MÖNCHSONDHEIM

Grenzerfahrung an der Grenze

Das Mönchsondheimer Paar Kerstin Hüllmandel und Albert Knaus ist seit April in einer Reisegruppe mit dem Wohnmobil nach China unterwegs. In loser Folge berichten sie von dem 28 000-Kilometer-Abenteuer:
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Das Mönchsondheimer Paar Kerstin Hüllmandel und Albert Knaus ist seit April in einer Reisegruppe mit dem Wohnmobil nach China unterwegs. In loser Folge berichten sie von dem 28 000-Kilometer-Abenteuer:

Die Grenze von Kasachstan nach Usbekistan. 13.15 Uhr. Endlose Laster-Kolonnen. Die Frage der Zöllner nach „Geschenk“ wird wieder aktuell. Alle müssen in ein Abfertigungsgebäude. Stunde um Stunde vergeht. Dann geht es in eine Art Schleuse, wo Hunderte von Menschen stehen. Sie sind bepackt mit riesigen Bündeln, die auf den gebeugten Schultern ruhen. Der Grenzübergang als Umschlagplatz für Gebrauchsgüter.

20 Uhr. Die Reisemobile werden von unten bis oben auf den Kopf gestellt. Grenzerfahrung an der Grenze. 21.30 Uhr – endlich öffnet sich das Tor – freie Fahrt. Auch auf dem nächsten Parkplatz wimmelt es vor Fahrzeugen und Menschen – Jahrmarkt-Treiben. Der usbekische Reisebegleiter empfiehlt ein Teehaus in drei Kilometer Entfernung. Sowie alle beisammen sind, geht's los. Das eigentliche Tagesziel in 30 Kilometer Entfernung hat sich erledigt.

22 Uhr. Das „Teehaus“ ist ein altes Lehmhaus. Motor aus. Kurze Lagebesprechung. Es sind weitere Polizeikontrollen zu erwarten. Die Route führt scharf an Turkmenistan vorbei, der Hochburg der Taliban und einem Gefängnis. 23.30 Uhr. Duschen, nur noch schlafen.

Usbekistan ist ein Steppen- und Wüstenland mit 447 400 Quadratkilometern. Das Land ist einer der wichtigsten Baumwollerzeuger der Welt. Die Route führt über die Seidenstraße und tangiert die Orte Nukus, Xiva sowie Taschkent und endet nach dem 2200 Meter hohen Kamchik-Pass mit dem Farganatal Richtung kirgisischer Grenze.

Der erste Tag in Usbekistan. Mit fünfzig Euro Handgeld in Landeswährung „Sum“ geht's zur ersten Polizeikontrolle. Die Gruppe kämpft derweil mit weiteren Problemen: Eine Magen- und Darmverstimmung macht die Runde.

Die Tankstellen haben kaum Dieselsäulen. Doch der Reiseveranstalter hat Vorkehrungen getroffen und im Vorfeld Kontingente „eingekauft“, um so den Transit durch Usbekistan zu gewährleisten. Nach dem Tanken geht es auf die Tagesstrecke: 380 Kilometer bis Nukus. Die Darmgrippe als heftige Begleiter.

Die Hitze macht alle fertig. Ein heißer Steppenwind lässt jeden Schweißtropfen sofort verdunsten. Die Straßenzustände wechseln ständig zwischen aalglatt und Panzerpiste. Es bleibt spannend.

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