Neuses am Berg

Hackpartie im Museumsweinberg

Keine Hack-Party, sondern eine Hackpartie war noch vor 60 Jahren völlig normal im Frühjahr. Was es mit dem alten Brauch auf sich hat, stellt Heinrich Stier in Fotos nach.
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Verdiente Brotzeit nach getaner Arbeit: Walter Lindner, Heinrich Stier, Michael Stahl, Kurt Heckelmann und Valentin Barthel im Museumsweinberg. Foto: Heinrich Stier

Noch bis vor 60 Jahren gehörte im Frühjahr die sogenannte Hackpartie in den Steilhägen der Weinberge zur Normalarbeit. Um diese Bräuche bildlich zu dokumentieren, organisierte Kreisheimatpfleger Heinrich Stier eine Mannschaft, deren Mitglieder in ihrer Jugend selbst noch bei Hackpartien mitgearbeitetet haben, wie es im Schreiben an die Presse heißt.

Mit einem zweizinkigen Karst, also einer Hacke, ging man damals im April von früh bis spät mit einer bis zu zehn Mann starken Hackpartie von einem Winzerbetrieb zum anderen. Die ganze Gemarkung wurde in diesen Wochen "durchgehackt", daher auch der Name Häcker.

Fürs Foto nahmen Flurbeauftragter Walter Lindner, Michael Stahl, Kurt Heckelmann, Valentin Barthel und Heinrich Stier selbst – als Jüngster durfte er voraushacken und den Älteren den "Schleuderles"-Krug holen – zur Brotzeit auf der Steinmauer im Weinberg Platz.

Mit den Bildern soll eine Ausstellung über die alten Bräuche und umfangreichen Handarbeiten im "Museumsweinberg" entstehen und Mitte Juni während des Neuseser Weinfestes im Rathaus gezeigt werden.

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