Nordheim

Guido Braun: Amtsmüde ist der Bürgermeister noch lange nicht

Er ist mit 53 Jahren einer der dienstältesten Bürgermeister im Landkreis Kitzingen. Dass der Nordheimer eine vierte Amtsperiode anstrebt, liegt auch an seiner Einstellung.
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Guido Braun möchte es nochmals wissen und ein viertes Mal zum Bürgermeister von Nordheim gewählt werden. Dass die über 70 Jahre alte Mainfähre der Gemeinde, auf der er während des Fototermins steht, einen elektrischen Antrieb erhält, davon hat er sich verabschiedet. Deren Zukunft wird sich aber in einer möglichen weiteren Amtszeit Brauns entscheiden. Foto: Michael Mößlein
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Für Guido Braun sind aller guten Dinge vier. Nicht drei. Der amtierende Bürgermeister von Nordheim kandidiert für die Nordheimer Liste zur Kommunalwahl am 15. März zum vierten Mal für das Amt des Gemeindechefs. Er sei guter Dinge, 60 Prozent der Stimmen zu erhalten, sagt er. Mindestens.

Wenngleich er als Bürgermeister-Kandidat ein Serientäter ist, wird diese Wahl für ihn spannender werden als 2008 und 2014, als er keinen Gegenkandidaten hatte. Dieses Mal bewirbt sich Sibylle Säger für CSU und Freie Bürger ebenfalls um das Amt. Er nehme jeden ernst, antwortet er auf die Frage, ob ihm die Situation Sorgen bereitet. "Jede Laus sticht." Es sei jedoch gut, dass der Wähler wählen kann, fügt er hinzu. Er würde auch einem Nachfolger den Erfolg gönnen – allerdings noch nicht jetzt, erst im Jahr 2026. Da werde er 60 – und nicht mehr kandidieren.

Er ist "immer greifbar – zu jeder Zeit"

Im Frühjahr ist Braun dann seit 18 Jahren im Amt. Da drängt sich die Frage auf, mit welchen Argumenten er Wähler von sich überzeugen, vielleicht gar noch überraschen möchte. Noch bevor Braun eine Antwort parat hat, streckt seine Sekretärin von nebenan ihren Kopf zur offenen Tür in Brauns Büro herein: "Bürgernah, immer greifbar – zu jeder Zeit", liefert sie Schlagworte, die für ihren Chef sprächen. Braun nickt und ergänzt: "Ich kenne jeden Kanaldeckel im Ort." Will wohl heißen: Wer ihn wählt, wählt den Altbewährten.

Amtsmüde gibt sich Braun auf keinen Fall. Rund 20 Stunden pro Woche, schätzt er, investiert er als ehrenamtlicher Bürgermeister in sein Amt. Die meiste Zeit fresse das Forschen im Archiv der 1000-Einwohner-Gemeinde im Dachboden des Rathauses, etwa, wenn er Grundstücksfragen eigenhändig recherchiert. Kein Vergnügen, aber notwendig, findet der Metallbaumeister, der ein eigenes Unternehmen führt. Zum Notwendigen zählt er weitere Zeitfresser: das Abarbeiten der Post etwa, die heute meist elektronisch kommt, oft ungefragt. Oder das Vorbereiten der Gemeinderatssitzungen.

Niederlagen kennt er nicht

Wenn seine Meinung im Gemeinderat keine Mehrheit findet, dann empfindet Braun dies nicht als persönliche Niederlage. "Da bin ich schmerzfrei", sagt er. Es gehe ihm immer um die Gemeinde. So beispielsweise auch bei seinem Eintreten für ein Baugebiet "Am Kreuzberg". Dieses wird wohl scheitern, weil Grundbesitzer nicht verkaufen möchten. Angesichts des Widerstands weiterzukämpfen, hält Braun für "verschwendete Energie". Auch die von ihm verfolgte Idee eines elektrischen Antriebs für die Nordheimer Mainfähre hielt wirtschaftlichen Vorgaben nicht stand – für Braun keine Tragödie. Dafür läuft der Friedweinberg in Nordheim super, sagt er.

Dass er aus seinem Herzen keine Mördergrube macht, könnte ein Grund sein, weshalb er eigenen Worten nach als Bürgermeister noch "keine persönlichen Anfeindungen" erlebt hat. "Bisher gibt es nur einen in Nordheim, der nicht mehr mit mir redet", sagt er – nach fast 18 Jahren im als Bürgermeister. Dies könnte auch erklären, was ihm bei der Frage nach einer vierten Kandidatur durch den Kopf ging: "Klar war das klar."

Ideen für die kommenden Jahre

Ziele für die nächste Amtsperiode hat er genug: Den Bau eines Speichersees zur Weinbergbewässerung mit Gründung eines Grund- und Bodenverbands hierzu und einer Zusammenarbeit mit der Gemeinde Sommerach, deren Pumpwerk das Bassin bei Nordheim füllen könnte. Die Gefahrenquelle für Wasser- und Freizeitsportler auf dem Altmain rund um die Nordheimer Fähre möchte er mit einer Umfahrung für Kanufahrer & Co. entschärfen. Der anstehende Bau eines Kindergartens in Nordheim ist für Braun "fast schon durch"; dessen Pläne liegen vor – "das läuft", meint er.

Und falls die Wiederwahl scheitern sollte? Dann bricht für Braun – trotz allen Optimismus' – keine Welt zusammen. Was er sich mehr wünscht als die Stimmenmehrheit am 15. März, ist die Unterstützung der Bevölkerung bei Vorhaben, Festen und Projekten im Ort.

Guido Braun
Alter: 53
Wohnort: Nordheim
Partei: Nordheimer Liste
Beruf: Metallbaumeister, ehrenamtlicher Bürgermeister
Ehrenämter: Feuerwehr
Familie: verheiratet, zwei Kinder
Hobbys: Radfahren, Walken, Wandern, Thermen-Besuche

Klicken Sie auf die Punkte in unserer interaktiven Karte und lernen Sie die Bürgermeister-Kandidaten zur Kommunalwahl 2020 kennen.

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