KITZINGEN/MAINZ

Goldstadt am Main

Als „Kitzingen“ aus den Lautsprechern tönte, war es um ihn geschehen. Walter Vierrether, Kitzingens Tourismuschef, riss die Arme in die Luft, jubelte aus voller Seele und fiel überschwänglich der ZDF-Moderatorin um den Hals. Hinter ihm tobten die rund 60 Kitzinger, die zu der Preisverleihung von „Entente florale“ nach Mainz gekommen waren. Sie alle hatten die Sensation möglich gemacht, die um kurz nach eins amtlich wurde: Kitzingen ist Goldstadt und Botschafter für Europa.
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Schmuck, schmucker, Kitzingen: Bei dem Städtewettbewerb „Entente Florale“ trug Kitzingen überraschend den Sieg davon und ist als Goldstadt jetzt deutscher Botschafter für Europa. Foto: Foto: Günther Fischer

Als „Kitzingen“ aus den Lautsprechern tönte, war es um ihn geschehen. Walter Vierrether, Kitzingens Tourismuschef, riss die Arme in die Luft, jubelte aus voller Seele und fiel überschwänglich der ZDF-Moderatorin um den Hals. Hinter ihm tobten die rund 60 Kitzinger, die zu der Preisverleihung von „Entente florale“ nach Mainz gekommen waren. Sie alle hatten die Sensation möglich gemacht, die um kurz nach eins amtlich wurde: Kitzingen ist Goldstadt und Botschafter für Europa.

„Die Strumpfhose ist pitschnass“, sagt der Walter Vierrether lachend, als er von der Bühne kommt. Bei der Verleihung des Städtewettbewerbs am Dienstagmittag auf dem Gelände des ZDF-Fernsehgartens ist nicht nur der Hofrat der Stadt Kitzingen ins Schwitzen gekommen. Aber von vorne.

„Ich habe im Voraus versucht, die Jury mit Wein und Blumen zu bestechen.“
Walter Vierrether Kitzinger Hofrat und Tausendsassa

Morgens um acht startet die Tour im Reisebus. Über 60 Bürger haben sich angemeldet, um ihre Stadt in Mainz zu repräsentieren. Während der Fahrt ist die Stimmung gut, an eine Medaille glaubt aber kaum einer.

„Es wäre vermessen zu denken, dass es beim ersten Mal klappt“, meint Gertrud Schwab. Die Stadträtin und langjährige Kreisbäuerin ist auch eine der Ersten, die in Mainz angekommen sich um die Dekoration des Standes kümmert. Blumen werden aufgestellt, Weingläser hergerichtet und natürlich Broschüren von „unseren schönen Stadt“ ausgelegt.

Bereits zum 13. Mal wurde der bundesweite Wettbewerb ausgetragen. Bewerben konnten sich Gemeinden und Städte, die das Motto „Gemeinsam aufblühen“ und damit eine kreative und nachhaltige Stadtentwicklung verkörpern wollen. Kitzingen hat heuer seine Premiere bei „Entente florale“ gefeiert – und dabei für die Überraschung schlechthin gesorgt.

„Ich habe schon im Voraus versucht, die Vorsitzende der Jury mit einem guten Wein und Blumen zu bestechen“, erzählt Vierrether grinsend. Diese lässt sich beim Besuch des Standes vor der Verleihung allerdings noch nichts anmerken. „Kitzingen hat super Ideen präsentiert“, sagte Hildegund Heinrich und lief ohne weitere Hinweise zum nächsten Tisch. Insgesamt neunzehn Städte umgarnten die Jury, die ihr Urteil allerdings bereits gefällt hatte.

Leer ging keiner aus, für die meisten war allerdings nur eine Bronzemedaille drin. In alphabetischer Reihenfolge wurden die Städte aufgerufen, als Kitzingen an der Reihe war, lobte Moderatorin Babette Einstmann zunächst die tollen Kostüme vom Hofrat und seinen Prinzessinnen. Dann die erlösenden Worte: „Gold für Kitzingen!“ Tosender Applaus. Da gratulierten sogar die Silbermedaillengewinner aus Schweinfurt, die ebenfalls angereist waren.

Am Nachmittag folgte dann das zweite Wunder für Unterfranken. Im Stechen mit Bad Füssing, das ebenfalls eine Goldmedaille erringen konnte, setzte sich Kitzingen erneut durch und geht im kommenden Jahr für die Bundesrepublik beim Europawettbewerb der „Entente florale“ an den Start. „Wir werden Deutschland in Europa gut vertreten“, versprach Walter Vierrether strahlend.

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