Nenzenheim

Harte Riffs und gute Botschaften

Voller Erfolg: Rund 1000 Besucher kamen zum Nenzenheimer Weinfest-Gottesdienst.PfarrerMatthias Subatzus wurde am Ende sogar als "bester Rockpfarrer" ausgezeichnet.
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Christliche Botschaften, mit harten Riffs und eingängigen Refrains serviert: Beim Nenzenheimer Weinfest-Gottesdienst hieß es zum dritten Mal "Rock mit dem Herrn" mit Matthias Schenk (Zweiter von links) und Band sowie Pfarrer Matthias Subatzus. Foto: Carmen Lechner
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"Wenn die Leute nicht mehr in die Kirche kommen, kommt die Kirche eben zu ihnen", sagte Pfarrer Matthias Subatzus am Maifeiertag im Weinfestzelt in Nenzenheim. Und in der Tat: Hätten die Glocken der Michaeliskirche im Dorf zum Gottesdienst geladen, wären vielleicht nicht die rund 1000 Besucher gekommen, die um 10 Uhr die Bänke und Reihen bevölkerten. Vielleicht lag es auch am Motto des Gottesdienstes "Rock mit dem Herrn". Und gerockt wurde nicht nur auf der Bühne.

Ohne Liturgie, ohne Gemeindelieder, dafür aber mit kernigen Riffs und eingängigen Refrains – so stellte sich der Nenzenheimer Musiker Matthias Schenk vor wenigen Jahren im Gespräch mit dem Nenzenheimer Pfarrer eine Feier in der Kirche vor, die ihm auch gefallen würde. Er sei daraufhin etwas ratlos gewesen, sagte der Geistliche, selbst Musiker, bei seiner Ansprache am Mittwoch. Umso überraschter war er, dass Schenk wenige Wochen später anrief und erklärte, er habe zehn Songs geschrieben für einen Rock-Gottesdienst. "Und, wann machen wir's?", habe seine mitreißende Aufforderung gelautet.

Zusatzaufwand hat sich gelohnt

Mittlerweile zum dritten Mal setzen der Hardrocker und der Pfarrer das Konzept beim Nenzenheimer Weinfest um. Was für die Weinfestgemeinschaft auch einiges  an zusätzlichem Aufwand bedeutet: Erst gegen 3 Uhr hatten in der Nacht zuvor die letzten Gäste des Partyabends mit den "Würzbuam" das Zelt verlassen, da musste schon wieder aufgeräumt und geputzt werden, da wenige Stunden später bereits die Techniker vom Marktstefter Kleinschroth-Team anrückten, um die Weinfestbühne mit schwarzem Vorhang, LEDs und einer Anlage zu bestücken, die im Anschluss gleich wieder abgebaut wurde, weil die Blaskapelle Oberscheinfeld dort Platz nehmen wollte.

Gelohnt scheint sich der Aufwand zu haben. Zumindest ideell. Die zahlreichen Besucher erlebten deutsche Hardrocksongs mit christlich geprägten Texten, die nicht "frömmeln" oder missionieren, sondern die Botschaften der Bibel als anschauliche Lebensbegleitung zeigen. Es ging um Freundschaft, Vertrauen, positives Denken und Gott als Lotse durch schwierige Zeiten. Und eine persönliche Note von Sänger und Bassist Matthias Schenk gab's auch: Als Zeichen seiner Liebe für Tochter Alina gab es ein "Hallelujah" und Sohn Nils durfte bei "Vater und Sohn" zusammen mit dem Papa rocken, der von Armin Gimperlein an der Gitarre und Jochen Waigandt am Schlagzeug unterstützt wird.

Ein Pokal und Spenden für die Malteser

Die meditativen Texte von Subatzus passten dazu wie die berühmte Faust aufs Auge und unterstrichen die eingängigen Melodien zum Mitklatschen. Zum Dankeschön gab es von der Band für den Pfarrer am Ende sogar einen Pokal für den "besten Rockpfarrer".

Doch der Rock-Gottesdienst bewies auch Tiefgang: Die Leiterin des Malteser Kinderpalliativteams Unterfranken, Elke Schellenberger, war gekommen, um über die Arbeit ihrer Institution zu berichten. Die Einlagen in den Körben, die zur Kollekte herumgereicht wurden sowie die Erlöse aus dem Verkauf der CD, auf denen Schenk seine zehn Songs selbst eingespielt hat, gehen an die Malteser.

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