer, Vorsitzende des Kreisjugendrings, begrüßte die Gäste und führte in das Thema „Hass im Netz“ ein: Jugendliche und junge Erwachsene bewegen sich in einer digitalen Welt, in der sie die zunehmend derbe Diskussionskultur und eine ausgeprägte Ellenbogen-Mentalität erleben, begann Rügamer. Auch in der verbandlichen Jugendarbeit spiele das Thema Hassrede („Hate Speech“) eine bedeutsame Rolle.

Cybergewalt nimmt zu

Sebastian Zollner, pädagogischer Mitarbeiter des Bezirksjugendrings Unterfranken, referierte an diesem Abend über die Thematik. Zu Beginn erläuterte er, wie sich die Cybergewalt entwickelt hat. Diese hätte sich in den letzten Jahren rasant vollzogen, beschrieb Zollner. Durch soziale Medien werde es den Tätern leicht gemacht, ihre Hassreden gegen einzelne Personen oder Gruppen weitreichend zu streuen. In der Regel handle es sich dabei um rassistische, antisemitische oder sexistische Äußerungen, also gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.

Zollner schilderte außerdem, welche Eigendynamik Hassparolen in sozialen Medien haben. Neben Hass und Hetze im Netz, sei auch das Phänomen der Fake-News ein zunehmendes Problem. Beides stehe oftmals in einem engen Zusammenhang. Zollner führte an: „Hate Speech verzerrt nachweislich das Meinungsbild im Netz und polarisiert. Durch die Spirale aus sich verstärkenden Hassbotschaften besteht die Gefahr, dass Diskriminierung und Gewalt gegen Minderheiten als legitim erscheinen.“ Dies wiederum habe negative Auswirkungen auf den sozialen Zusammenhalt und das friedliche Zusammenleben.

Für Hassreden sensibel machen

Um dieser Problematik entgegenzuwirken, hält der Referent es für bedeutsam, Einzelpersonen und Gruppen für den Umgang mit Hate Speech zu sensibilisieren. Auch Gegenmaßnahmen sollen entwickelt werden. Zollner betonte, dass Jugendliche sich danach sehnen, Handwerkszeug und praktische Tipps zum Umgang mit Hassparolen zu bekommen. An dieser Stelle sah er die pädagogische Arbeit in Schule und Jugendarbeit in der Pflicht. Auf Websites wie Klicksafe.de oder no-hate-speech.de fände man Informationen und Unterrichtsmaterialien.

In Kürze finden Sie die wichtigsten Aussagen zum Thema in einer Präsentation auf: www.kjr-kitzingen.de



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