Kitzingen

Goldene Primiz: Pater Christoph Weberbauer folgt Gottes Geist

Seit 2015 ist der 77-Jährige aus Biebelried Prior des Augustinerkloster Fährbrück. Zuvor hat ihn sein Dienst als Ordensmann und Priester an viele Stationen geführt.
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Pater Christoph Weberbauer im Klostergarten von Fährbrück. Im dortigen Konvent der Augustinermöncher wirkt er als Seelsorger und Prior. Foto: Josef Gerspitzer

Christoph Weberbauer ist seit dem Jahr 2015 Prior des Augustinerklosters Fährbrück. Er wurde 1942 in Würzburg geboren und ist in Biebelried aufgewachsen. Vielen Menschen bekannt ist er für seine Suche nach neuen Formen und Möglichkeiten für christliches Leben. Am Sonntag, 26. Mai, feiert er in der Wallfahrtskirche in Fährbrück um 10 Uhr sein Goldenes Priesterjubiläum und um 19 Uhr eine Maiandacht.

Auf seine Predigt zu seinem Jubiläum dürfen die Kirchenbesucher gespannt sein. Die Predigt wird er, wie er im persönlichen Gespräch angekündigt hat, zusammen mit einer Frau halten. Denn nur in der Gemeinschaft von Frauen und Männern sei gerade in der aktuellen Krise der Kirche eine Verkündigung der Frohen Botschaft möglich. In der Maiandacht rückt Maria als Frau in den Blickpunkt. Am Sonntag, 23. Juni, ist dann sein Heimatort Biebelried dran, mit einem Gottesdienst um 10 Uhr und anschließender Begegnung.

Leiter des Jugendhauses "Dicker Turm"

1962 trat Christoph Weberbauer bei den Augustinern ein und wurde 1969 von Bischof Josef Stangl in Würzburg zum Priester geweiht. In Münnerstadt wirkte er im Studienseminar als Präfekt und Religionslehrer, ab 1977 auch als Regionaljugendseelsorger und Geistlicher Assistent der Jugend - GCL (Gemeinschaft Christlichen Lebens). Von 1984 bis 1987 leitete er zusätzlich das Jugendhaus "Dicker Turm" in Münnerstadt. Diese Zeit prägte ihn ganz besonders. "Die Jugendlichen haben mich vom Sockel des Priesteramtes heruntergeholt. Das hat mir gut getan bis heute", berichtet der Jubilar heute.

Dort war er zunächst als Mensch und Freund gefragt, mit dem die jungen Leute Gemeinschaft suchten. Hier wurde ihm klar, dass Priester sein nur in Gemeinschaft von Frauen und Männern möglich ist. Ohne die Lebensgemeinschaft im Orden kann sich der Seelsorger sein Leben nicht vorstellen. Als Diözesanpriester in einer Pfarrei hätte er sich einsam und alleine gefühlt, insbesondere mit dem Pflichtzölibat, dessen Abschaffung seiner Meinung nach längst überfällig ist.

Von 1987 bis 1991 war Weberbauer Novizenmeister der Augustiner in Deutschland. 1991 wurde er  vorübergehend Pfarradministrator von Hausen, Erbshausen-Sulzwiesen und Postulatsmagister bei den Augustinern, bevor er zum Pfarrer von Würzburg St. Bruno (Steinbachtal) ernannt wurde. Zwei Jahre später ging es weiter ins Exerzitien- und Bildungshaus der Augustiner in Messelhausen (Erzdiözese Freiburg). 2003 wurde er zugleich Provinzrat der Augustiner in Deutschland und 2008 auch Novizenmeister.

Sabbatjahr ein Italien

Die Aufgabe in Messelhausen hat ihn geprägt. Viele Frauen und Männer suchten in Kursen und auch persönlich Begleitung für ihr Leben. "Sei du Priester an deinem Platz" ist ein Satz, den er vielen gesagt hat, ebenso "Lass dich von Gottes Geist führen". 2013  ging er für ein Sabbatjahr nach Italien zum Rita-Wallfahrtsort in Cascia beziehungsweise San Gimignano. 2015 lernten ihn die Menschen in Fährbrück als Prior, Wallfahrtsseelsorger sowie Mitarbeiter in der Pfarreiengemeinschaft Fährbrück kennen und lieben. Die "Brücken-Zeit" jeden zweiten Monat am Sonntag Abend ist ein wichtiges Gottesdienstangebot für Suchende.

Die Führung durch den Geist Gottes sieht der 77-Jährige als seine Lebensgeschichte. Oft hätte er andere Wünsche gehabt. Der Plan Gottes sei im Rückblick der bessere gewesen. So zeigt sich Pater Christoph gespannt, wie sein Weg weitergeht.

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