KITZINGEN/ALBERTSHOFEN

Gurken und Apfel mit Schnittlauch

Mit Kursen wie „Babys erster Brei“ hat das Netzwerk Junge Familien bisher den Eltern von ganz kleinen Kindern gezeigt, dass es neben dem Griff zur Babyfertignahrung noch etwas anderes und gesünderes gibt. Jetzt wird das Angebot erweitert, um das Thema „Abwechslung in der Brotzeitbox“ zum Beispiel. Und es gibt eine neue Zielgruppe: Kindergartenkinder, also Kinder von drei bis sechs Jahren, und ihre Familien.
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Was kommt in die Frühstücksbox? Im Kindergarten Albertshofen dreht sich eine Woche beim täglichen Frühstücksbuffet alles um diese Frage. Am Ende stand trotz einiger skeptischer Blicke fest: Fast alles, wobei die Gurken im Gärtnerdorf die klaren Favoriten waren. Die Frühstückswoche ist Teil des neuen Angebotes des am Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten angesiedelten Netzwerks für Familien mit Kindergartenkindern. Ziel: gesunde Ernährung und Bewegung. Foto: Foto: Siegfried Sebelka

Mit Kursen wie „Babys erster Brei“ hat das Netzwerk Junge Familien bisher den Eltern von ganz kleinen Kindern gezeigt, dass es neben dem Griff zur Babyfertignahrung noch etwas anderes und gesünderes gibt. Jetzt wird das Angebot erweitert, um das Thema „Abwechslung in der Brotzeitbox“ zum Beispiel. Und es gibt eine neue Zielgruppe: Kindergartenkinder, also Kinder von drei bis sechs Jahren, und ihre Familien.

„Keiner ist hier raus, ohne was in der Brotzeitbox zu haben.“
Angelika Kammer Diplom-Ökotrophologin

Die trafen sich am Freitag in der Kinderküche im Haus für Kinder St. Nikolaus in Albertshofen zum Frühstücksbuffet. Da ist bei zwei Kindergartengruppen, Hort und Krippe, also insgesamt 108 Kindern, plus Eltern einiges geboten. Die Frühstückswoche bildet den Auftakt der Aktion „Gesund und fit im Kinder-Alltag“. Jetzt geht sie zu Ende. Am letzten Tag dürfen alle ran, sich mit frisch belegten Broten, Gemüse und Obst die Boxen zu füllen oder gleich zu essen.

Der Andrang zeigt: Gurke, Paprika & Co kommen an. „Keiner ist hier raus, ohne was in der Brotzeitbox zu haben“, sagt Ernährungsfachfrau Angelika Kammer. Die Diplom-Ökotrophologin war die Woche über zwei Stunden da. Für die Kinder, aber auch für die Eltern. Die sind wegen der Fülle von Informationen eher verunsichert und sind froh, einen kompetenten Ansprechpartner in Sachen gesunde Ernährung zu haben. Und staunen oft nicht schlecht, dass ihre Kinder plötzlich gesunde Sachen essen, die sie daheim gar nicht anfassen würden.

„Das Angebot wurde sehr gut angenommen“, sagt Diana Greif als Leiterin von St. Nikolaus. Viele Eltern seien dankbar für die Informationen. „Oft sind es kleine Tricks mit großer Wirkung, die die Eltern mitnehmen“, so Greif. In St. Nikolaus spielt das Thema Gesunde Ernährung und Bewegung nicht nur eine Woche lang die Hauptrolle. „Wir haben unser Jahresthema daraus gemacht“, sagt Greif. Das Angebot des Netzwerks Junge Familien mit seinen sechs Wegen zur kindgerechten Ernährung und Bewegung, lässt viel Spielraum. Den nutzen die Albertshöfer, bauen Themen wie Hygiene oder Tischmanieren in den Alltag mit ein. Es geht aber um Bewegungsspiele im Wohnzimmer oder Entspannungsübungen. Dass auch das Tischgebet dazu gehört, gefällt Pfarrer Otto Gölkel, der für den Träger beim Pressegespräch bei der Auftaktveranstaltung dabei ist.

Zu der hat Thea Schlesinger vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten eingeladen. Gesunde Ernährung gehört zu den Kernaufgaben des Amts im Grünen Zentrum in Kitzingen. Dort wird das Netzwerk junge Eltern koordiniert und dort ist Thea Schlesinger jetzt auch für die neuen Angebote an die Drei- bis Sechsjährigen und ihre Familien zuständig. „Wir wollen junge Familien möglichst früh erreichen und sie bei der Umsetzung einer altersgerechten Ernährung und regelmäßiger Bewegung unterstützen“, so Schlesinger. 90 Prozent der Kinder in diesem Alter sind in Bayern in Kindergärten, sagt sie. Setzt man da an, kann man auch die Eltern und – so die Hoffnung – eine nachhaltigen Veränderung im Familienalltag erreichen.

Dafür hält das Amt ein Maßnahmenpaket bereit, bei dem „praktisches Tun und eigenes Erleben ganz weit oben stehen“. „Gesund und fit im Kinder-Alltag“, heißt das Programm, das sechs Wege zur kindgerechten Ernährung und Bewegung aufzeigt. Wissen zur Ernährung und Bewegung sollen praktisch vermittelt werden. Den Auftakt der Aktionen im Kindergarten bildet meist ein Elternabend und die Frühstückswoche. Wie in Albertshofen, wo ein neuer Trend beim gesunden Frühstück deutlich wurde. Neben den unschlagbaren Gurken hat sich Apfel mit Schnittlauch zum Favoriten entwickelt, zumindest in Albertshofen.

Das Netzwerk Familien mit Kindern

Das Netzwerk: Seit 2010 gibt es das Netzwerk für Familien, das am Amt für Landwirtschaft koordiniert wird. Zielgruppe waren zunächst die Null- bis Dreijährigen und ihre Familien. Das Ziel: Unterstützung bei gesunder Ernährung und Bewegung. Seit September 2014 ist das Angebot auf Kinder im Kindergartenalter erweitert worden. Aktuell sind sechs Kindertageseinrichtung aus Stadt und Landkreis Kitzingen mit dabei.

Das Angebot: Frühstückswoche mit einer Ausstellung über Kinderlebensmittel; Eltern-Kind-Kochen: Sinn und Unsinn von Kinderlebensmitteln – Einkaufstraining im Supermarkt; Einblicke auf einem Erlebnisbauernhof; Wanderung samt Picknick und die Fitness-Olympiade, bei der die Familien durch Bewegung Punkte sammeln.

Ansprechpartner: Thea Schlesinger, Tel. (0 93 21) 30 09 133

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