KALTENSONDHEIM

Gülle verklebt das Gefieder

Kein gutes Jahr für die Vögel im Landkreis. Sie litten zuletzt schwer unter der Hitze. Und wenn sie dann in Not sind, ist Vogelschützer Robert Endres gefragt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Noch ist der Vogel nicht außer Gefahr: Diese völlig mit Gülle verklebte Schleiereule ist einer der Vögel, die in diesem Jahr von Robert Endres versorgt wird. Foto: Foto: Robert Haass

Kein gutes Jahr für die Vögel im Landkreis. „Auch sie leiden unter der großen Hitze“, sagt Robert Endres, Vorsitzender der Kreisgruppe Kitzingen des Landesbundes für Vogelschutz. Nahezu täglich berät er besorgte Bürger am Telefon oder ist vor Ort bei einem Einsatz zu finden.

Meist sind es scheinbar hilflose Jungvögel, die aus einem Nest oder der Bruthöhle gefallen sind. „Bei der Hitze hat es schnell 40 Grad und mehr in einer Bruthöhle“, so Endres. Das „Hudern“, das Zusammenrücken der Jungvögel, um sich vor Witterungseinflüssen im Nest zu schützen, hilft bei dieser extremen Witterung nichts. Eher rücken die Vögel aus-einander und – plumps – schon ist einer herausgefallen. Einen solchen Vogel sollte man zunächst über längere Zeit aus sicherem Abstand beobachten, rät der Vogelschützer. Denn oft sind es Jungvögel, die schon fast flügge sind und von den Eltern auch außerhalb des Nestes gefüttert werden. Erst wenn akute Gefahr für das Jungtier droht, darf es aufgenommen werden. Natürlich ist auch dann fachkundige Hilfe gefragt.

Wie beim akuten Pflegefall von Robert Endres, einer Schleiereule. Die ist vor ein paar Tagen in Hellmitzheim in ein Güllebecken gefallen. Wie auch immer das passieren konnte – der Landwirt handelte schnell und rettete die Eule. Deren Gefieder hatte sich aber schon mit der Gülle vollgesogen – und noch Tage später stank der Vogel erbärmlich. Die Gülle hatte das Federkleid total verklebt und noch immer seien Reste zu entfernen. Nach und nach versucht Endres, das Gefieder vorsichtig von der klebrigen Kruste zu befreien. Das erfordert viel Geduld – vom Tierschützer ebenso wie von der Eule. Und ob die Aktion am Ende von Erfolg gekrönt sein wird, das ist auch Tage nach dem Unfall noch fraglich. Zwar frisst der Vogel und macht einen lebhaften Eindruck, doch sowohl die Schwungfedern der Flügel als auch Teile des Bauchgefieders sind nach wie vor verkrustet.

Die Schleiereule ist nur einer von fast einem Dutzend Greifvögel, die heuer bei Endres versorgt wurden. Darunter waren drei Waldkäuze, einige junge Mäusebussarde und eine Wiesenweihe. Zudem kümmerte er sich in diesem Jahr um rund 30 Singvögel und Schwalben, von denen nicht alle gerettet werden konnten. Doch der Versuch war es immer wert.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.